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Geschichten die das Leben schreibt

Der Skipper wieder in Flensburg

Es war eigentlich nur Vorbesprechung zur Magen- und Darmspiegelung bei Dr. Nolde. „Dann gehen Sie noch mal hinten durch, da wird man ihnen noch mal Blut abnehmen. Ansonsten sehen wir uns bitte wie besprochen am nächsten Mittwoch.“ Mein dicker Segelfreund C. aus D. ist vor einem halben Jahr an Krebs Darm erkrankt. E. aus F. bekam ALS. C’s OP war schrecklich, der Krebs war selten und die Chancen waren unklar. Frau, zwei Kinder, glücklich. Bisher. Jetzt unglücklich. Das hat mich echt geschockt. Deshalb mal besser Vorsorge. „Gut Herr Dr. Nolde. Dann hoffen wir mal, dass alles gut ist und sie nächste Woche nicht viele Polypen finden.“ Ich wieder auf’s Fahrrad. Es nieselt leicht. Ein typischer Flensburger Tag.

Nur drei Stunden später verändert sich mein Leben innerhalb von Sekunden. „Drei unbeantwortete Anrufe!“ Das Display des iPhones blinkt. Ich rufe zurück. „Dr. Nolde am Apparat. Herr Wnuk, ihre Blutwerte sind nicht o.k. Sie gehen am besten direkt in die Notaufnahme des Diako Krankenhaus.“ Ich merke das Blut durch meine Halsschlagader rauschen wie ein reißender Wildbach. Es kribbelt unter der Kopfhaut. Mir ist ganz klar in diesem Moment. Mein Leben dreht sich grade um 180°. Einige Stunden später sitze ich im Malteser Krankenhaus, in dem Nathalie, keine zehn Minuten von unserem Zuhause aus weg, jeden Tag ihren Alltag als Ärztin verbringt. Natürlich werde ich als Mann der Fr. Doktor Müller ganz besonders lieb empfangen und behandelt. Aber das ändert nichts an den grauen Wolken über meinem Kopf, die sich langsam und stetig verdichten. Wieder wird mir Blut abgenommen, die Stirn der diensthabenden Ärztin für Innere Medizin legt sich in Falten. „Herr Wnuk, ihre Blutwerte sind nicht gut. Gar nicht gut.“ Ich sehe rote Zahlen auf dem Bildschirm. Viele rote Zahlen, weniger schwarze Zahlen. Eine der Schwestern schiebt Nathalie ein Ultraschallgerät rein: „Komm Nathalie, dass kannst Du schon selber mal machen. Dann hast Du wenigstens was zu tun, dass machst Du doch jeden Tag und es lenkt Dich ab.“ Weitere Blutwerte fehlen noch, die entscheiden sollen, ob ich nach Hause darf oder direkt im Krankenhaus bleibe. Nathalie Befund ist so lala. Leicht vergrößerte Milz. Nix im normalen Bereich. Die Blutwerte stehen in rot auf dem Bildschirm.

Natürlich habe ich auch etwas gemerkt. Müde und schlapp habe ich mich gefühlt in den letzten Tagen, Wochen. Ständig bin ich überall eingeschlafen. Beim Warten vom CT. Einfach so. Im Sitzen. Die Ärzte haben dafür einen Namen: “Blutarmut” (Anämie). Sofort suche ich nach meinem eigenen Fehlverhalten. Rauchen, Übergewicht, Alkohol, falsche Ernährung. Aber das alles habe ich im Griff. Vielleicht ein bisschen viel die Ankunft in Horta gefeiert. Aber das kann ja nicht der Grund sein.

Die Nacht verbringe ich in der Klinik. Ein Tropf mit Salzlösung sorgt dafür dass ich genügend Flüssigkeit zu mir nehme. Am nächsten Tag soll es weiter gehen und eine Knochenmarksprobe wird die unumgängliche Wahrheit über meine Krankheit ans Tageslicht bringen. Das erscheint mir im Moment nicht der richtige Content für diesen Blog. Was hinter den Türen des Krankenhaus in der nächsten Zeit passiert, will kein Gesunder hautnah mitbekommen. So ist die Wahrheit. Ich bin dann mal weg. Weil – Es ist meine Krankheit.




  • 15:49:00
  • 16.07.2016
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