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Bargeld lacht

Bargeld lacht

14:35 Suedsee, 2. Lektion. Als Europaeer kann man sich kaum vorstellen, ohne Bargeld in den Taschen zu reisen. Wenn man aber aus einem Land kommt, in dem selbst ein Kaffee mit der Kreditkarte bezahlen kann, sieht das schon anders aus. Dementsprechend reist ein amerikanisches Paerchen mit einem fast 20 Meter Schooner und einem Blumenstrauss Kreditkarten in die Suedsee. Natuerlich will man nicht die ueberlaufenen Marquesas sehen, sondern fernab der Autobahn ueber die Gambier, Tuamotus, langsam Richtung Tahiti gehen.
Der erste Schreck ueber die Preise erfolgt hier in Magareva, ganz normal. Doch der zweite Schreck: Es gibt keine Bank. Die Post tauscht Bargeld, am liebsten Euro, aber Kreditkarten sind hier nichts weiter als ein wertloses Stueck Plastik. Naechste ATM-machine: Tahiti. Ein Blick in die Bordkasse foerdert 20 Dollar zu Tage, das reicht zum Einklarieren, 1000 Liter Wasser, 10 Eier und vier Bier fuer den Frust. Aus der Traum vom langsamen Bummeln von Motu zu Motu. Das Dorf wundert sich, so ein Riesenkahn, und kein Pfennig Geld, kopfschuettelnd beobachten die Einheimischen, wie der Schooner nach 4 Tagen ankerauf faehrt. Richtung Tahiti.

Doch uns geht es gut, wir haben vorgesorgt, unsere Francs schon eingetauscht und liegen zur Zeit vor Buganker am Pier um Wasser zu tanken. Der Tag vergeht wie im Flug, bergeweise Waesche muessen gewaschen werden, das Schiff saubergemacht werden. Gleichzeitig kommen staendig andere Segler vorbei, staendig wird hier und dort gequatscht. Wir geniessen die Zeit, die Kommunikation mit anderen Menschen nach so langer Zeit auf See.

Gestern abend wurden wir von seltsamen Klaengen an Land gelockt, ein monotoner Trommmelrhythmus. Nach einigem Raetseln ueber Aussehen und Beschaffenheit der Trommeln, setzen wir uns ins Dinghi und fahren Richtung Sporthalle, von wo die Musik zu kommen scheint. Das Dorf uebt fuer die Tanzwettbewerber zum 14.Juli in Papeete. Jede Insel, jedes Dorf in franzoesisch Polynesien sendet anlaesslich des Feiertages Tanz- und Musikgruppen in die Hauptstadt. Noch 11 Wochen bis zum Stichtag, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Fast 50 Maenner und Frauen tanzen zu der droehnenden, schnellen Perkussion, die von dicken Polynesiern auf Basstrommeln, leeren Blechdosen und ausgehoehlten Baumstaemmen gespielt wird. Der Rhythmus geht direkt uns Blut, in die Beine, die Taenzer deuten in ihren Bewegungen alte Traditionen wie Fische speeren, Netze knuepfen und anderes an. Auf der Tribuene sitzt ein Haeufchen Segler mit grossen Augen.

Es gaebe noch soviel mehr zu erzaehlen, aber fuer heute soll es gut sein. Noch eines, haben heute morgen gehoert, dass die Seglerautobahn auf die Marquesas schon fast gesperrt ist. Hiva Oa, meist erster Anlaufhafen fuer Yachten ist ueberfuellt, kein Zentimeter Platz mehr in der Bucht. In Zahlen heisst das sicherlich bis zu hundert Yachten. Und hier? Die letzte Zaehlung ergab 15. Gute Entscheidung, hierher zu fahren...



  • 14:35
  • 30.04.2003
  • 23°06.93S, 134°58.05'W
  • Mangareva/Gambier
  • -
  • 30°C
  • NE 2-3
  • -

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