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Entspannte Viersamkeit

Ich freue mich auf die Azoren

Seit dem Bergfest geht es wirklich schräg zu auf der MARLIN. Wir alle sehen uns nicht ganz so viel. Einer ist immer am Schlafen und holt seine Nachtwache nach. In der Nacht: Einzelwachen. Sechs, Neun und Drei Uhr. Ich bin Springer und darf dafür von sechs Uhr an drei Stunden. Oft stehe ich in der Küche. Schräg macht der Kurs das Leben und eben nicht abends in der Marina und am Ankerplatz, sondern auch nachts schräg, am Wind, in der Koje und auf Toiletten. Die Stimmung ist trotzdem gut. Die Manöver manchmal etwas laut und deutlich, wenn der Wind so laut ist und der Skipper ungeduldig klare Kommandos gibt. Aber man verzeiht mir dann, wenn ich trotz schrägem Leben unter Segeln immer wieder die Schalen mit warmen Essen zaubere. Tja. Bisschen Manipulation muss eben sein. Dafür darf ich nachts immer zur Stelle sein wenn was nicht klappt. Schäden? Kein neuer Bruch. Reparatur am Baum hält. Fisch gefangen? Leider nicht. Kühlschrank leer.

Durch den permanenten Gegenwind gehen alle Zeitpläne in die Hose, sprich, wir haben Verspätung. „Flight CR18, Bermudas – Horta, Delay“, steht an der Tafel des Flughafens Horta. Gut das keine Anschlussflüge geplant sind. So sind alle entspannt. Das ist jetzt höhere Gewalt. Da kann man nichts machen, außer hinnehmen, das Schicksal will es so. Andere Crews legen den Gashebel ihres Gefährts auf den Pult. Wir erst, wenn die Nadel unter drei Knoten fällt. Aber das macht die MARLIN eigentlich immer. Und so werden aus 378 Meilen bis Horta, wahrscheinlich mit Wenden 580 Meilen. Aber ganz ohne Motor? Das sehe ich auch noch nicht.

“Segeln ist Passion!“, versuche ich Gabi das Leben unter Segeln zu erklären. Gabi schaut mich verständnislos an, antwortet mit einem Witz aus ihrer Kölschen Trickkiste. Gut das ich nicht Gabis Gedanken lesen kann. Sie muss bestimmt denken, dass ich eine ganz schöne Meise unter dem Schädel habe. Manchmal denke ich, wir mögen uns, manchmal denke ich: Die findet mich total blöd. Interessant. Das gemeinsame Leben von Ulli, Michi, Gabi und mir findet im Pilot Haus statt. Das ist definitiv der beste Platz der MARLIN. Schatten, Wärme, Schutz vor Wind und Welle gebend, ist es unser aller Lieblingsplatz. Es mag ja Skipper geben, die ihre Mannschaft bei Regen im Cockpit sitzen lassen. Ich gehöre nicht dazu. Bei mir muss keiner frieren und keiner im Regen am Rad stehen. Der Autopilot ist dazu da das Schiff zu steuern, wenn es draußen ungemütlich ist. Dann heißt es: Tür zu! Eine kleine Remote Control-Einheit ändert den Kurs auf Bedarf. Auch auf die Azoren haben wir uns zwischenzeitlich vorbereitet. Die Fehlkonstruktion der Heizungsanlage, die sich 2014 in Flensburg und Spitzbergen herausgestellt hatte, hat Michi, nach meinen Vorgaben gefixt. Und es funktioniert. Jeder Heizkörper kann jetzt einzeln eingestellt werden. Jetzt müssen wir nur noch ein bisschen Winter haben zum ausprobieren. Vielleicht doch Flensburg? Kalt genug ist es da ja.




  • 21:00:00
  • 26.06.2016
  • 38°10.6890'N, 037°30.1890’W
  • 30°/ 5.4kn
  • Nordatlantik
  • Azoren
  • 20°C
  • 11kn/102°
  • 2m

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