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Blauwasserparkhaus

Da, wo wir gelandet sind ist es nicht nur wunderschoen sondern auch irgendwie ein bisschen traurig. Adler, das Wahrzeichen der Insel ziehen ueber den Felsen und Schluchten des verwirrenden Irrgartens aus Flusslaeufen, wunderschoene Adler mir roten Gefieder. In den Mangroven, im Urwald, Ziel eines ganz besonderen Tourismus. Gaeste aus Saudiarabien rasen in langen, schmalen Booten mit malayischen Fahrern duch die Schluchten, die Frauen, schwarz vermummt bis auf den Schlitz ueber den Augen, die Maenner ganz normal gekleidet. Da rasen sie dahin, in der rechten Hand die Videokamera, die linke am Boot geklammert, in kurzem Abstand an der Lady vorbei, die Yachten gehoeren mit zum Touristenprogramm. Die Adler interessiert das nicht weiter, sie ziehen weiter ihre Kreise, ab fuenf Uhr, wenn die Saudis wieder im Hotel sind und dschungeltiefe Ruhe mit den Geraeuschen des tiefen Gruens sich ausbreitet, sieht man die Adler zu dutzenden ihre Beute im Wasser fixieren. Ein wunderschoener Anblick, der einen alles andere vergessen laesst.

Ein Malay hat eine ganze Reihe von Haeusern hier gebaut, auf Faessern aus Plastik mit Brettern drueber, Fischstationen, an dem die lokalen Fischer ihren Fisch abliefern, direkt daneben, ein Restaurant das den frischen Fisch fuer die Saudis und Chinesen frisch zubereitet. Ein Franzose hat eine Bar eroeffnet und es gibt im tiefen Wasser des Dschungels einen ganzen Fluss lang Mourings an denen zwanzig oder dreissig Segelboote aufgereiht wie an einer Perlenschnur liegen. Doch leben tut hier fast keiner. Die Segler sind ausgeflogen, nach Europa, den Staaten oder sonst wo hin, denn es ist Regenzeit, auch wenn es gar nicht viel regnet. Einige Boote sehen so aus, als wenn sie schon mehr als eine oder zwei Saisons hier liegen wuerden. Seit der Tsunamis ist es voll geworden in dem Hurrican Hole, wo es nie Hurricans geben wird, weil es zu nah am Aequator liegt, aber sicher und billig ist der Platz, so billig, dass es auch keinen einzigen freien Platz mehr gibt. In Fred’s Bar sitzen wir, schluerfen Bier und alkoholfreie Powerdrinks, ein paar Segler gibt es eben doch, junge Leute, mit langen Haaren, Taetoos und wilden Geschichten, es gibt sie eben doch noch, die Individualisten, die man in den Vorruhestandmarinas eben nicht findet, die bunten Boote, mit Kinderzeichnungen auf dem Bug, die Segelschuesseln, bei denen man sich wirklich fragt wie sie es ueberhaupt geschafft haben bis hierher. Zwei franzoesische Buehenbildner liegen auf drei Kufen ein paar Bootslaengen weg von uns, Mast haben sie keinen, aber einen offenen Lebensraum mit 80 Quadratmeter mitten im Dschungel von Lankavi, leben und arbeiten ihren Traum, die Kufen den Trimarans sind wie Zebras bemalt, die Gittermastkonstuktion selbst sieht schon aus wie ein Buehnenbild von hinten betrachtet. Da muessen wir unbedingt auch noch mal Hallo sagen, morgen oder so…

Wir warten weiter auf den Pass unserer Tochter, sollte ja alles sehr schnell gehen, aber schnell ist ja nun auch relativ. Maya waechst wie wild, was kein Wunder ist bei dem Hunger den sie an den Tag legt. Ihre Schnute erinnert mich manchmal an ein Vogelnest aus dem gierige Haelse herausragen in hektischen Hungerbewegungen. Hunger, Hunger Hunger, die Welt der kleinen Maya ist noch ziemlich begrenzt auf essen, kacken, schlafen. Alles andere muss sie noch lernen, ist aber zweitrangig. Vorerst, wird sich aber von alleine aendern.






  • 23:33
  • 10.07.2005
  • 06°24.88'N, 099°51.94E
  • Hole in the wall/Langkawi/Malaysia
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  • 28°C
  • 2 SW
  • -

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