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Ausgebremst Teil 2

Gedanken zum Gasverbrauch

Wir warten weiter ab. Als wir heute morgen den Kopf aus dem Fenster stecken, begrüßt uns Regen und Wind aus der falschen Richtung, die Front ist da und wir haben zwei Möglichkeiten. Raus aus den Federn, Ölzeug anziehen, Landleinen lösen, Dinghi an Bord nehmen, zwischen den Schauern ein paar Meilen machen, nicht wissend, wann der nächste Squall kommt und dann bei Starkwind erneut ankern, Dinghi ins Wasser lassen, Landleinen legen oder gemütlich im Bett liegen bleiben. Wir entscheiden uns, wer hätte es anders erwartet, für letzteres. So ein Bordtag ist auch nicht zu verachten, draußen schüttet es aus Eimern und statt unseres normalen 2 Stunden Schulprogrammes, sitzen wir um 3 Uhr nachmittags noch immer am Tisch und experimentieren zum Thema Wasser, wie passend. Aus dem Backofen kommt der Geruch frischgebackenen Brotes, Yoghurt fermentiert unter dicken Decken in der Vorpiek und frische Mungobohnensprossen sind auch aufgesetzt. Bordalltag in der Einsamkeit Patagoniens, in der es keinen Supermarkt gibt.

Doch leider ist nicht alles so leicht zu lagern oder herzustellen wie Milchpulver und Vollkornmehl. Die Brennstoffe sind das größte Problem. Jahrelang haben wir während unserer ersten Reise die Vorzüge von Kerosin in den Himmel gelobt. Für 6 Monate waren wir unabhängig, brauchten keine Adapter, keinen Gasmann, keine Füllstationen, keine besonderen Flaschen. Ein paar Plastikkanister in der Bilge haben frisches Brot und warme Suppe für Monate gesichert. Jetzt haben wir einen Gasherd und zwei Flaschen, 12kg und 9kg, nicht gerade wenig und dennoch entströmte heute das letzte bisschen Gas aus der kleineren Flasche. Knapp vier Wochen hat sie gehalten. Sprich, in 5 Wochen wird die große leer sein. Und jetzt? Damit ist die Strecke in einem nach Valdivia wohl gelaufen, in 5 Wochen schaffen wir das nicht, wollen wir auch nicht. Und die Vorstellung, dass uns in diesen Breiten das Gas für warmes Essen ausgeht ist unvorstellbar. Also doch der Umweg nach Puerto Natales, den wir eigentlich vermeiden wollten. Die Option nicht mehr zu backen und nur noch Schnellkochtopfgerichte zu kochen wird von der gesamten Crew einstimmig abgelehnt. Ganz erklären können wir es uns nicht, warum die Gasflaschen auf einmal eine kürzere Lebensdauer haben, am erhöhten Konsum kann es eigentlich nicht liegen, das Gas scheint auch nicht schlechter zu brennen, als in den Tropen, ob es an der Temperatur liegt? Ein Leck haben wir nun mehrfach überprüft und ausgeschlossen. Also doch lieber zurück zu Kerosinherd und Bertschibrennern aus der Schweiz? Nein danke. Schon bei der Vorstellung für die Zubereitung einer Tasse Tee 15 Minuten zu benötigen, sträuben sich mir die Nackenhaare. Dann lieber den Umweg nach Natales. Da gibt es auch Diesel und frisches Obst und Gemüse. Der Ankerplatz soll rollig und schlecht sein, das ist gut, so besteht wenigstens keine Gefahr kleben zu bleiben.



  • 20:11:00
  • 15.03.2012
  • 54°53.4160'S, 070°27.5329'W
  • Landline
  • Caleta Laguna / Canal O’Brien / Chile
  • Canal Brednock / Chile
  • 10°
  • 10kn,W/NW
  • 0m

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