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Altweibersommer

Johann braucht Liebe

Johann, unser Diesel, ist sträflich vernachlässigt worden in den letzten Wochen. Wir haben zwar nicht mit Futter gegeizt und die Lady mit soviel Diesel wie nie zuvor beladen, doch einen ganzen Tag Skipperliebe hat er lange nicht mehr abbekommen. Wie auch, bei so vielen Frauen an Bord. Doch heute ist es mal wieder soweit, die Messinstrumente spielen seit unserer Felsenbekanntschaft im Seno Pia verrückt, die Batterien laden nicht mehr ordentlich, die Welle macht ein komisches Geräusch und ein Ölwechsel ist eh fällig. Dass so eine Großbaustelle nicht mit Crew unter 12 Jahren an Bord möglich ist, insbesondere, wenn der Motor unter den Bodenbrettern versteckt ist, versteht sich von selbst und daher fällt mir die angenehme Aufgabe zu, eben selbige Crew an Land zu bespaßen. Bei gefühlten 25 Grad und strahlendblauem Himmel im wahrsten Sinne des Wortes ein Kinderspiel.

Wir packen unsere Siebensachen nebst einem Eimer Wäsche und lassen uns an Land fahren. Wäschewaschen im Bach ist zuerst angesagt, hier muss jeder Sonnenstrahl zum Wäschetrocknen ausgenutzt werden, wer weiß, wann wir die nächste Gelegenheit bekommen. Thermounterwäsche, Socken und Fleecepullis wandern erst in den Bach, danach in die Bäume und Sträucher zum Trocknen, am besten gefällt uns der Sockenbaum, sieht schon fast nach Osterdekoration aus. A apropos, wann ist denn eigentlich Ostern, geben unsere Bordkalender nicht her das Datum, nicht, dass wir den Hasen verpassen.

Nach der Wäsche ziehen wir los in die Berge. Die Gegend um die Bahia Tres Brazos ist ein Paradies zum Wandern. Querfeldein spazieren wir von Hügel zu Hügel, von einem Gipfel zum nächsten, genießen immer neue Ausblicke auf die Lady, auf die vielen Seen und Bäche, die das Gebiet durchziehen und schließlich, an unserem höchsten Punkt, den Blick auf den Beagle Kanal, die Gletscher, die Darwin Kordillere und ihre schneebedeckten Gipfel. Auf einem sonnengewärmten Felsen hoch oben schmeckt das Picknick aus Crackern, Pate und Äpfeln besonders gut. Das Wasser im Beaglekanal ist spiegelglatt. Kurz durchzuckt mich der Gedanke, dass wir bei diesem Wetter natürlich auch gut ein paar Meilen Richtung Valdivia hätten machen können. Aber dafür hätten wir diesen wunderschönen Spätsommertag verpasst, man kann nicht alles haben. Auf dem Rückweg durch die Bergwelt halten wir mal wieder die Augen auf, um Calafate zu finden, eine Beerenart, die nur hier unten in Patagonien wächst und die wir in der Caleta Olla erfolgreich zu ca. 50 ml Marmelade verkocht haben. Und die war so lecker, dass uns nach mehr gelüstet, doch bisher haben wir kein Glück gehabt bei der Suche. Spätsommer ist Beerenzeit, die Sträucher und Büsche hängen voll, doch die begehrte Calafate ist nicht dabei. Man sagt, wer einmal Calafate gegessen hat, kommt zurück nach Patagonien.

Zurück an unserem Bach mit dem Sockenbaum ziehe ich Schuhe und Socken, die Kinder die gesamten Klamotten aus. Mit Begeisterung plantschen sie im klaren Gebirgswasser, mir reicht das eiskalte Fußbad. Kurze Zeit später kommt auch Micha dazu, mit zwei kalten Bier im Kapuzenpulli und guten Nachrichten. Kabelschuhe waren mal wieder die Wurzel allen Übels, die Systeme funktionieren wieder, Johann hat neues Öl und Zuspruch bekommen, der Schlag auf den Felsen keine nennenswerten Schäden außer einem Kratzer im Antifouling verursacht. Wir sind also wieder startklar, nur blöd, dass für morgen eine Front erwartet wird, da bleiben wir wohl noch ein bisschen hier, in der Caleta Julia. Wer könnte da etwas gegen haben?






  • 20:10:00
  • 13.03.2012
  • 54°54.6491'S, 069°47.1159'W
  • -
  • Caleta Julia / Canal Noroeste / Chile
  • Canal O’Brien / Chile
  • 10°
  • 0kn,VAR
  • 0m

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