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3.Nacht

18:42 War das wieder ein Tag. Wasser in der Bilge gefunden, im Motorraum, drei Liter genau. Richtig salzig war es nicht, auch nicht richtig suess. Die Quelle ist noch unklar. Im Kuehlwassersystem fehlt nichts, die vordere Bilge ist trocken, vom Mast kann es also auch nicht kommen.. Entweder ist irgendein Wasserschlauch undicht, oder das Nass kommt irgendwo hinten an den Backskisten rein, oder mal wieder der altbekannte Auspuff.
Also, Motor aus, nach zwei Stunden kein weiteres Wasser in der Bilge. Man wird sehen, morgen, wie es dann aussieht. Aergerlich, aber nicht dramatisch. Segeln koennen wir auch wieder. Zwar nicht schnell, aber wenn man eine Flaute angesagt bekommt, und dann 10 Knoten aus Sued draus werden, kann man sich freuen.
Bei dem Schwachwind kommen wir auf die Idee, unser neues Passatsegel aus Spinnakertuch auszuprobieren, dass wir in einer der Fahrtenseglermuelltonnen gefunden und repariert haben. Irgendwie schaffen wir es, Schoten und Fallen richtig festzuschlagen und zehen den Traum in Gruen und Weiss in die Hoehe. 30 Sekunden steht das Ding, die Lady macht einen Satz nach vorne, will losgaloppieren und ratsch, ist das Segel gerissen und flattert nur noch traurig vor sich hin. Alles wieder runter, die Haelfte wird natuerlich klatschnass und ab in den Segelsack. Scheint also seinen Grund gehabt zu haben, warum es auf dem Muell gelandet ist. Schade, fuer einen Moment sah es so schoen aus, das bunte leichte Tuch am Bug der Lady. Noch nicht einmal fuer ein Daypic hat die Zeit gereicht.

13:14 Daimler Johann stoehnt immer noch aus allen Ritzen. Recht so. Muss auch mal laufen, der alte Junge. Nicht immer nur im Leerlauf Batterien laden.

Fuerstin Natale und Prinz Michael haben gerade ein Viertel des Thuns vom gestrigen Tage roh als Sushi verspeisst. Hmm. Das hebt den Eiweissspiegel. Ansonsten passiert nicht viel. Wir streiten uns nicht, der Tag nimmt seinen Weg. Ein bisschen Schreiben am Rechner, bloed aus der (Thermo-) Unterwaesche gucken (davon gibt es kein Photo!) Morgens nen bisschen quatschen mit den anderen Seglern und alles ist gut. Da wo wir hin wollen, will sonst keiner hin. So ist es uns recht. Mal wieder etwas Privatsphaere, Zeit fuer Photos (Von den Menschenfressern. Micha in einem grossen Kochtopf, da haette Rossi seinen Spass dran.) Ach und Tauchen, ob wir das noch koennen, mit den Haien und in der Coolidge! (Tja, was ist das? Das ist DAS Wrack. World largest accesseble Shipwreck!!! Ich sag nur 15mm Lens!) Jetzt floetzte ich mich mal wieder an die Natale auf unsere Spielwiese. Den Salontisch haben wir runtergelassen und eine riesige Spiel- und Knuddelwiese eroeffnet ;-)

09:29 Den Hochdruckkern haben wir gerade eben erreicht. 8 Achtel Bewoelkung, kein Wind mehr, oder zumindest nicht segelbar. Da die Batterien eh mal wieder leer sind, motoren wir ein Ruendchen. Heute Mittag koennen wir dann immmer noch ueberlegen, ob wir das Hoch aussitzen, oder uns dran vorbeischummeln.

Es wird merklich waermer, nicht nur, da der Wind nachlaesst. In der ersten Nacht, war die Wache schon fast vorbei, wenn man sich endlich in die endlosen Zwiebelschalen von Unterwaesche, Socken, Oelzeug und Schuhe eingepackt hat. Gestern nacht waren es dann schon ein paar Schalen weniger. Auch das Kondenswasser, dass in Opua jeden Morgen von allen Alurahmen an den Fenstern gewischt werden musste, um den haesslichen Frass zu vermeiden, ist verschwunden. Tropics, wir kommen. Wassertemperatur steigend, 19 Grad. Kann man schon fast die Badehose rausholen….

