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Fast wie Urlaub in Italien

Hat ja doch recht gut gepustet auf der Hinfahrt. Schon mal nen Vorgeschmack auf den Trip nach Madagaskar. Schotten dicht und dann geht das. Die Lady macht das schon.

Am Morgen regnet es in den Niedergang, eine graue Front zieht durch. Rechts und links neben uns Boote. Da muss man sogar auf der Toilette erst mal schauen, ob dass andere Bullauge vom Nachbarboot nicht auch gerade benutzt wird. So was kennen wir ja fast gar nicht mehr. Um 11 Uhr hat alles ein Ende. Alle weg, wir alleine in der Ecke des Hafenbeckens.

Mit Regenschirm geht es los. Erste Eindr├╝cke sammeln. Es nieselt, hunderte von italienischen Touristen auf Drahteseln k├Ąmpfen sich etwas ungelenk ├╝ber die ebenerdige Strasse. Wenige Autos, die wenigen rasen dann aber daf├╝r um so mehr. Klar, mit Maya dauern die 500 Meter bis zum Supermarkt gut eine Stunde. Gibt ja auch so viel zu sehen. Und immer wieder und ├╝berall dominiert italienisch. Die einheimischen Drahteselvermieter beherrschen die f├╝r sie fremde Sprache auch ganz gut. Es ist August, ganz Italien ist geschlossen und im Urlaub, hier auf La Digue eine italienische Enklave. Es w├╝rde mich nicht wundern, wenn unseren guten Segelfreunde Carlotta und Horace jetzt mit ihrer kleinen Alize um die Ecke biegen w├╝rden.

F├╝r die 500 Seelen Insel, zwei mal drei Meilen gro├č, ist der Supermarkt besser organisiert als alle anderen die ich in der Hauptstadt Victoris bisher gesehen habe. Dazu sogar g├╝nstiger in vielen Dingen. Gut. Das gef├Ąllt.

Es regnet immer noch, die Rastas fahren im gelben Regencape ihr Gem├╝se auf dem Fahrrad spazieren, die alten Frauen mit den ungeraden Beinen, den Waschweiberkleidern und den typischen Strohh├╝ten stehen an den Stra├čenecken und tratschen. Laub f├Ąllt von den B├Ąumen. Irgendwie kommt Herbstgef├╝hl auf.

Auf dem R├╝ckweg passieren wir einen lokalen Kinderhort. Ich ziehe meine Frauen da rein. Hallo sagen. Natale ziert sich. Drinnen werden wir kurz begr├╝├čt, die blonde Maya ist schnell von schnuckeligen brauen und schwarzen Kindern umringt und eigentlich k├Ânnten wir jetzt gehen. Ist auch kein Problem. Jeder kann hier sein Kind abgeben. 5 Dollar am Tag, 2,5 f├╝r den halben Tag. Natale schaut kritisch auf die 3 ├╝berforderten Kinderm├Ądchen, den laufenden Fernseher in der Mitte des Raums, einem Verehrer von Maya l├Ąuft der Rotz aus der Nase. Ansichtssache. Warum nicht. >>Aber morgen ist Samstag.<< >>Da ist zu.<< >>Ach so, ja dann ist ja gut!<< Da k├Ânnen wir dann noch mal dr├╝ber nachdenken. Ich grinse. Hormongesteuerte Wesen. Aber das sollen wir M├Ąnner ja auch sein. Zwischendurch wieder Regen, die LADY liegt brav in der Ecke des kleinen romantischen Hafens. Unser Leben hat sich gr├╝ndlich ver├Ąndert. Wir wollen schnell nach Europa aber sind um die H├Ąlfte langsamer geworden in unserem Alltag. Stirnrunzelnd frage ich mich selbst wie das gehen soll. Es wird schon alles passieren, wie es passieren soll.






  • 19:42
  • 18.08.2006
  • 04┬░20.85S, 055┬░49.75E
  • La Digue/Seychellen
  • -
  • 27°C
  • 2-3 SE
  • 0

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