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Unter Geiern

Unter Geiern

14:44 Hatte ja eigentlich gehofft, dass Natale einen kleinen Bericht ueber unseren Landfall geschrieben hat. Sie hat aber lieber Fruehstueck gemacht, was ja auch viel wichtiger ist nach so einer Nachtwachennacht... Auf jeden Fall haben wir so gegen ein Uhr den Anker geschmissen bevor wir ein Loch in die Kueste von San Nicolau gefahren haetten. Nicht auszudenken, was passiert waere, wenn weltweit alle Karten um ein Wrack ergaenzt werden muessten. Kostet doch ein Schweinegeld so etwas.

Natale hat kaum den Anker fest, da haenge ich auch schon gierig und wie mich Gott geschaffen hat plus Taucherbrille im Wasser. Himmel! Endlich mal wieder klares Wasser. 40 Meter Sicht. Alle Viere von mir gestreckt liege ich an der Oberflaeche und schau mir das bunte Treiben fuenf Meter unter mir an. All die Fische, die man ja schon so kennt und dieses fuerchterlich tuerkise Wasser... Die Seejungfrau an meiner Seite ist dann doch Natale und ich zeige ihr meine Entdeckung: Keine fuenf Meter von der Lady liegt schlafend ein monstroeser Grauhai mit zweieinhalb Meter Laenge. Aber Natale bleibt cool, ich verwundert, dass sie nicht sofort aus dem Wasser will. Vielleicht doch eine Blutsverwandte von meinem Freund Jaques ?X? Oder verhinderte Meeresbiologin. Die Zeit wird's zeigen. Ich, auf jeden Fall wollte eigentlich wieder aufs Boot. Typisch Mann, wenn es um das gute Teil geht ;-)

03:38 Wann fuehlt man reinsten Hass zu seinem Segelpartner? Bei der Wachabloesung morgens um 3, wenn man gerade von mindestens 4 kg frischem Rinderfilet und einem guten italienischem Restaurant in einem Duesseldorfer Vorort getraeumt hat. >>Aufstehen, Deine Wache<<, was hasse ich diesen Satz und ausserdem bin ich endlich meine Seekrankheit wieder los. Aber es ist ja auch gar keine Seekrankheit, sondern das Problem, dass man sich immer von allen anderen Seglern verabschieden muss, die man am Ankerplatz kennengelernt hat. Das ist dann ja doch meist wieder etwas feucht und der Magen zeigt einem dann halt den Stinkefinger.

Gut, Capitana, ich liebe Dich trotzdem, dass Du jetzt in meinem verschwitzten Bettzeug, meine Traeume weitertraumen darfst und ich wieder anfangen muss, diese Abertausende von Millionen Sterne zu zaehlen.

Im Moment ist mir alles egal. So lange Daisy (unsere Windselbststeueranlage) laeuft, ein Hauch Wind blaest und uns in einigen Stunden das schoenste Segelerlebnis schenkt: >>Land in Sicht! Glasperlen raussuchen, Taschen mit Bonbons zustopfen, damit die Kinder einem gut gesinnt sind und nicht den Aussenborder mit Sand auffuellen, wie in Boa Vista geschehen !X?<< Stunden hat mich das gekostet, den Sand wieder rauszubekommen. Aber egal, wen interessiert das schon. Biester die. Und dann gucken einen diese Schokoladenaugen an und einem schmilzt wieder das Herz. So ist das im Leben.

00:26 Der Wind ist schwaecher geworden und hat ein bisschen weiter oestlich gedreht, kommt jetzt leider sehr achterlich. Bloed, so ohne Genua, gerade bei diesem schwachen Wind, tuckert die Lady nur noch vor sich hin. Aber wir wollten ja nicht so frueh ankommen und die Nacht ist noch lang.

Wird mich mal raussetzen und gucken, was Micha da vorhin wieder fuer seltsame Lichtspiele im Wasser gesehen hat.



  • 03:38
  • 17.09.2001
  • 16°22.74'N, 023°51.17'W
  • Atlantik/Cabo Verde
  • San Nicolau/Cabo Verde
  • 26°C
  • 2-3 ENE
  • 1,5

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