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Penang

Penang

Nach tagelangen Diskussionen darueber, wie wir denn nun am einfachsten und billigsten nach Penang kommen, um Freunde zu besuchen und Mayas endgueltigen Pass abzuholen, ist uns eingefallen: Wir haben doch ein Segelboot. Ganz vergessen. Jetzt haben wir die letzten Monate so bequem immer wieder in Marinas gelegen, hatten zeitweise sogar Autos und natuerlich Telefon, da ist uns fast entfallen, dass die Lady ja auch ein Mobil ist. Keine Diskussion mehr ueber Faehre, Bus, Flieger und Hotels. Wás sollen wir in einem schrecklich lauten Hotelzimmer mit Rehgipswaenden, Sprungfedermatraze und Nescafe zum Fruehstueck, wenn wir doch unser Haus mitnehmen koennen.
Ich glaube, wir kriegen so langsam wieder die Segelkurve, wurde auch Zeit. Unser erster Nachttrip mit Maya steht ja noch aus, warum nicht heute.

Anker auf, Schlamm von der Kette waschen und Good-bye Langkawi. Das Meer belohnt uns mit 3-4 Knoten von achtern, der neue Blister zieht die Lady Richtung Sueden und uns geht es einfach nur gut. Haben wir das verdient? Wahrscheinlich.

Natale hat mich drei Stunden, nein sogar vier Stunden schlafen lassen. Das Projekt, segeln mit Kind, Vorbereitungen zur Indicbezwingung nimmt weiter Formen an. Nach traumhaften Blistersegeln, mit Rotwein und Maja an ihrem Lieblingsspielzeug, der Anderson 28er Winsch, gibt es Gewitter mit Regen aus Eimern, dicken Regenwolken und dem Gefuehl, das alle Segler haben, wenn sie zum Sundowner genau in so ein dickes Ungetuem hineinsegeln muessen. Hmm.

>>Trau ich mich oder trau ich mich nicht.<< Das Spiel mit dem Blister ist wahnsinning schoen. Den Stern fliegend am Halliard zu fahren oder nen bisschen am Wind und mit durchgesetztem Vorlieg. Hmm. Das macht enormen Spass, die LADY pflutscht nur so bis Rumpfgeschwindigkeit und das ganze erinnert an Paragliding, zumindest stelle ich es mir so vor. Der Nervenkitzel ist auch da. Nix Rollerfurling, die 100qm 2.2 oz Segeltuch sind prima zu haendeln, hatten es vielleicht doch 130qm sein sollen, wie der Segelmacher meinte? Egal. Der Wind nimmt zu, eine Boee faellt ein, die Schoten stehen wie Geigensaiten und mir fangen an die Knie zu flattern. Natale kann genau eine Winsch bedienen, ansonsten das Kind. Da will jeder Schritt durchdacht sein, aber nix da, keine Zeit, es frischt auf. >>Das Tuch muss dringend runter<<, aber eben nicht unters Boot oder um den Mast, nein in die bunte Tuete da, denke ich mir. Das Holeseil des Strumpgfes vertoernt sich um eine Schot. Ich schon wieder keine Handschuhe an. Jetzt sollte mich ma einer filmen, auf dem Deck da tanzt ein Baer ;-) Irgendwann rutscht das Tuch in den Sack... Uff.

Aber inzwischen leuchten 4 Meilen vor der Lady die Lichter von Georgetown auf Penang. Die Squalls sind vergessen, den Blister wuerde ich am liebsten direkt wieder auspacken und weitersegeln, es duftet nach Heimat, nach Mayas Zwangsgeburtsort. Fuer Natale heisst das, Verproviantieren mit Verpackungen lesen koennen (keine Thainudelschrift) fuer mich Ersatzteile und jede Menge Oel, Alkohol und Kerosin, nicht suchen zu muessen, sondern einfach an einem Tag alles zu bekommen.

An der Spitze der Stadt soll es die neue Marina geben, noch nicht geoeffnet, aber die Stege sind schon da, mitten in der Stadt, dass reizt natuerlich. Schnell rein, festmachen, nix verstehen und nix zahlen, weil noch kein Office da. Da mach ich mich jetzt mal auf die Suche in der Karte, wo das Ding denn nu ist.



  • 14:40
  • 24.10.2005
  • 06°08.56'N, 099°42.92E
  • Langkawi/Malaysia
  • Penang
  • 30°C
  • 3 NW
  • 0,5

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