• Tall Ships Ra…
  • Traurigkeit
  • Sailing Chall…
  • Endlich Wind
  • Abschied vom …
  • Abschied vom …
Videos
  • Es passiert …
  • Rauf und Run…
 

Arnold beginnt seinen neuen Job auf der MARLIN

…und es werde Licht.

In diesem Post geht es um Mich(a) und Arnold. Seit La Palma steht Arnold der Northern Lights 5KW Generator an Erikas Platz. Vier Schrauben halten ihn an seinem Platz. Aber laufen tut er nicht. Es fehlen noch jede Menge Kabel und Schläuche Nach dem gestrigen Tag und den seglerischen Übungen, traue ich meiner Crew nach zwei Tagen ausreichend, um mir das dreckige ARC 2017 T-Shirt anzuziehen und meinen Job zu beginnen. Einen neuen Generator installieren, wo macht man das am besten? Bei 15-20 Knoten Wind auf offener See und 3 Meter Welle. Ich habe auf La Palma kurz vor unserer Abfahrt noch sechs Meter Kühlwasserschlauch und einen Meter flexiblen Abgasschlauch für Wet Exhaust Systems erstanden. Der Schlauch, den mir Lars noch netterweise in Flensburg gegeben hat, mit dem komme ich nicht um die Ecke. Ich schaue mir mit Iris und Daniel noch den Sonnenaufgang gemeinsam an und verschwinde dann in den Tiefen des Motorraums. Eine kleine Musikbox befreit mich von den Gesprächen über mir, so dass ich mich voll konzentrieren kann auf die Installation. Ich fange mit dem Schnüffelventil zwischen der Wasserpumpe und dem Wärmetauscher an, das bis unter die Decke des Motorraums verlegt werden muss, damit der Generator nicht über den wassergekühlten Auspuff und Syphon Effekt geflutet werden kann. Klar. Eigentlich braucht man ja nur den Seewasserhahn zumachen, dann passiert so etwas nicht. Aber wer denkt daran schon immer? Mit dem Abwasserschlauch habe ich zu kämpfen und haue mir, war klar, das offene Ende einer Schlauchschelle ins Nagelbett. Gestern hatte ich noch Handschuhe in der Hand. Weiter geht es mit den Dieselleitungen nach dem die Blutung sich selbst gestillt hat. Auch immer gut, besonders wegen meinem Krankheitshintergrund. Zwischendurch darf ich immer mal wieder an die Luft und an Deck schaukelt es ordentlich. Im Motorraum vergisst man das glatt, wenn man nicht grade eine Schraube in der Bilge sucht.

Die vorgesehenen Öffnungen für die Diesel-, Kühlwasser- und Starterbatterieleitungen gefallen mir so gar nicht. Also bohre, schneide, säge und feile ich die akribisch an die Stellen des Schallschluckgehäuses, wo die Leitungen vorher in Erika reingingen, so kann ich die alten Leitungen nutzen. Andy schaut ab und an mal von oben durch die Luke und gibt einen Ratinger Sprücheklopper-Kommentar ab. Das meint er ja nicht so, ich fasse das einfach nur zu empfindlich auf, denke ich mir. Es wird Mittag. Es wird Nachmittag. Die Sonne geht unter und wieder einmal sitze ich im Cockpit und ziehe an meiner nikotinfreien E-Zigarette, trinke mir eine kalte Cola. Rund herum um uns Wasser. Der kobaltblaue Atlantico. Dann gebe ich mir einen Stoß. „Weiter Micha!“ Wieder zurück in die Tiefen des Motorraums, mit dem Ziel in Zukunft nur noch Öl- und Filterwechsel zu machen und keine tagelangen Operationen am offenen Herzen von Erika. Nach Sonnenuntergang bin ich soweit, das Diesel-System zu entlüften. Doch Moment. Die Kabel zu den VICTRON’s fehlen ja noch. Ein Stück Landanschlußkabel hat den richtigen Querschnitt, ich finde den freien Anschluss am Verteilerkasten. Dazu muss ich mich auf die Werkbank legen. Na, jetzt wird es aber akrobatisch.

