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Vom Winde verweht Folge 7

Alle lieben Johann

Der Star des heutigen Tages: Johann, wie immer im Moment. Wir haben jetzt seit einer Woche durchgehend schlechtes Wetter mit Regen. Für heute angesagt mal wieder 25-30 Knoten aus NW bis SW mit Böen um die 40 Knoten im Kanal Brednock. Wer es nicht glauben will ist klar, das deutsche Seglerpaar Wnuk - Müller mit ihren Kindern Maya und Lena. Nach der Schule um 11:00 Uhr regnet es immer noch und was kann man besser machen mit einem verregneten Tag, als ein paar Meilen in die richtige Richtung? Ziel ist die Caleta Brednock, Im Zickzack durch die Kanäle. Jegliche Theorie von Windrichtungen relativiert sich auf folgende: Kanäle von Süd, über West, nach Nord haben IMMER Gegenwind bei den vorherrschenden Winden. Mit uns heute ein blaues Fischerboot. Eines der wenigen Fischerboote, die wir überhaupt bisher angetroffen haben. "Eigentlich wollte ich schon nach dem Ankerauf-Manöver wieder den Anker fallen lassen", meint Nathalie später am Abend. Doch Wnuk startet durch, 25 Meilen Gegenwind, was soll es. So gesehen hat er ja auch Recht, weil sich an der vorherrschenden Wetterlage wird sich nichts ändern und irgendwann muss man ja mal ankommen. Die ersten fünf Meilen gehen noch, dann schiebt sich eine dicke, schwarze Regenfront über den Berg der Insel Georgina. Ab sofort fahren wir blind. Sicht Null. Wir sind froh das Radar zu haben. Mit Vollgas schaffen wir so grade eben über vier Knoten Geschwindigkeit gegen 25 Knoten Gegenwind. Wir ziehen es vor im Warmen zu bleiben und genießen den Vorteil eines Deckshauses mit Fenstern, Radar, Autopilot und eines Wärmetauschers, sprich Motorheizung. Es ist kuschelig warm und wir sind guter Dinge. Da kommt uns das blaue Fischerboot wieder entgegen, kurz vor der Ecke "Punto de Vuelta", was übersetzt heißt: "Wendepunkt". "Warum kommt der denn zurück? Kaum am Wendepunkkt angekommen wissen wir warum. Die Geschwindigkeit geht auf 3 Knoten zurück, der Wind legt noch mal um 10 Knoten zu. Das Wasser ist weiß. "Hmm! Ich bin ja nicht so der Umkehrer!" Nach einer Meile Höhe laufen, setzte ich das Groß einen Fetzten als Stützsegel. Jetzt nicht mehr im warmen, sondern an der Pinne und wir kämpfen uns mühsam unter Motor mit Vollgas und Segel Richtung Isla Sidney, die uns vom offenen Pazifik trennt. Es klappt, durch fliegendes Wasser schaffen wir es in die Abdeckung, meint die Fallwind Aera, an der wir nun vorsichtig die Küste hochmotoren. Wir finden den Nährstrom und alles wird gut. "Gut, das wir nicht umgekehrt sind, wie das Fischerboot!" Mit fünf Knoten motoren wir NW bis die Einfahrt zum nächsten Kanalstück des Brecknock Kanals querab liegt. Und dann, wir glauben es kaum, können wir fünf Meilen reinsegeln. "Habt ih den Anker geworfen?", fragen die Kinder von unten, als wir endlich, wie geil ist das denn, den Motor mal ausmachen können. Das Wetter spielt nicht mit, es regnet weiter, weiter Squalls und alles was schlecht ist vom Pazifik, doch die Szenerie des Brecknock Kanals wird Meter zu Meter skandalös schön. Nichts was man fotografieren kann, aber abspeichern im Kopf, das geht. Es geht vorbei an Dutzenden von Wasserfällen, skurrilen Höhenzügen aus schwarzem Granit, bewachsen mit leuchtendem grünen Moos und orangen Flechten. Ziemlich schwer zu beschreiben, alles in allem: Elfenland, meint Maya. Recht hat sie. Caleta Brecknock.



  • 21:13:00
  • 22.03.2012
  • 54°32.6875'S, 071°54.6429'W
  • Anchor
  • Caleta Brecknock / Paso Aguirre / Chile
  • Estrecho Magallanes / Chile
  • 11°/1008hpa
  • 20kn, NW
  • -m

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