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Der Himmel über Patagonia

Letzte Nacht auf See

21:35 Wir sind in Patagonien und seit ein paar Stunden sehen wir das Land am Horizont. Doch wir wissen gar nichts von Patagonien. Die See sieht fast überall gleich aus. Die Temperaturen unterscheiden sich, die Lebewesen und die vorherrschende Winde. Das Meer ist immer schön. Und es gibt Platz. Viel Platz.

Wir sind jetzt für die nächsten Monate meist ohne Internet. Unsere Seite füttern wir via Sailmail.com mit Content und sehen nicht, wie es aussieht. Im Moment haben wir 1.500 Leser täglich und fragen uns manchmal warum. Wegen dem Buch? Nein, ich glaube es hat damit zu tun, dass wir etwas machen, was eigentlich jeder nachmachen kann. Ein greifbares Projekt. Ein paar Jahre aussteigen, mit Pött und Pan, mit Kindern und Frau, etwas andere Luft schnappen, etwas anderes von der Welt sehen. Die Süd Route nach Feuerland und um das Kap Horn ist da vielleicht nicht grade etwas für den Anfänger, aber die ARC macht es möglich mit einem großen Anteil an Sicherheit und Organisation. Hier sind wir weit ab von solchen Aktivitäten. Die Marinas sind leer, weil wir so spät dran sind. In Ushuaia wir das wohl anders aussehen. Da soll es sehr touristisch zugehen.

Der Daimler röhrt mit 1.800 Touren. Auf den 900 Meilen hinter uns seit Buenos Aires, ein seltsames Geräusch. Für die letzten 60 Meilen ist aber kein Wind angesagt. Unser Ziel für Weihnachten werden wir wohl morgen Vormittag erreichen. Ab Mittwoch kommt dann eine Kaltfront aus SW. Dann sollten wir aber schon vor Anker und Landleine liegen. Die Kinder haben es sich am meisten verdient. Erst die Seekrankheit, dann die Langeweile. An Bord Underway zu leben muss auch erst gelernt werden. Das gilt auch für die Eltern. Es hat ganz schön geschaukelt in den letzten Tagen, gar nicht so einfach zu verstehen für so kleine Menschen, was da abgeht. In manchen Momenten sieht man die Gedanken hinter diesen großen Augen. „Warum machen meine Eltern das? Warum können wir nicht ganz normal in einem Haus in Deutschland leben, mit all den damit verbundenen Annehmlichkeiten?“ Und da fehlen einem echt die Antworten auf ungestellte Fragen. Da kommen ganz schnell Vorwürfe zu Tage, die man sich selber macht. Fragen, ob das alles so richtig ist. Ach, ich hör lieber auf drüber nachzudenken.

Auf dem Weg von Buenos Aires nach Puerto Madryn kann es einen ganz schön erwischen, Sudestada nennt sich das, wenn es ohne große Barometer Ankündigung plötzlich mit 30 und mehr Knoten für Tage aus SE bläst. Mit der modernen Technik, den Grib Files und Windfiner.com kann man das allerding recht gut erkennen. Wir hatten eine in Piriapolis, eine in Mar del Plata. Die Hafen waren dann geschlossen. Ein bisschen Unsicherheit trotz der Technik bleibt aber eben doch. Die Strecke vor uns, der Schlag nach Feuerland hat es ebenfalls in sich. Die SW Kaltfronten kommen ungebremst aus den Anden herunter auf den Südatlantik. Von unserem nächsten Ankerplatz, Caleta de Horno, bis nach Feuerland sind es 600 Meilen. Die Wettervorhersage gilt immer max. drei Tage. Dazwischen gibt es so gut wie keinen Hafen, keine Marina, keine geschützten Buchten. Da darf nix kaputt gehen, für 6 Tage darf keiner krank werden und vor allen Dingen kein Unfall passieren. Bis Hilfe kommt kann lange dauern. Die LADY ist perfekt vorbereitet. Kribbeln – tut es trotzdem. Die Erfahrungen mit dem Südatlantik aus dem letzten Jahr sitzen tief. Wir nehmen die sichere Route, nah an Land. Wenn unerwartet eine Kalfront kommt, sind dann die Wellen nicht so hoch, nicht so grausam und man kann beigedreht warten bis der Spuk vorbei ist. Wenn wir 25 wären und vor allen Dingen ohne Kinder, dann wäre das alles viel einfacher. Aber die Verantwortung, die Gedanken, die Liebe – Alles ist anders als beim ersten Mal „Meer als ein Traum“.

Go west!

Südwind

08:00 Da ist er, der angesagte Südwind. Bisher hat sich der Wind ziemlich genauso verhalten, wie es der Wetterbericht vorausgesagt hat, wir hoffen diese Tendenz hält sich, denn dann hätten wir es nur mit einer kurzen Südwindphase von 6 Stunden zu tun. Unser Kurs wäre Südwest, dem Küstenverlauf sei Dank haben wir von hier aus 50 Seemeilen freien Seeraum, um mit dem Wind West zu laufen, bevor wir an Beidrehen oder Wenden denken müssen, das sollte reichen bis der Wind heute nachmittag dreht. Hoch am Wind schrägt sie Lady durch die Wellen, aus 10 Knoten werden mehr, sportliches Segeln ist angesagt. Micha schläft, die Kinder essen Nutellabrote in der Seekoje. Noch so ein Segelbonus, Nutellabrote gibt es bei uns sonst nicht mal sonntags.



  • 08:00:00
  • 18.12.2011
  • 43°35.0000'S, 064°08.0000'W
  • 211°/3,5kn
  • South Atlantic
  • Caleta Horno / Argentina
  • 21,5°/1009hp
  • 12kn/S
  • 2-3m

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