00:10 Temperatur weiter steigend, Barometer auch. Der Tag in Kurzmeldungen: Nachdem die See immer ruhiger geworden ist und an Deck nicht mehr so viel Wasser ist, den Fehler an der Aussenelektrik gefunden. In der neuen wasserdichten Steckdose (wasserdicht steht nur auf der Verpackung!) fuer den Wellengenerator hat Monteuse Michael, Plus und Minus vertaucht. Idiot. Komisch, das der Autohelm 800, unser Flautenschieberautopilotaufsatz fuer die Pendelsteueranlage nichts macht. Gut, dass er das Missgeschick bemerkt und nicht kaputt geht. Nach Bereinigung des peinlichen Malheurs steuert er wieder. Na so was. Normalerweise wird so etwas doch zum kaputtgehen konstruiert. Gegen Nachmittag funktioniert der Antennentuner nicht mehr. Blasse Gesichter auf der Lady. So was kann teuer enden, mit wochenlangem Warten in weltfernen Haefen. Nach gruendlicher Suche stellt sich heraus, dass wohl eine der Wellen die auch gestern ins Heck zu Natale wollten, durch den Schwanenhals ueber die elektrischen Steckverbindungen gelaufen sind. Plusleitung ist kurzerhand gegen Masse wegkorrodiert. Problem ist innerhalb von Minuten behoben, die Welt wieder in Ordnung. Mir wird schon wieder uebel. Mach mal nen Schreibpause.

Was mich bewegt: >>Also ich brauche diese Einheimischen in Vanuatu nicht. Nicht den Kontakt zu ihnen und auch nicht ihr Fressen.<< Bumms. Da stehe ich da und verstehe die Welt nicht mehr. Schon seit ein paar Tagen gehen mir die Worte eine deutschen Weltumseglers durch meine Birne. Ob ich ihn wohl einfach falsch verstanden habe. Bestimmt. Das wird es sein. Ich frage meine Capitana, die meint nur trocken: >>Der will das Gleiche, wie Du! Warmes, kristallklares Wasser und weisse Sandstraende.<< >>Aber?<< >>Nix Aber.<< So, jetzt denke ich schon seit Tagen oder besser Naechten besinnlich ueber meine Mitmenschen nach... Sachen gibt’s... Ich denke gerade an die Kannibalen in Vanuatu. Meinte, er das Fressen? Hmm. Bin verwirrt. Wir sollten die Schleppangel reinholen, gleich ist es dunkel und dann ist es immer doof, wenn ein Fisch anbeisst. Bumms. Albacorethunfisch. 10kg. Game of the day. Bestes Sushifleisch. Natale haelt die Taschenlampe, ich das Filetiermesser. Das Fleisch ist noch warm und die Muskeln zucken noch. Menschfresser, Fischfresser, Kulturbanausen. Mein Kopf dreht sich und von dem Fischgeruch wird mir erst mal wieder schlecht. Ob ich morgen endlich wieder meine Seebeine bekomme? Mitternach. Ich ruf mal SCHLAMPI in Tonga auf der 14.770. Gut das der Antennentuner doch nicht gestorben ist. Charley faehrt jetzt uebrigends auch mit. Unser Schleppgenerator hatte noch keinen Namen. Ich hab mir ueberlegt, dass Charly doch ganz angesagt waere. Werde mal die Capitana gleich fragen, was sie so meint. Die schnarcht aber. Wind schlaeft ein. Der Hochdruckkern scheint jetzt ueber uns zu sein. Na so was. Und nu? Motoren mit Johann? Ich bin nen bisschen verwirrt heute Nacht. Das werde ich gleich mal verstaerken. Schoen so was. Noch 798 Meilen to go. Bis jetzt noch kein anderes Schiff gesehen. Wir sind wohl alleine zu den Menschfressern unterwegs. In Tonga geht es zivilisierter zu. Da hat jede Bucht ne Nummer. Damit man die Namen nicht aussprechen muss. Ueber Funk hoert sich das dann so an: >>Hoer ma Karl Heinz. In 14 gibt es heute abend ein Schwein und Rolf macht in 9 nen Fass echtes deutsches Bier auf.<< Ja genau. Deshalb bin ich auch 20.000 Meilen gesegelt geht durch meinen Kopf. So. Und jetzt noch ein privates Anliegen an unsere Leser. Fuer den Ausbau unserer Unterwasserfotoaktivitaeten in ein neues Level brauchen wir unbedingt ein 15mm Unterwasserobjektiv fuer die Nikkonus V Kamera. Hoert sich eigentlich doch gar nicht so schlimm an. Ne? Keine Angst. Wir starten keine neue Spendenaktion. Aber vielleicht gibt es ja jemanden oder jemand kennt jemanden, der zufaellig nen Onkel hat, der das Tauchen aufgegeben hat und im Keller so was nutzlos rumliegen hat. Oder einer unserer Leser schaut mal im Internet nach. Haben wir ja nun nicht, ob zufaellig jemand so was zu einem, wie sagen die Amis immer, reasonable Price anbietet. Na ja. Nur so. Vielleicht hat ja irgendjemand gerade Zeit. Ist ja auch bald Weihnachten ;-)






  • 00:10
  • 02.06.2004
  • 32°17.31S, 173°37.48E
  • auf See
  • Vanuatu
  • 18,9°C
  • SSW 1
  • 2

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