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Kaputt, kaputt, kaput

Kaputt, kaputt, kaput

21:05 Ich kann dieses Wort schon nicht mehr hoeren. Von anderen Booten nicht, von uns selber nicht. So langsam aehnelt Fahrtensegeln eher einer Materialschlacht als Leben unter Segeln. Nur schoen zu wissen, dass irgendwann in der Erinnerung die negativen Erlebnisse verblassen und die positven Erlebnisse erhalten bleiben. Ja. Es dreht sich hier auf der suedlichen Erdhalbkugel alles andere herum. Dies scheint vielen Dingen an Bord nicht geheuer zu sein oder zu Ausfallerscheinungen zu fuehren. Nur gut, dass wir unser Logbuch haben, wo man sich bedenkenlos ausheulen kann.

Bordrechner Nr.3 hat heute seinen Dienst quittiert. Nicht mit einem Virus, einer Festplattenfehlfunktion, nein, er startet einfach nicht mehr. So aus dem heiteren Himmel heraus. Ersatzbordrechner Nr.2 hat dieselbe Fehlfunktion nachdem wir ihn an ein anderes Boot in Colon verliehen hatten. Zurueckbekommen haben wir ihn mit den Worten: >>Vielen Dank fuer eure Hilfe!<< Als wir ihn Wochen spater, also vor ein paar Tagen angeschlossen haben, sagte er auch keinen Pieps mehr. Nr.1 ist ein alter Dosenrechner mit astronomischen Tafel fuer den Fall, dass die Amis die GPS Satelliten abschalten und alles ander platt ist, da laeuft noch nicht einmal Windows drauf. Eine stiller Spender hat uns vor Monaten Nr.4 zukommen lassen, der jetzt die Vorherrschaft und Alleinmacht uebernommen hat. Hoert sich edel an, ist aber groesstenteils nur Elektronikschrott, zwar nicht so Nr.4, aber auf einem Bein steht sich schlecht. Aber das kennen wir ja schon und dran aendern koennen wir eh nichts. Also denn.

Was kann es sein, fragt sich der liebe Leser und das Logbuch, was ja nun beides stark von diesen kleinen elekronischen Wundern abhaengt. Nun es ist relativ einfach. Es ist die tropische Hitze, die Feuchtigkeit und vor allen Dingen Schimmel in seiner ureigensten Form und bei diesem Wetter einfach unvermeidbar. Das macht aus Leiterplatten eher biologische Mutterboeden und irgendwann eben nichts mehr. Nun koennen wir nur alle Hoffnung auf Nr.4 setzen.

Immer noch dreht sich der Rum bei Eingiessen ins Glas rechts herum und nicht links herum. Oder war es andersherum? Unser Barograph hat sich bei der Aequatortaufe dann auch verabschiedet. Er laeuft jetzt mit 10facher Geschwindigkeit und die einzige Moeglichkeit seinen immensen Spezialpapierverbrauch zu stoppen war ihm die Batterien zu entfernen. Ob das auch an der geaenderten Erddrehung liegt? Ich habe es als Punkt 176 aus die ToDoListe fuer oder besser gegen Kaputt gesetzt und bei 5 Grad Sued werden die Batterien wieder eingesetzt. Vielleicht hilft es ja. Die nette deutsche Firma hat keinerlei Dokumentation zur Fehlersuche dazugeliefert, ausser das man die Batterien ersetzten soll und das Gehaeuse vorsorglich vernietet, so dass eine Reparatur nur ueber Einschicken passieren kann. Nicht gerade ein tolles Gefuehl ohne Barographen in den Pazifik einzulaufen, aber vielleicht passiert ja noch ein Wunder.

Natale hat heute einen wunderschoenen Tag verbracht. Mit dem Pferd hoch zum Vulkan. Wundervolle Photos hat sie gemacht, jetzt kann sie kaum noch laufen und ihr Hintern tut ihr weh. Ich habe das dann gleich mal sein lassen und meinen Ischias verschont. Das fehlt mir jetzt gerade noch. Eingeklemmter Nerv vor der Pazifikpassage. Spuel- und Putzdienst, suchen, suchen, suchen vornehmlich Ersatzteile die man irgendwann mal sicher verstaut hat, und finden, danach wieder alles einraeumen und anderen Seglen bei ihren elektronischen Kommunikationsproblemen helfen, fuellte dann auch mein Tag. Wolfgang von der INOUK rettete Nr.3 vor der Versenkung auf den Galapagos, indem seine Frau mir Steaks auf einem goldenen Teller praesentierte, er mich wieder aufbaute mit den Worten: >>Es ist doch alles gar nicht so schlimm. Sei froh dass Du keinen Wassermacher hast.<< und wir leerten zum Trost ein paar seiner Biervorraete.

Der Ankerplatz fuellte sich dann ploetzlich. Inzwischen liegen hier 10 Segler aller Nationalitaeten auf dem Weg in den Sueden. Jeder mit seiner eigenen ToDoListe, mit seiner eigenen Welt und seinen eigenen Problemen. >>Just another day in fucking paradise!<<, war der beeindruckenste Spruch des Tages, den ich vernahm, wenn Segler dann manchmal alles leid sind. Wenn nicht alles Gold ist was glaenzt, was ist dann Fahrtensegeln? Uhihuhi... The show must go on, einen Rueckweg gibt es eh nicht mehr und Nr.3 schweigt. Aber dann klopft man sich auf die Schulter, erzaehlt sich eine Story aus dem taeglichen Abenteuerleben. Bald sind wir alle wieder alleine, mit der See und uns und der Hoffnung das der Wind nicht zu viel und nicht zu wenig wird...



  • 21:05
  • 19.03.2003
  • 00°57.96S, 090°57.71'W
  • Isla Isabelle / Galapagos
  • 25°C
  • SE -
  • -

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