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Bruderherz

Brief an meinen Stammzellen-Spender

„Blut ist dicker als Wasser!“, so heißt es doch. Nun, dass versteht sich ja in der Regel unter Geschwistern. Wir sind ja nun auch blutsverwandt. Zu 99% ich von Dir. Das verbindet und ich finde es ist mal wieder an der Zeit für ein paar Zeilen. Leider weiß ich Deinen Namen ja noch nicht und auch dies wird wohl noch eine ganze Weile dauern. Wie Du an dem Bild siehst, hat Deine Spende mein zweites Leben nun schon 165 Tage verlängert. Das hast Du sehr, sehr gut gemacht!

Ich muss zugeben, dass die Zeit bis heute nicht unbedingt immer einfach war. Die Medikamente, das GvHD, die Nebenwirkungen und vor allen Dingen die Nachwirkungen der Chemo und die unmittelbare Neuropathie. Die parallele Pandemie hat mich natürlich auch in Angst und Schrecken versetzt, zugehörig zur Risikogruppe, keiner konnte mir sagen, was wäre wenn. Inzwischen liegt das alles ein gehöriges Stück hinter mir. Alle zwei Tage nehme ich noch ein leichtes prophylaktisches Antibiotikum. Das war's. In der letzten Blutprobe konnte molekularbiologisch keine genveränderten Stammzellen nachgewiesen werden. Hurra! wollte ich schreien, da fiel mir auf, dass mein Onkologe mir das ja 2019 schon mal berichtet hatte und ich dann doch wieder mit einer AML daherkam, nur eine neue, schlimmere, die er NUR mit Deiner Spende erfolgreich behandeln konnte. Also klopfe ich dreimal auf Holz, schliesse die Augen und hoffe einfach, dass die Ergebnisse so bleiben. Der größte Schmerz eines Turmorkranken ist die Angst davor, dass die Krankheit zurück kommt. Sticht es im Bauch, kratzt es im Hals, ein Ziehen unter den Rippen, bei jedem Symptom ist diese Angst wieder da. Morgen kann es wieder los gehen. So ist das. Damit zu Leben muss man lernen. Das ist nicht besonders einfach.

Übermorgen werde ich in den Zug steigen und Reisen. Mein Zuhause schwimmt und durch Corona schwimmt es jetzt in Südamerika. Da komme ich im Moment noch nicht hin. Somit versuche ich jetzt erst einmal eine kleine Reise nach Portugal. Dann weiter nach Spanien. Einen Freund besuchen, mit dem ich letztes Jahr noch Segeln und Kiten war. Das Meer sehen und die Seele baumeln lassen. Sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen, Energie tanken. Das ist ein großer Schritt nach vorne für mich. Grade habe meine Toilette gepackt und sie ist schon fast wie die eines Gesunden. Jetzt kommt’s: Ja Ich bin gesund. Ich schaue in den Spiegel. Da steht jemand der etwas anders ist. Vielleicht ein paar Jahre schneller gealtert, immer noch ich. Mein Blick ist klar, meine Gedanken geordnet. Ich habe mich lange nicht so gut gefühlt. Dank Dir.

So Blutsbruderherz. Auf dass es Dir mindestens genauso gut geht wie mir. Deine Welt Dir Freunde am Leben gibt und fühl Dich einfach gedrückt.

Bruderherz.


Mitsegeln auf der MARLIN.

Ab November soll es wieder auf große Fahrt gehen. Die BVI’s, Sint Maarten, Antigua, Guadeloupe, Martinique, St. Vincent & the Grenadines, Grenada stehen auf dem Plan. Ab Mai 2021 geht es über die Bermudas und die Azoren nach Europa.


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