Meine Mitsegler sitzen derweilen im Cockpit und schauen dem Autopiloten beim Steuern zu. Die Lust selbst zu steuern nimmt nach den ersten beiden Tagen meist exponential ab. Das ist vollkommen normal und auch nicht der Rede wert. Das Wetter ist immer noch grau. Ab und an ein Regenschauer. Die Nacht bricht ein. „Willst Du nicht langsam mal duschen gehen?“ Ich grunze irgendwas Unverständliches zu Andy zurück und stecke die Batteriehauptschalter für Arnold ein. Keine Explosion. Na, dass ist doch schon mal gut. Dann runter an das Aggregat. „Arnold. Das ist der Beginn einer hoffentlich großen und langen Freundschaft“, rede ich ihm gut zu. Ich glühe vor. Drücke den Startknopf und Arnold rumpelt für zwei Sekunden und dann gehen die drei Kolben ihren Weg von oben nach unten. „Es funktioniert! Es werde Licht!“

Alle freuen sich. Nicht vorzustellen was los gewesen wäre, wenn nicht. „Dann hätten wir schon mal die Rettungsinsel klar gemacht. Nur die Frage für wen? Für uns oder den Skipper?“, frozzelt Werner, so wie es seine Art ist.

Es dauert zwei Stunden bis ich merke, dass die Auspuffschelle am Vetus Muffler / Wasserstop nicht dicht ist und literweise Wasser sich ihren Weg unter die Hauptmaschine suchen. Das ist weniger ein Problem, als den Muffleranschluss dicht zu bekommen. Was die sich von Vetus immer so ausdenken. Ist schon unglaublich.

Aber genauso unglaublich ist der Northern Light Generator. Schon ohne Schallschutzhaube mit seinen 1.500 rpm kaum hörbar, muss man vorsichtig sein, dass man ihn nicht einfach vergißt, so leise ist er. Im Cockpit hört man ihn garnicht. Im Schiff merkt man eher die niederfrequenten Vibrationen, als ihn zu hören. Die Batterien werden maximal geladen, der Wassermacher läuft. Es ist einfach, wie Landstrom zu haben. Um es auf den Punkt zu bringen: Es funktioniert. Das Schaltpanel von Arnold wohnt nicht mehr im Salon sondern im Motorraum. Da wo es hingehört. Denn wenn ich den Generator starte, muss ich daneben sitzen um zu hören und zu sehen, dass alles gut ist. Der Skipper schaltet den Generator im Motorraum manuell ein und aus. Es gibt bewußt keine große Elektronik und die kleine Platine der Regelung ist komplett vergossen, bis auf zwei Potis und einen Schiebeschalter. Keep it simple.

Ja. Ich bin glücklich und zufrieden. Eine Entscheidung, die ich lange vor mir hergeschoben habe. Schlussendlich die richtige Entscheidung. Hoffentlich. Jetzt muss ich erst einmal so ein Vertrauen zu Arnold aufbauen, wie ich es zu Johann habe. Anschalten. Läuft. Das wird bestimmt ein paar Tage dauern. In Sachen Generator bin ich ja nun eher ein gebranntes Kind.


Mitsegeln auf der MARLIN!


CREW 50 Atlantiküberquerung Kapverden - Karibik 15.12.18 - 11.01.19
Danach geht es in der Karibik weiter. Im März im Antillenbogen nach Guadeloupe und im Mai zu den Bermudas und über den Atlantik zu den Azoren. Na? Lust mit zu segeln und den Platz schon mal zu reservieren?

Mensch wir freuen uns auf auf dich, der die du mitsegeln willst. Buche Deinen Platz hier: www.marlin-expeditions.com



  • 23:00:00
  • 05.11.2018
  • 24°11.6200'N, 019°85.5500’W
  • 189°/ 8,0kn
  • Atlantic
  • Sal, Cabo Verde Islands
  • 1015,0/23°C
  • 6bft/NE
  • 2-3m

LOGBUCH ARCHIV

November 2018
M T W T F S S
« Oct   Dec »
 1234
567891011
12131415161718
19202122232425
2627282930  

Mit dieser Website wollen wir Dir, liebe Leserin, lieber Leser, die Welt und unsere Reise ein Stück näher bringen. Deine Spende hilft uns, das weiterhin zu tun.