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Ausgebremst

Hafentag in Quellon

Die Hafenstadt Quellon im Süden von Chiloe ist eines der Hauptverkehrszentren der Region. In der großen, offenen Bucht liegen unzählige Fischerboote, Fähren und Arbeitsschiffe der Salmoneiras vor Anker. Schlechtes Wetter ist angesagt und so laufen seit gestern Morgen immer mehr Boote ein, um die nächsten zwei Tage in der sicheren Bucht vor Anker zu verbringen. Gestern Morgen war der Hafen gesperrt, erst am Mittag hatte sich das Wetter soweit beruhigt, dass wir an Land konnten, um die dringend notwendigen Einkäufe zu tätigen. Ein Geldautomat ist schnell gefunden um die Bordkasse flüssig zu machen. In den Straßen fühlt man sich ein bisschen wie im Wilden Westen, alte Holzhäuser mit schlammigen Wegen, statt Bürgersteigen, flankieren die Straßen, nur die Pferde fehlen. Es gibt echte Supermärkte, doch die besten Waren bekommt man in den lokalen Gemüseläden, die die Produkte der Insel, schiefe Gurken, ungenormte Möhren, riesige Knoblauchzehen und eine Apfelvielfalt verkaufen, wie wir sie seit Deutschland nicht mehr gesehen haben. Es duftet nach frischem Koriander. Inmitten der kleinen Geschäfte findet sich immer mal wieder ein kleines Hotel, ein Restaurant, doch die Saison ist vorbei, wie man eindeutig an den vielen „Cerrado-Geschlossen“-Schildern erkennen kann. Auf der Suche nach einer Information über die Öffnungszeiten des Museums landen wir im lokalen Radiosender. In der ersten Etage über dem kleinen Museum sitzt der Moderator vor seinem Mischpult und wählt die Musik für Radio Quellon, 100,5 FM, aus. Auf dem Boden stapeln sich alte Kassettenrekorder, Tonbandgeräte und Schreibmaschinen unter gehäkelten Spitzendeckchen. Das Museum ist geschlossen, erfahren wir, im September sollen wir wiederkommen. Na, da haben wir ja noch ein Weilchen Zeit.

Nach den langen Wochen in der Wildnis steht uns der Sinn noch nicht ganz nach langem Stadtaufenthalt, 25 sm weiter nördlich liegt ein schöner Fjord, unser abgestecktes Tagesziel für heute. Doch die Armada ist nicht unserer Meinung. Der Hafen ist geschlossen, draußen im Golfo zuviel Wind. Dass wir nur unter Land segeln und nicht in den Golfo wollen, zählt nicht. Geschlossen ist geschlossen. Zwangspause. Nach kurzem Unmut entscheiden wir, dass es schlimmer hätte kommen können. Die Kinder quängeln eh schon seit Tagen, dass sie mal wieder einen GANZEN Tag an Bord sein wollen ohne Termine, ohne Ausflug und vor allem ohne Weiterzufahren und uns tut ein Tag vor Anker mit Netzanschluß auch ganz gut. Micha hat endlich mal wieder Zeit für eine Physikstunde und lötet mit den Kindern eine Lampe mit Schalter zusammen, während ich mit Mr. Google und Co. Verabredet bin. Draußen wechseln sich Böen mit Schauern ab und eigentlich bin ich der Armada ganz dankbar über den auferlegten Urlaub!



  • 17:00:00
  • 01.05.2012
  • 43°07.3715'S, 073°36.9933'W
  • Anchor
  • Quellón / Isla Chiloe / Chile
  • Puerto Mont / Chile
  • 11°/ 1003 hpa
  • 5kn, N
  • 0m

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