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My first downwinder

Wochenendkitefun

Das Nervende an diesem wunderschönen Sport ist das Aufstehen und das Zubettgehen mit dem Wetterbericht im Rücken. Ist morgen genug Wind? Oder zu viel Wind, aus der falschen Richtung? Mit Gewittern? Passt meine Ausrüstung? Auf dem LUNATRONIC Bordrechner läuft der Windmesser als Windgraph durchgehend mit und zeichnet jede Böe auf. Ein unglaublich praktisches Instrument, eben nicht nur für’s Segeln, sondern auch für Kiten. Man sieht die Entwicklung des Windes als Kurve.

“Tio. Vamos. Esta el viento mas de 16 nudos!“ Schon ganz praktisch wenn man auf den Roques Spanisch spricht. Die Nadel des Windgraph zeichnet deutlich in Richtung der 20 Knoten Hilfslinie. Ich hatte schon die Vorpiek ausgeräumt, um an die Tauchflaschen zu kommen. MARLIN brauch dringend Liebe von unten und eine neue Zinkanode am Propellor. Wegen Kite Wind breche ich die Aktion ab. Ein Kite Downwinder von Cayo Sardenia zurück nach Saky Saky steht auf dem Programm und die „Großen“ nehmen mich „Anfänger“mit. Kann ich da Nein sagen? Nö. Bin natürlich stolz wie Hulle mit den Großen spielen zu dürfen. Ich hab mächtig Respekt vor den vielleicht 2 Meilen. Die Mädels fahren mit dem Dinghy zurück und sind meine Versicherung, wenn mein Kite nicht mehr am Himmel steht.

Der Schirm steht über mir, ich legen mich noch mal rücklings aufs Wasser, lasse mich ein paar Meter ziehen, atme tief ein und hopp’s auf’s Bord. Die Party geht los. Ich bin allein. Es müssen etwa 50 km/h sein, mit dem ich am Wind schifte, bis ich plötzlich nach zwanzig Minuten über das Bord fliege. Die hintere Fußschlaufe hat sich gelöst. Das Problem bekomme ich alleine gelöst. Zwischen den Türkisen Korallenpatches und hellblauen Sandflächen geht es in rasender Geschwindigkeit weiter. Ich habe noch nie so etwas Schönes erlebt. Nur Fliegen ist schöner? Nein. Ich fliege doch. Der Reiz über die Korallenbänke abzuheben, nur mit eine Kante des Bords, mit einer kleinen Finne, ist verdammt groß. Dort wo es braun ist kommen die Korallen bei Niedrigwasser bis an die Wasserkante. 10cm Wassertiefe. Sich hier auf die Fresse zu legen, mit oder ohne Neopren, endet mit vielen Schnitten und Abschürfungen und definitiv im Hospital.

Irgendwann nach einer Stunde taucht Juan neben mir auf. Wir fliegen zusammen an der MARLIN, der THALASSA und an LA NENA vorbei. Angekommen auf Saky Saky. Landebahn. Auch hier ist das Wasser flach. Ich verliere die Konzentration, komme von der geplanten Richtung ab, keine Zeit mehr zu wenden und schon schleift das Board mit mir oben drauf 20m übers Riff. Juan hatte mich vorher gebrieft. Kommst Du auf’s Riff, lehne Dich extrem nach hinten. Halte die Kante vom Bord hoch. Downwind. Nicht ankanten. Und drüber. Geht mir alles blitzartig durch den Kopf. Alles klappt. Es kratzt und schabt unterm Board. Nur 10 Sekunden. Aber ein Schreck jagt durch meinen Körper, dass ich den Kite hinter den Korallen sofort lande, die Sicherung ziehe und durch das knietiefe Wasser zum Strand wate. „Danke. Genug Abenteuer für heute!“

Alle grinsen am Strand. Nun. Ist mir egal. Eine venezolanischen Schönheit drückt mir eine Wasserflasche in die Hand und lächelt mich an. Ich bin Carla… Mein Herz tut nen Knall. Ich schreib mir inzwischen die Namen der netten Latinas auf, damit es nicht zu Verwechslungen kommt. Ich bin Micha.

Es ist Wochenende und die Kite Lehrer der Kite Schule Play geben keinen Unterricht, sondern zeigen in ihrer Freizeit, was sie selber draufhaben. Mit Familie und Kindern sind sie am Strand. Ein 12er GTX CORE Kite wird gar nicht mehr gelandet sondern immer nur weitergegeben. Einzelvorstellungen sozusagen. Immer direkt hinterm Strand. Die jungen Mütter sind elegant, die Kite Lehrer eher wagehalsig. Ab und an gehen die Kunststücke in die Hose und sie landen im seichten Wasser. Unsereins hätte schon gebrochene Gliedmaßen. Es ist so, wie sie eben Salsa tanzen können, die Bewegung im Blut haben, so fliegen sie durch die Luft. Stundenlang sitze ich am Strand und schaue den Artisten zu. Es ist eine andere Welt. Das was die Venezolaner schon vor 20 Jahren auf den Islas Testigos ausgestrahlt haben, dieses kühle, leicht abgehobene, lächelnde Lebensglück, das empfinde und geniesse ich hier wieder.



Mitsegeln auf der MARLIN!

CREW 57 Nike Steiger segelt die MARLIN gegen den Wind ins Paradies
CREW 58-63 MARLIN’s Cubatörns 2019-2020. Sichere Dir Deinen Platz.

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  • 18:00:00
  • 08.06.2019
  • 11°56.0900’N, 066°37.7760’W
  • -°/ -kn
  • Los Roques Venezuela, Cayo Saky Saky
  • Curacao
  • 29°C
  • 18-22kn/E
  • 0,0m

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