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zweite Nacht auf See

23:23 Johann der Daimler ist weiter im Dauertest. Gegen Mittag hab ich ihn mal durchgeschaut, alles o.k. Schnurrt wie nen Kaetzchen. Armer alter Daimler. Und das auf seine Betriebsstunden. 3 mal auf Holz geklopft! Damit das auch so bleibt.

Wetter weiterhin gleichbleibend. Die Flaute kommt jetzt mit 2-4 Knoten aus Ost, was die Aùspuffgase von hinten uebers Cockpit ins Bootsinnere drueckt. Auch nicht gerade die angenehmste Sache der Welt. Durch unsere Kielkuehlung entfaellt zumindestens die sonst uebliche Geraeuschkulisse von Segelbootsdaimlern. Die Geraeuschkulisse ist unheimlich gleichmaessig und total einschlaefernd. Gaehn.

17:31 Proett, proett, proett. Der Diesel tuckert weiterhin gleichmaessig vor sich hin, die Lady schwankt leicht im Schwell, die See ist spiegelglatt und am Himmel ist kein Woelkchen. Bleierne Muedigkeit legt sich bei diesem Rhythmus auch ueber die Crew und immer abwechselnd fallen uns die Augen zu. Proett, proett, proett.
Im Laufe des spaeten Vormittags ist dann endlich Savai hinter dem Horizont verschwunden, ein Knoten Stroemung hilft ein bisschen mit und so frisst die Lady stoisch Meile um Meile um den Malte in Fiji abzuholen, gut macht sie das.
Nach dem aufregenden und stressigem Leben geniessen wir die Ruhe. Lesen, mails beantworten, in den Himmel gucken, alles Beschaeftigungen, zu denen wir in der einen Woche in Apia kaum gekommen sind vor lauter Besorgungen und gesellschaftlicher Verpflichtungen! ;-)
Aber nun ist die Gesellschaft in Apia geblieben, selbst auf dem Funk wird es zum Ende der Saison merklich ruhiger. Irgendwie haben sich ueber den Pazifik hinweg Grueppchen von Seglern mit bestimmten Zeitpunkten und Frequenzen gebildet, je nach Ziel, Alter und Interessen. Erschwerend hinzu kommt sie Zeitverschiebung, die aus unserer alten Fruehstuecksrunde einen Bettfluchttermin gemacht hat. Auch das Pazific Island Net geht in die Sommer- oder Winterpause, so dass wir uns nur noch morgens das Wetter holen und das wars.
Schlimm ist das nicht, denn wir waren in der letzten Zeit eh ein bisschen genervt von dem immer gleichen Gerede ueber Mourings, Wassermacherprobleme und die billigste Bierkneipe. Pause tut Not und die goennen wir uns hier gerade draussen. Proett, proett, proett.

04:48 meine letzte Nachtwache beginnt. Sonnenaufgang. Das macht diese Wache so schoen. Noch sitze ich unten, Natale ist gerade in die Horizontale gehuscht, gluecklich dort hin zu duerfen, schreibe meinen letzten Logbucheintrag und horche Johann beim tuckern zu. Die Welle schwitzt und ruehrt, beim Motoren meint man immer neue Geraeusche zu hoeren wenn der Motor tagelang laeuft. Ich werde nach Sonnenaufgang mal eine Sichtinspekttion bei dem alten Herrn machen und ein paar Tropfen Oel an den wichtigen Stellen fallen lassen.

Der Wind ist inzwischen ganz weg. Das TRANAS Wetter redet von 24 Stunden kompletter Windstille, die anderen Wetterdienste sehen auch nicht besonders besser aus. Schoener Mist. So hatten wir uns das wieder mal nicht vorgestellt. Ohne Termin im Ruecken waeren wir bei den Vorhersagen nicht fuer einen 650 Meilentoern ausgelaufen. Ich hab es ja gleich gesagt, schon auf Rose Island, dass der Wind gerade gut war und wir haetten durchfahren sollen. Aber auf mich hoert ja keiner. Stress macht man sich bekantlich ja immer selbst, also Wnuk hoer auf zu motzen. Aber auch ein bisschen Hoffnung ist da, weil in 48 Stunden der Wind wieder da sein soll. Schwach aber da und aus Ost. Auch nen Trost. Ich frag jetzt mal den ganzen Wetterkram ab. Vielleicht passieren ja noch Wunder.

02:46 Wie angesagt ist der Wind eingeschlafen, so dass unser alter Diesel Johann nun durch die Nacht tuckert. Schoen ist das nicht, aber wir muessen vor dem naechsten Wochenende in Fiji sein. Die Behoerden verlangen saftige overtime Gebuehren, falls man am Wochenende ankommt, ungefaehr 200 Dollar, das muss nicht sein. Und dann kommt auch noch die Datumsgrenze, an der wir gemeinerweise einen Tag verlieren. Fuer unsere Leser bedeutet dass, dass sie auf einmal in die Zukunft blicken koennen und lesen, was uns alles so passieren wird, am 4.10. oder am 10.10., usw. Komisch.






  • 02:46
  • 02.10.2003
  • 13°54.82S, 172°28.69'W
  • Samoa
  • Fiji
  • 25°C
  • SW 1-2
  • 1

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