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time warp

Noch 72 Seemeilen bis zum Sandstrand

Unglaublich, 60 Stunden nach Auslaufen komme ich endlich mal dazu, einen Logbuchbericht zu schreiben, denn wir haben alle Hände voll zu tun. Einer steht eh immer am Steuer und lauscht fasziniert dem Rauschen des Wassers, dem Glucksen und Grunzen und Gurgeln, während die MARLIN mit Rauschefahrt durchs Wasser zieht. Etmale von 173 und 192 haben wir bisher zurückgelegt, und das mit familienfreundlicher Angsthasenbesegelung. Zugegeben, mindestens 30 sm am Tag verdanken wir dem Äquatorialstrom, der ordentlich in die richtige Richtung setzt, aber trotzdem. Heute Nachmittag trägt die Dame das erste Mal Vollzeug und wir meinen, dass die Segel tatsächlich schon ein bisschen heller geworden sind.

Doch kaum hatten wir gestern gedacht, dass wir alles soweit im Griff haben, dass Micha sich endlich um die Installation des Sat-telefons kümmern kann, um den ersten Logbuchbericht online zu stellen, tauchen die nächsten Probleme auf. Das Trinkwasser ist auf einmal ganz trüb, vermutlich aufgewirbelte Sedimente durch die Schräglage, in der zentrale Bilge ist Wasser, Süßwasser, von dem wir nicht wissen, wo es her kommt und der Motor schreit nach einer halben Stunde Batterienladen „HILFE!“ wegen Überhitzung. Ich kann es ja verstehen, mir ist auch heiß. Also wird zunächst der Stromverbrauch auf ein Minimum reduziert, wir fahren ohne Instrumente, mit Taschenlampe über dem Kompass in der Nacht, Kühlschrank aus. Geht auch, nach den Sternen fahren ist eh viel entspannter, als ständig auf den nach den Instrumenten zu gucken und man verpasst die Sternschnuppen nicht.

Heute Morgen war dann der nächste Versuch angesagt, ganze 14 Minuten hält der Yanmar durch, dann kocht das Kühlwasser. Erste Verdachtsdiagnose: Der Impeller der Seewasserkühlung ist kaputt. Und nun? Müssen wir wohl Tobago anlaufen, die Milford Bay ist offen und groß genug, um unter Segeln einzulaufen und zu ankern, Ersatzteile gibt es vielleicht, oder eben in Trinidad.

Der Strand am Bucco Reef hat alles, was man sich wünscht, wenn man in der Karibik ankommt, weißen Sand, klares türkisfarbenes Wasser und die Strandbar mit Drinks mit Schirmchen. Doch das Problem ist nicht von langer Dauer, Micha hält es nicht lange aus und verschwindet in den Tiefen des Motorraums, nur ab und zu hört man zerknirschte Befehle: Knieschoner! Flasche Wasser! Ratschenkasten! Werkzeugkoffer! Nee, den anderen! Und dann streckt er auf einmal den Kopf wieder aus der Luke, schweißgebadet, mit einem Stück klebrigen Lakritz in der Hand. Nee, kein Lakritz, sondern ein verschmorter, schwarzer Klotz Plastik, der Impeller. Wie durch ein Wunder befindet sich sogar Ersatz an Bord, und kaum ist der eingebaut schnurrt der Diesel wieder wie ein Kätzchen. Wie gut, dass uns dass nicht während der Ausfahrt aus dem Fluss zwischen all den Untiefen passiert ist. Micha bekommt natürlich den Titel Held des Tages verliehen, vermutlich vor allem von den Nachkommen, die nun ihre Ipods wieder aufladen können!

Nach Tobago fahren wir jetzt trotzdem, müssen ja erstmal ausprobieren, ob die Reparatur funktioniert, bevor wir uns durch den Kanal und in die chaotische Anchorage in Chaguaramas wagen.



  • 16:13:37
  • 04.03.2013
  • 10°30.5810'N, 059°41.956’W
  • 315/8,3kn
  • Atlantic
  • Trinidad / Tobago
  • 32°
  • 14 kn
  • 2-3 m

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