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Die Blase

Über das Leben in der Blase

12:49 Auf Langfahrt. Ohne Ziel, ohne Fahrplan. Die Blase entsteht nach 24 Std., wenn alle sich an die Wackelei gewöhnt haben. Rundum Horizont, keine Wolke am Himmel. Unten Blau, wie oben blau. Ein kleines Segelboot auf einem Serviceteller, dass sind wir. Ohne Straßenlärm, keine Klingel, keine Straße, kein Internet. In der Vorkabine ist der Ventilator runter gefallen. Ich krabbele auf die Matratze, schraube sie wieder an und falle für zweieinhalb Stunden in seligen Schlaf. Wen stört’s? Keinen. Die Kinder hören Kindergedichte im Salon. Kein Fisch hat gebissen. Dabei rauscht die LADY im Halbwind eilig nach Süd. Zwei Dosen Bier warten im Kühlschrank auf die Erreichung des vierzigsten Breitengrades. Das sind noch siebzig Meilen. Na, dass gibt nen Frühstücksbier. Nathalie ist in der Familienkuschelecke eingeschlafen. Jetzt sie. Wen störts? Maya und Lena liegen auch in der Kuschelecke und spielen – mit ihren Fingern…

Unserer Zeit voraus

Nachtwache

22:59 Die zwei Mädels liegen nach einem anstrengendem Tag und viel Spuckerei schlafend im Bett, in der Familienkuschelecke. Nathalie mitten drin, weil es meine Wache ist. Zumindest haben wir die Kinder jetzt soweit, dass sie immer eine Schüssel in ihrer Nähe haben und wie Nathalie schon geschrieben hat, werden sie sich morgen hoffentlich an die Bootbewegung gewöhnt haben. Anhalten? Solange der Wind von der Seite oder von hinten vorhergesagt ist bis zu einem der nächsten Häfen, halten wir nicht an. Sonst geht der ganze Spuk wieder von vorne los.

Die Nacht ist ruhig. Wir haben die Genua ausgebaumt das Groß weggerefft und die LADY läuft quasi aufrecht mit 6,5 Knoten durch die aufgewühlte See. Quasi gemütlich. Nun, was man so als gemütlich bezeichnen kann. Die meisten der Leser würden wahrscheinlich genauso spucken wie Maya und Lena. Mit Ostsee hat das hier nicht so viel zu tun. Die See wäscht wieder regelmäßig übers Deck und ins Cockpit und zwischen den aufrechten Phasen, werden wir ordentlich durchgeschüttelt. Aber das ist ja alles Ansichtssache. Das empfindet jeder anders. Maya und Lena zum Beispiel merkt man keine Eintrübung der Lebensfreude an. Maya spuckt über Bord, nimmt einen Schluck Wasser und lächelt. „Kann ich Reis mit Bolognesesauce haben?“ Das ist nun immerhin schon 12 Stunden her und sie hat zwei Teller gegessen. Es ist stockduster während wir durch die Wellen rasen. Kein Mond. Am Horizont ist noch der Schein der untergegangenen Sonne zu sehen. In sechs Stunden wird sie weiter östlich schon wieder aufgehen. Wie geil ist das denn? Mit jeder Meile mehr Süd passiert mehr. Nathalie hat heute heulend im Cockpit gesessen. „Warum weinst Du denn?“ „Ich bin so glücklich!“, kam die Antwort. Any comment? No.



  • 22:30:00
  • 15.12.2011
  • 39°56.1300'S, 059°57.7100'W
  • 232°/6kn
  • South Atlantic
  • Puerto Madryn / Argentina
  • 19,5°/1018hp
  • 18kn/E
  • 2-3 m

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