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muede

22:11 Dritte Nacht auf See, fuer mich immer die schlimmste. Der Schlafmangel der ersten zwei Naechte kommt durch und ich kann kaum die Augen aufhalten. Hat jemand Streichhoelzer?
Meinen Rhythmus hab ich noch nicht gefunden, aber morgen duerfte es besser sein, wenn ich nur endlich schlafen gehen koennte, noch 30 Minuten!

Der Lady macht das alles gar nichts, die segelt weiter durch die Nacht, gleichmaessig, schaukelnd… ueber ihr viele viele Sterne…

12:14 Wir haben ihn tatsaechlich erwischt, den Passat, den perfekten Zeitpunkt zum Segeln. Blaues Meer, blauer Himmel mit kleinen Passatwoelkchen am Horizont. Es ist unbeschreiblich, unbeschreiblich schoen. Die Lady liegt genau auf Kurs, Wind von achtern, und zieht ein schaeumendes Kielwasser hinter sich her.
Fisch hat auch schon gebissen, allerdings mal wieder zu gross, hat gleich den Koeder mit in die Tiefe genommen. Sehr aergerlich und das auch noch vorm Fruehstueck. Leine haengt wieder draussen, wo einer ist, muessen doch auch noch mehr sein. Wir werden sehen. Das leichte Bedauern, eines der Ziele auszulassen, ist weg, schoener kann Segeln gar nicht sein. Hat sich mal wieder gezeigt, wie gut es ist, auf seinen Instinkt zu hoeren.

06:15 Die Lady kracht in die Wellen, dass ich aus der Koje fliege. Natale ist von einem kleinen schwarzen Brummer erwischt worden. Das Ding entpuppt sich als aausgewachsene Squall – Gewitterwolke. Regen, 30 Knoten, drehender Wind. 40 Minuten spaeter ist der Spass vorbei. Der Wind dreht noerdlicher, wir liegen ploetzlich auf Kurs, auch ohne Manoever. Hab ja immer schon gesagt. Man muss nur lang genug warten.

Ich bin jetzt wach, die Sonne ist auch schon da. Am Horizont noch mehr Wolken, dunkle Wolken. Das wars wohl mit der Damenbrise.

03:32 Es gibt so Geraeusche im Schiff, die man irgendwann ignorieren kann, ohne etwas dagegen zu tun, meist weil man zu muede ist. Das Klong des Halonfeuerloeschers gehoert nicht dazu, steckt jetzt nen Handtuch zwischen! Dann schon eher das Klacken der Backgammonsteine, die in ihrer Holzkiste direkt neben der Hundekoje froehlich bei jeder Welle hin und her rutschen. Klack, klack. Ein Geraeusch heute beseitigt, hebe ich mir die Steine bis morgen aus, man soll sich ja nicht ueberanstrengen, ist wie mit den Segelmanoevern, eins am Tag haelt fit.

Und das Segeln ist auch schoen, richtig schoen, als letzter Gruss von Frankreich gibt’s als Nachtimbiss den Rest stinkenden Brie mit frischem Brot. Hmmmm, kann ich nur nachts so geniessen, bei dem Geruch wird der Micha gleich seekrank und motzt. Draussen nix los, Wind wie immer, keine Schiffe.

01:11 Wir segeln weiter NW. Die TRANSAS Wettervorhersage hat sich korrigiert, alle anderen Wettervorhersagen auch. Aus dem Westwind wird nun doch nur noch ein Nordwind. Hmm. Feiglinge. Hab ich doch gleich gewusst.

Wir stehen vor 42 Meilen oestlich vor dem Motu One und es frischt etwas auf, aus der Damenbrise wird nen anstaendiger Passat. So ist gut, dass mag die Lady, wenn nur das Leesegel der Hundekoje nicht kaputt waere und wir beim Schlafen fast aus der Koje fallen. Die Entscheidung steht: Vor dem Fruehstueck werden wir eine Halse fahren. Jeden Tag ein Segelmanoever. Das haelt fit ;-)

Ganz schoene Brummer rollen da im Moment an und kippen uns maechtig auf die Seite, doch jetzt zu halsen ist eigentlich zu frueh und das Motu ist im Weg. Ausserdem weiss man bei den Dingern ja nie so genau ob die auch da sind wo sie auf der Karte sind. Also weiter sportlich und morgen naehen wir das Leesegel fuer uebermorgen, wenn wir wieder ein Segelmanoever machen. Soll ja auch die Schoten schonen.

Immer noch 40 Minuten bis zu meiner Freiwache. Ich kann doch nicht die ganze Zeit weiter Unsinn schreiben. Der Halonfeuerloescher schlaegt im Takt der Wellen gegen das Stuhlbein. Klooong.

Immer noch 553 Meilen to go. Fuenf Tage herlichstes Segeln und dann kommen wir schon in Neuseeland an. Haeh? Das Suwarrowatoll steht unter Neuseelaendischer Aufsicht, gehoert also zum Grossengland ;-) Bestimmt auch nicht besser als der Rest, ausser das der einzige Einwohner, ein neuseelaendischer Rancher, der die Yachties begruesst und denen 50 US abnimmt. Das koennte doch glatt eine Idee unseres Kanzlers Schroeder sein. Oder nicht? Andere Politiker sind aber auch schlau.

Genug Skippers Birne, mach mal nen Rundblick, schau mir den herrlichen Sternhimmel an und schmeiss die Capitana aus den Federn.






  • 01:11
  • 23.08.2003
  • 15°53.65S, 153°47.72'W
  • Suedpazifik
  • Suwarrow/Cook Islands/NZ
  • 26°C
  • NE 3
  • 2

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