• Zur Lage auf …
  • IRONLADY meet…
  • Endspurt
  • Abreisetag
  • Blick aus dem…
  • Will ich oder…
Videos
  • Strahlender …
  • Buenos Aires…
 

Na das faengt ja prima an!

Na das faengt ja prima an!

23:55 Michael von der NIN hat so geschwaermt. >>Wenn ihr durch die Torres Strasse durch seid erwartet euch spiegelglattes Wasser, leichter Wind und etwas Weststroemung.<< Aber wir haben eine fiese 3 Meter steile Welle, bei 20 Knoten Wind aufm Hintern. So ist das eben. Jeder Segler erhaelt seine eigene Lektion: Bei uns heute mal wieder Bruch. Das Großsegel ist wieder genau da, wo die Moechtegernsegelmacher repariert haben. Das hat dann gereicht, mit der Nacht davor, dem Nikoentzug und ich glaube alles zusammen, sitze ich da in der Ecke und mir kullern die Traenen ueber die Backe. Muss jetzt wohl sein. Kann die ganze Kacke nicht mehr ertragen. Am Tiefpunkt der Sinuskurve angekommen wuerde ich mal sagen...

Mit Kuchen (Selbstgebacken. Wie macht sie das nur bei der Huepferei?) und lieben Zureden ueberredet mich Natale zum weitersegeln. (So nen Bloedsinn, was sollen wir auch machen. Aussteigen, Anhalten?) Also, nach weiterer Beratschlagerei finden wir wieder unserer Basis. Das Segel reparieren wir selber in der naechsten Flaute (Kommt bestimmt), damit wir die vor uns liegenden 1500 Meilen schaffen kommen jetzt die Passatsegel dran. Ausbaumen zu beiden Seiten und die Lady wird klar gemacht zum Abheben. Einziger Nachteil: In den Boen, bei grossen Wellen und auch einfach mal so, faengt sie dann an zu tanzen und sich einzuwackeln, dass es einem im Bauch der Lady ganz schwindelig wird, doch Alternativen gibt es nicht. Das Ersatzgross ist leider so ausgelutscht, dass man es nur noch zum Amwindsegeln nehmen kann und das auch nur bei wenig Wind.

Inzwischen ist es Nacht. Zweite Wache. Mitte Oktober. Ich bin ja mal gespannt wann wir in Timor ankommen. Bisher stecken alle Boote, die Darwin passiert haben in der totalen Flaute Richtung Bali. Deshalb schleppen wir auch unserern Dieseltank vollgestopft mit. Werden sehen..

So und jetzt noch wa zur Pinnensteuerung und Cockpitumbau. Aus einem Mail an Klaus, dem Vorbesitzer der Lady:

> Kommt Ihr mit der Pinnensteuerung
> zurecht? Ich bin mal beim Rueckwaertsfahren fast ueber Bord
> geflogen, das war bei der ersten Probefahrt.

Die Entscheidung das Rad wegzumachen war hauptsaechlich wegen des Platzes im Cockpit. Da koennen jetzt 6 Leute gepflegt essen oder 8 Sundowner trinken. Du weisst ja, Lebensraum ist sehr wichtig. Achtern haben wir jetzt eine große Koje zum Schlafen fuer zwei Personen ueber die ganze Breite. Der Petroleumtank ist unter dem ehemaligen Platz des Kuehlschrankkompressors und die Backbordbackskiste ist nur noch so tief wie der Cockpitboden. Ich habe viel unnuetztes Zeug weggeschmissen. Die Lady schwimmt jetzt nicht mehr so mit dem Heck im Wasser. Durch Gewichtsverlust und weil sie sich nicht mehr so festsaugt sind wir auch nen bisschen schneller geworden.

Die Pinne nehmen wir zur Einfahrt in die Anchorage oder Hafen, ansonsten wird die hochgeklappt. Segeln tut bei uns immer noch die Windfahne oder der Robertson. Der Hydraulikzylinder muss also immer mitbewegt werden, wenn auch ueber einen Beipass, so ist da doch ein gewisser Widerstand und die Pinne wird Dir nicht aus der Hand gerissen. Das Ding ist 1,4 Meter lang. Richtig Spass macht es mit der Pinne hoch am Wind zu segeln, da merkt man dann sofort wenn die Segel falsch getrimmt sind. Aber hauptsaechlich sind wir froh ueber den Platz.

11:12 Sie liegt hinter uns, die Torrestrasse, wir haben den Indik erreicht. Besser haette es gar nicht laufen koennen, auch wenn uns heute nacht manchmal ein bisschen anders wurde, bei all den Lichtern und Riffen. Aber, genau zum richtigen Zeitpunkt am Eingang angekommen und mit der Stroemung in nicht einmal 24 Stunden durchgeblasen worden. Toll.

Das kniffeligste Stueck, der Prince of Wales Channel mit gemeinen Stroemungsverhaeltnissen kam heute morgen dran. Mit auflaufender Tide raste die Lady mit 9,5 Knoten Durchschnittsgeschwindigkeit durch die letzten 20 Meilen. Zwei Stunden, und wir waren durch. Toll.

Ein paar Stunden von der strazaioesen Nacht ausruhen, dann wird ausgebaumt, denn es geht ab jetzt geradewegs nach Westen, ueber tausend Meilen, da lohnt sich die Arbeit doch sogar!



  • 11:12
  • 12.10.2004
  • 10°35.15S 141°56.52E, 0
  • Kupand/Timor
  • Gulf of Carpentaria
  • 27°C
  • ESE 3-4
  • 1

LOGBUCH ARCHIV

October 2004
M T W T F S S
« Sep   Nov »
 123
45678910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Mit dieser Website wollen wir Dir, liebe Leserin, lieber Leser, die Welt und unsere Reise ein Stück näher bringen. Deine Spende hilft uns, das weiterhin zu tun.