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Klinik unter Palmen

Klinik unter Palmen

22:01 Interdisziplinaere Zusammenarbeit war heute gefragt, im Paradies. Denn Mana hat Zahnschmerzen. Nicht erst seit gestern, sondern seit ueber einem Jahr, links oben. Ein Blick mit dem Dentistenspiegel sagt alles. Von dem Zahn ist nicht mehr als nur die Huelle uebrig, alles uebrige ist ein gaehnendes schwarzes Loch.
So ganz verstehen wir das polynesische Gesundheitssystem nicht, denn fast alle Leistungen scheinen umsonst zu sein, nur jegliche Zahnbehandlung muessen die Leute selbst bezahlen. 80 Euro Zahn ziehen, 150 Euro eine Fuellung, von inlays und Kronen redet schon niemand. Zusaetzlich kommen die Flugkosten nach Tahiti, wo der naechste Zahnarzt sitzt, noch mal ueber 300 Euro. Der normale Verdienst der Fischer auf den Tuamotus ist jedenfalls nicht hoch genug, um wegen jedes kleinen Loechleins in die Grosstadt zu fliegen und so wir gewartet, bis Wurzelbehandlung und Kronen faellig waeren. Letzter Ausweg des kleinen Geldbeutels ist dann der gezogene Zahn. Fuer unsere Verhaeltnisse kaum begreiflich, ist doch die Praxis um die Ecke und nur die Angst vorm Doktor mit dem Bohrer ein Hindernis. Hier draussen fallen einem immer wieder die laechelnden Menschen mit der ein oder anderen Zahnluecke auf.

Mana hat also Zahnschmerzen und einen fast hohlen Zahn. Mit der Zange in der Hand geht er hausieren auf den Booten und sucht jemanden, der ihn von seinem Uebel befreit. Und wie es der Zufall will, befinden sich zur Zeit mehr Aerzte auf dem Ankerplatz, als Einwohner auf der Insel. Ich, Bengt, der daenische Tierarzt und Robin, die amerikanische Narkoseaerztin. International, interdiziplinaer stecken wir unsere Koepfe zusammen, begutachten ein letztes Mal Manas Zahnruine und beschliessen, die Klinik unter Palmen zu eroeffnen. Mir faellt Gott sei Dank nur die Rolle der Organisatorin und Helferin zu, waehrend Robin die Spritze und Bengt die Zange ansetzt. Zaungaeste sind natuerlich reichlich vorhanden, die energisch verscheucht werden muessen. Alles geht gut, irgendwann ist der Zahn komplett und mit Wurzel gezogen und Mana lacht wieder. Auch spaeter keine Schmerzen, so gross ist die Erleichterung. Wir zivilisationsgewoehnten Menschen haben natuerlich ein schlechtes Gewissen, doch hier weit weg von jeglicher medizinischer Versorgung ist dieses Vorgehen normal.

Auch auf den Gambier gab es keinen Zahnarzt, der kam einmal im Jahr, zwischendurch gab es nur einen, der Zaehnen zog, fuer 80 Euro.






  • 22:01
  • 01.07.2003
  • 15°48.23, 146°09.07'W
  • Toau
  • 27°C
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