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MARLIN in Union Island

Volle Pulle auf die Nase

In den letzten Tagen ist zu viel passiert als das auch nur entlegen an meinen Blog gedacht habe. Kaum sind wir in Union Island angekommen, haben eine Mouring aufgenommen, sind unsere Mitsegler ins Dorf quasi eingefallen. Ich dagegen habe erst einmal eineinhalb Tage mit unseren Fischer Panda „Erika“ und Co-Skipper Jan im heißen Motorraum verbracht. Erika war es immer wieder zu heiß. Es hat einige Zeit gedauert, bis wir die Folge an Problemen lokalisiert hatten. Ein gebrochenes Kabel hat dazu geführt, dass die Johnson Wärmekreislaufpumpe mal lief und eben mal nicht lief. Das sind die schlimmsten, eben nicht reproduzierbaren Probleme. Also haben Jan und ich die Pumpe eben ausgebaut und dabei festgestellt, dass diese aber eben auch noch total hinüber ist. Rumpelt mehr als dass sie pumpt. Ersatz? Nicht vorhanden. „Jan, wir haben noch so eine Pumpe an unserer Webasto-Ersatzheizung. „Aha!“ Aus nicht ganz passend entsteht passend und am nächsten Tag kommt Erika wie der unters Schallschutzhäubchen. Wassermacher, Batterienladen und Waschmaschine gleichzeitig. Erika überlebt den Belastungstest. Mir ist einfach nur heiß in meinem neuen Maschinenraum – T-shirt mit ARC Logo. Für alles gibt es eben eine angesagte Verwendung.

Unsere Mitsegler sind derweilen in den Thai-Style-Strandhütten der lokalen Kite Schule eingezogen. Da ich definitiv keine Zeit have dem Aktivisten Evert, dass Kiten beizubringen, nimmt er in der Kite Schule einen Intensiv Kurs. 3,5 Stunden für 200 $US. Na. Mir passt es. Muss ich keine Verantwortung übernehmen. Ist ja nun eben ein Extremsport und entsprechend gefährlich. Am Abend unterhalte ich mich mit dem sehr jungen Texanischen Kite Lehrer. Das flache Hausriff mit Sandboden, ein optimaler Kite Spot ist zwar nicht privat, wird aber von der Kite Schule betreut. „Hier kannst Du nur kiten, wenn Du bereits Level 4, besser Level 5 erreicht hast. „Hmm.“ Ich bin Level 3. „Dann musst Du erst einen Advanced-Kurs absolvieren.“ Davon habe ich schon diverse. Was ich brauche ist einfach Ruhe und Zeit und üben. Aber schon wieder 200 $US? Ne. Muss ich jetzt nicht haben. Evert strahlt über beide Ohren nach seinem ersten Tag zum Teil auf dem Brett. „Geht ja alles sehr schnell hier“, traue ich mich zu kommentieren.

Am nächsten Tag, wieder mit Jan und Erika im Motorraum, komme ich wieder nach Feierabend an den Kite Strand. Evert schaut heute leider nicht so glücklich. „Ich habe mich verletzt. Ich bin richtig unterwegs gewesen, habe auf dem Bord gestanden und bin geglitten, als plötzlich ein Fuß aus den Schlaufen rausgegangen ist. Das Bord ist weggeflogen und hat mir das Knie verdreht.“ Ich schaue Evert sorgenvoll an. Auch Kim hat heute einen Kite Schnell Kurs gemacht. Sie ist in einen Korallenblock gefallen, hat dicke Korallenschürfwunden am Knie. Ich schaue noch sorgenvoller. Ist heute Freitag der 13te?

Der Tag danach. Erika brummt gemütlich vor sich hin, verlassen wir endlich Union Island. Auf für mich und Jan heißt es endlich mal ein paar Stunden Freizeit. Nur knappe fünf Meilen sind es bis zum Sandhaufen Morpion, einer Miniinsel kurz von Petit Martinique. Wir packen die beiden MARLIN-Kites ins Dinghy. Allerdings nicht mit dem Ziel aufs Brett zu kommen, sondern einfach mal das Material aufzupumpen und ab in den Himmel damit. Ein gebrauchter 11er North Kite noch ohne personalisierten Namen ist neu an Bord gekommen. Leider stellt sich heraus, dass ein Ventil nicht dicht ist. O.K. Dann kommt der 14er Slingshot ans Licht. Letztes Mal habe ich den 2016 mit meinem Mitsegler Nico in Cuba in Gebrauch gehabt. Hier hält die Luft, auch alles andere ist in einem 1a Zustand. Ich habe zu diesem Kite ein etwas gespaltenes Verhältnis, weil ich mir mit dem die Schulter gebrochen habe. War aber nicht der Kite schuld, sondern ich selbst. Zu wenig Ausbildung, Selbstüberschätzung. Einfach zu eilig. Aber das ist lange her und seit dem sehe ich den ganzen Umgang mit diesem Drachen eher übervorsichtig an. Dementsprechend erkläre ich Jan sehr langsam die Verwendung und es dauert lange, bis wir endlich im hüfttiefen Wasser stehen und den Kite starten. Gut zwei Stunden verbringen wir im Wasser und üben grundsätzlichen Sicherheits-Umgang bis zum Bodydrag. Ich schliesse wieder Frieden mit dem 14er Slingshot. Dann kommt eine Regenfront und es sieht auch zu viel Wind aus und wir packen die Kite-Ausrüstung ein.

Der Abend ist aber noch nicht zu Ende. Evert sitzt nur noch im Pilothaus, dass Bein hochgelegt mit einem Kühlpack versehen. Er hat keine Schmerzen, solange er nicht auftritt, aber als mobil kann man ihn nicht bezeichnen. Ich weiß soviel, dass es Wochen dauern wird, damit er sein Knie wieder normal benutzen kann. Evert möchte nun doch in Krankenhaus. Dann muss ich ja den Abend nicht weiter planen. Ich habe genug Krankenhaus-Erfahrung in Drittländern, wie es so schön heißt, um zu wissen was jetzt passiert. „Ich komme mit. Ich bin bei Dir. Das ist ja wohl klar.“ Das machen ich 24/7 für jeden meiner Mitsegler.

+++ SAIL EXPEDITION +++
+++ 1.000 Meilen FASTSAIL Törn nach Cuba +++
+++ Atlantiküberquerung West-Ost +++
+++ Mittelmeer 2018 +++


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  • 12:36:00
  • 17.01.2018
  • 12°35.6588’N, 061°24.6742’W
  • 0°/ 0kn
  • Caribbean Sea / Union Island
  • Grenada
  • 30°C
  • 0m

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