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Unser erstes Weihnachtsgeschenk

Tierleben in Patagonien

20:45 Auch mit Lena und Maya an Bord ist nach einem langen Trip zunächst aufklaren angesagt, Tisch wieder hoch, Bettlaken abziehen und zum Lüften raushängen, Ölzeug entweder trockenen oder verstauen, Sicherheitsleinen wegräumen und, fast das Wichtigste zur Zeit, den Adventskalender wieder aufhängen. Nach getaner Arbeit packen wir einen Rucksack mit Picknick und Kamera, lassen das Dinghi zu Wasser und fahren an Land. Keiner fällt hin, keiner hat das Laufen auf festem Boden verlernt, schon mal beruhigend zu wissen. Lena eilt zielstrebig zu den Pinguinen, die etwas nervös um sich gucken, sich aber sonst nicht weiter von uns beeindrucken lassen und uns bis auf 2 Meter herankommen lassen. Magellanpinguine leben auf der Isla Lobos, auf der anderen Seite der Insel scheinen sie zu brüten, den Hügel hinauf finden wir immer wieder die Spuren der Vögel und kleine Bodennester, allerdings alle verlassen.

In der Mitte der Insel steht ein alter Leuchtturm, unser Ziel, um endlich nach 5 Tagen mal wieder die Beine zu vertreten, ein mäßig ausgetretener Pfad führt quer durch die Pampa auf den Hügel. Immer wieder finden wir alte Überbleibsel von Schienen aus der aktiven Zeit dieses Leuchtturmes. Er ist seit Jahren nicht mehr in Betrieb, dennoch kann man sich den Turm und das Wärterhäuschen anschauen. Möbel, alte Kessel, Ofen und Geschirr sind noch heute dort zu finden. Die Fenster sind staubig, die Räume gefegt, im Brotschrank finden wir frische Vorräte. Vermutlich Fischer, die den Ort als Rückzugsmöglichkeit bei schlechtem Wetter nutzen. „Bitte hinterlasst alle Türen so verschlossen, wie ihr sie vorgefunden habt“, steht auf jeder mit Draht oder Leinenkonstruktionen verriegelten Tür. Ratten gibt es genug auf der Insel. Auf dem Dach der Zisterne mit Blick auf die Buchten der Insel und unsere Lady picknicken wir. In der Ferne hören wir einen Seelöwenbullen brüllen. Mit dem Fernglas können wir dunkle Punkte am Strand der nächsten Bucht erkennen, doch für den ersten Tag haben wir genug gesehen. Wir machen uns auf den Rückweg, die Kinder sammeln kiloweise Steine und Maya letztendlich einen blätterlosen Busch als Tannenbaum. Hmm, die Form erinnert tatsächlich an eine Fichte, mit gleichmäßig nach oben gestreckten Ästen, nur ein bisschen Grün fehlt. Maya guckt bittend und ich schultere unseren „Baum“.

Micha guckt nicht gerade glücklich, als wir uns allesamt mit dem Gestrüpp im Dinghi verkeilen, doch was sein muss, muss sein. Noch eben einen Haken schlagen auf dem Weg zur Lady, denkt sich Micha, denn an Land haben uns kleine Fliegen zu Tode gernervt, denen wir nicht den Weg in unser zu Hause weisen wollen. Kaum zeigt der Bug des Dinghis Richtung Kanal, tauchen auf einmal dunkle Flecken im Wasser auf. „Delfine!“ ruft Micha, ich kann es erst nicht glauben, doch schon taucht die erste Rückenfinne aus dem Wasser auf. An die zwei Meter große Australdelfine, vier (Maya sagt 6, Micha sagt 5) Stück an der Zahl, schwimmen mit uns mit, springen keinen Meter vor uns aus dem Wasser, spritzen uns nass, schlagen ihre Saltos vor unserem Bug. Nach dem anfänglichen Schrecken und auch einem bisschen Angst strahlen bald beide Kindergesichter um die Wette. „Noch ne Runde, Papa!“ Ich weiß nicht wie viel Sprit wir verfahren, wir drehen Runde um Runde, ich immer noch mit dem Weihnachtsbaum, den ich aus Platzmangel aus dem Dinghi halten muß. Der Versuch wieder an Bord zu gehen scheitert, die vier Tiere belagern uns, schwimmen Kreise, kommen zum Anfassen nah ans Dinghi und fordern uns definitiv auf, nochmal Gas zu geben. Also gut. Tannenbaum an Bord, den ganzen anderen Krempel auch, Kamera raus und los geht’s. Nach einer halben Stunde drehen sie ab, doch kaum sind wir an Bord angekommen, lungern sie an der Bordwand herum, wie ein paar halbstarke Jungs. Die Kinder rennen ins Boot, holen Zeichenstifte und Papier. Für die nächsten Stunden sind sie nicht mehr ansprechbar, zu viele Eindrücke, die müssen verarbeitet werden, ganze Bilderbücher mit Pinguinen und Delfinen entstehen.

Am Abend dreht der Wind auf Nord und frischt gewaltig auf, nicht gerade der beste Ankerplatz für die Nacht, also nochmal verlegen. Wir motoren die 2 fehlenden Meilen in die Caleta de Horno, eine Schlucht, die tief in das Land hineinreicht. Skurril sieht es hier aus, ein bisschen wie der Gran Canyon in klein, von der Hochebene schaut uns ein Guanaco beim Ankern zu. Ganz schön einsam hier. Mal sehen, wie es morgen Mittag bei Hochwasser und Sonnenschein aussieht, vielleicht wirkt es dann nicht mehr ganz so düster. Doch die Entscheidung zu verlegen war gut, das Barometer ist schon wieder gefallen und wir können eine ungestörte Nachtruhe dringend gebrauchen.






  • 20:45:00
  • 19.12.2011
  • 45°02.2200'S, 065°41.0100'W
  • 0°/-kn
  • Caleta de Horno / Argentina
  • Ushuaia / Argentina
  • 14°/1002hp
  • 15-20kn/N
  • -

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