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Kelimutu

Kelimutu

Ring, um 3 Uhr morgens schrillt der Wecker. Bekloppt sind wir aber auch, wollen unbedingt zum Sonnenaufgang an den beruehmten Kraterseen von Kelimutu sein und die liegen eben 180 Kilometer entfernt. Bekloppt, denken sich auch die Angestellten des Hotels, die uns hinfahren sollen und verschlafen lieber. Irgendwie finden wir jemanden der den Fahrer plus einem zerknirschten Trainee, der den Fuehrer spielen darf, aus den Federn holt. Kaum im Auto angekommen versinken wir wieder in Schlaf, allerdings immer nur kurzfristig, der Weg ist holperig und bei jeder Kurve wird lautstark gehupt.

Die Sonne geht irgendwann vorher auf, zwischen den Berggipfeln und den Reisfeldern und den Bananenstauden. Menschen in Sarongs aus handgewebtem Ikat saeumen sind auf dem Wegrand unterwegs auf ihre Felder, den Markt, das naechste Dorf. Landleben im Morgengrauen, Frauen mit Wassereimern auf den Koepfen, verschlafene Menschen, die sich vor ihren Haeusern recken und muntere Kinder auf dem Weg zur Schule. Dafuer alleine hat sich das fruehe Aufstehen gelohnt.

Viele Stunden spaeter sind wir auf dem Parkplatz des Nationalparks und werden das erste Mal wirklich mit den Auswuechsen des Tourismus konfrontiert. Zu gerne gehen wir auf das Angebot eines alten Mannes einer Tasse Tee ein und zahlen prompt das Dreifache des normalen Preises. Waren es so gewoehnt, nicht vorher fragen zu muessen, ich denke, ab Bali wird sich das wohl endgueltig aendern.

Die Kraterseen sind wunderschoen und faszinierend. Jeder der drei hat gegeben durch Mineralien, Wetter und Temperatur eine andere Farbe. Es gibt einen dunkelbraunen, einen tuerkisefarbenen und einen tiefschwarzen. Dem Glauben nach steigen die Seelen der Verstorbenen nach dem Tod auf und setzen sich in den Seen zur Ruhe. Die Jungen im tuerkisen, die Alten im Braunen und die Boesewichter im Schwarzen. Doch Vorsicht, denn ab und an wechseln die Seen ploetzlich und ohne Vorwarnung die Farbe. Ein wirklich mystischer Ort.

Auf dem Rueckweg stoppen wir den Wagen ein ums andere Mal, um die laendliche Szenerie abzulichten. Bueffel ziehen einen Pflug durchs Reisfeld, Menschen arbeiten auf den Feldern und vor den Haeusern sieht man Frauen Reis sieben und Kakaobohnen zum Trocknen auslegen. Auf den Maerkten gibt es all das lose und frisch zu kaufen, dass man in Deutschland nur in Plastik oder vakuumverpackt bekommt. Saeckeweise Reis, weiss, rot und schwarz, Kaffee, Pfefferkoerner und Bohnen stehen dort, Zimtstangen, die fast einen halben Meter lang sind und natuerlich ueberall die Betelnuss mit Kalk und einer gruenen Schote, die in Kombination gerade von den aelteren Damen genossen werden.

Gegen 3 sind wir voellig geraedert zurueck an Bord und legen die Fuesse hoch. Jacobus kommt in seinem Kanu vorbei, will eigentlich Muscheln verkaufen und geht schliesslich fuer uns Calamares fischen, zwei liegen schon im Spuelstein, dicke Brummer.... Lecker Abendessen...



  • 17:20
  • 17.11.2004
  • 08°23.72S, 122°36.54E
  • Sea World Club/Flores/Indonesia
  • Bali/Indonesien
  • 28°C
  • SE 1
  • -

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