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Der Preis ist hoch

Zur├╝ck im Wahnsinn

Wir hatten wahnsinniges Gl├╝ck mit dem Gletscher. Wahnsinniges Gl├╝ck! Nach einer ruhigen Landleinennacht zwischen einem und dem anderen Ufer in der Caletta Sally f├Ąngt es zum Morgengrauen um 8:30! Wieder an zu regnen. Wir schaffen noch gemeinsam zu fr├╝hst├╝cken und schon stehe ich wieder an der Pinne. Wind! Downwind. 15 Meilen den Kanal runter. Da hatte ich mich schon drauf gefreut. Gro├č raus und sch├Ân gem├╝tlich den Kanal Eyre wieder runter nach S├╝d segeln. Doch daraus sollte wieder mal nix werden. Unabh├Ąngig vom Wetterbericht f├Ąllt das Baro in einer Stunde um drei hpa, eine graue Front steht ├╝ber dem Gletscher und pustet uns mit eiskalter Luft, 30-40 Knoten N und Platzregen aus dem Senyo. Ein Handtuch als Segel reicht, so sehr ist die Fock gerefft und der Regen steht im Cockpit, so dass man nur noch die T├╝r zu machen kann. Doch auch das geht nicht, denn der Kanal ist nun voller Growler, riesige Eisst├╝cke, die sogar der eisernen Dame zum Problem werden k├Ânnen. Also, Tageswache im str├Âmenden Regen. Ich kann kein Regen mehr sehen. Den ganzen Tag wird es nicht mehr hell. Am Nachmittag erreichen wir unser Tagesziel im Canal Grappler, eine kleine Bucht, von der wir gar nicht glauben k├Ânnen, dass diese ruhiges Wasser haben soll, aber das Buch beh├Ąlt mal wieder Recht. Was w├╝rden wir nur ohne den dicken Schinken machen? Jeden Tag ein Abenteuer auf der Suche nach einem Ankerplatz f├╝r die Nacht. Um sechs Uhr wird es inzwischen schon wieder deutlich dunkel, aber das war es ja schon den ganzen Tag. Es regnet weiter und weiter. Mir reicht es. Maya probiert noch ein bisschen Papas Grenzen aus, da nehm ich mir ein Buch und verziehe mich unter die Decke im Vorschiff. Danke. Mir reicht es. Morgen werden wir mit etwas Gl├╝ck Puerto Eden erreichen und am zwanzigsten April tut sich ein Fenster f├╝r den Golfo de Penas auf. Na, wenn das bleibt, k├Ânnte sein, das wir uns Richtung Isla Chiloe warpen. Mein chilenischer Freund Martin Westcott, von der Equinoccio, meinte das n├Ârdlich vom Golfo de Penas zwei, bis drei Tage in der Woche mit Sonnenschein zu rechnen sei. Das w├╝rde ja schon reichen um mein Frohsinn zu stimulieren, ein paar Endorphine entstehen zu lassen, die ich dringend ben├Âtige. Um endlich die LADY mal wieder etwas trocken zu bekommen, den Kindern Abenteuer an frischer Luft bieten zu k├Ânnen. So sch├Ân es hier ist, der Dauerregen zerrt echt am Nervenkost├╝m.



  • 23:00:00
  • 15.04.2012
  • 49┬░30.6599'S, 074┬░15.9500'W
  • Anchor / Landline
  • Caleta Lucrecia / Chile
  • Puerto Eden / Chile
  • 8┬░/ 996 hpa
  • 15kn, NE
  • -m

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