• Da staunt Ruedi - Die seltsame Verwandlung der IRON LADY vom Hausboot zum Segelboot
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Der Beginn der sauren Gurken Zeit?

Team

Also das mit dem Namen voran, dass ändern wir dann doch mal wieder, Guido. Wenn da nix steht bin ich es – dä Skipper Mischa. Die Crew schreibt ihren Namen vorab. Weil meist schreib eh ich und wie das so ist, sitzt die Crew lieber im Cockpit und schaut Sterne. Kann ich auch voll verstehen. Da haben die Jungs sich lange drauf gefreut und sie sind froh über jede Auszeit. Der Bootsalltag ist schon anstrengend genug. Jetzt stell ich meine Crew mal vor, wie ich sie sehe nach den ersten Wochen.

Stefan

Ist 2009/2010 schon mit mir über den Atlantik und es muss ihm gefallen haben, sonst wäre er nicht noch mal mitgesegelt. Mein 1st Mate - der Verantwortliche nach dem Skipper. Kann den Kopf noch in den Motorraum stecken, wenn alle anderen schon grün/gelb über der Reling hängen. Stefan kümmert sich vermehrt um die Kombüse. „Der Koch ist Kapitän“, Navigation und hält die Crew zusammen, wenn es mal Missstimmung mit dem „Alten“ gibt. Kommt vor. Nen „Immerschuldigen“ braucht man eben immer im Leben. Stefan ist ein Lebemensch. Er arbeitet hart als Kaufmann um in seiner Freizeit gut zu leben. Sprich: Schlafen, Essen, Karin lieben, Leben und Leben lassen, Segeln, ab und an einen übern Durst trinken und dann die neue Kamera im Regen liegen lassen. Ein echter Sachse auf den ich mich immer verlassen kann. Gesunder Respekt vor großen Wellen und viel Wind, mutig wie ein alter Seemann, wenn es bei Wind und Welle aufs Vordeck geht.

Michael

Ist als Crew recht spontan dazugekommen, sozusagen im letzten Augenblick. Michael ist handwerklich begabt, Bootsbauer von Beruf und mir eine echt unersetzbare Hilfe. Hochgradig motiviert im Hafen, bei der ganzen Vorbereitung. Schrauben hier und da. Grade beim Schlechtwetter haben wir gesehen, wie wichtig das ist. Alles war klar, kein einziges Mal waren wir auf dem Vordeck! Michael ist immer da, versteht schnell und hat viel Kiemseeerfahrung mit Jollen und kleinen Kielbooten. Er ist der Beste an der Pinne, beim Trim der Segel. Am Anfang etwas unsicher, redete er recht viel. Aber das hat sich gegeben, jetzt genießt er den Törn, egal wie viel Wind und wie viel Welle. Ich habe das Gefühl, dass ein langgeträumter Traum grade in Erfüllung geht und es ist schön jemanden an Bord zu haben, dem es sichtlich gut geht, der jede Sekunde dieses langen Törns aufsaugt und als abrufbare Energie abspeichert.

Andreas

Der, mit dem Fisch auf dem obersten Bild. Andy und ich haben uns auf der BOOT kennengelernt. Andy ist selber Besitzer einer Kommodore / Hanseat 42’, ich habe ihm seine SSB/PACTOR/Bordrechner Anlage verkauft und eingebaut. Dabei haben wir uns kennengelernt. Ich habe ihm angeboten mitzusegeln, bevor er nächstes Jahr selber auf eigenem Kiel los geht. Andy hat ein dickes Fell als Biker immer nach dem Motto, wer bremst ist feige und hat als Selbstständiger sein Team im Griff. Sich auf’m Boot unterzuorden ist nen bisschen ungewohnt, bekommt er aber hin. Die christliche Seefahrt steht ihm nahe, es fehlen im aber noch ein paar Meilen. Andy lernt viel und das merkt man. Mit jedem Tag ist er vertrauter mit dem Schiff. Die LADY ist da nicht einfach. Nix ist so wie auf nem Serienkahn. Aber Andy bekommt das schnell hin und ist sich für keine Arbeit zu Schade. Andy telefoniert lieber als nen e-mail zu schreiben und dreht lieber nen Schwein am Spieß als schick essen zu gehen. Seine Frau Locke dachte er ist ein Bauer, als sie ihn kennenlernte, dabei ist er der Obelix der zur See fährt. Und wenn der Skipper nen Spruch bringt, kann Andy immer noch einen drauf setzen. Ich möchte Andy nicht missen.

Ich

Wer diese Seite liest, der kennt mich eh. „Wie ich mich selbst als Skipper sehe?“ Unsere Lektorin Birgit vom dk Verlag sagt: Alpha Tier. Das muss was mit unseren Vorfahren zu tun haben. Ich trinke, esse und rauche gerne und genieße jetzt mal wieder eine etwas ruhigere Zeit ohne Genussmittelchen an Bord meiner LADY. Ich behaupte mal segeln zu können, auch wenn ich vom platten Land komme und in fast allen Situationen Herr des Geschehens zu bleiben, daran ist die handwerkliche Erziehung meines alten Herren nicht unwesentlich schuld. Auf offener See, tausende von Meilen entfernt von der Zivilisation muss man sich eben schon zu helfen wissen. Nicht perfekt, aber mein Boot und ich sind Eins. Als Skipper bin ich wohl manchmal auch recht grumpy und merke nicht, wenn empfindliche Seelen nicht mit der großen Erscheinung und den trockenen Sprüchen klarkommen. Sagte man mir so. Fair soll ich trotzdem sein. Ich liebe das Meer, bis Windstärke 9, wie ich jetzt weiß, weil ich dann noch damit klarkomme, am liebsten raumschots mit viel offener See, sprich einem Ocean. Im Mittelmeer fühle ich mich eingesperrt und meine Schwester sagt immer: „Wenn Du ablegst, ist das immer direkt für Wochen.“

Was ist passiert?

Noch 3.183 Meilen bis Kapstadt. Wir laufen mit 3,5 Knoten über Grund, 1,5 Knoten Gegenströmung. Der Wind flaut und dreht langsam auf Ost. Ein unerwartetes Hoch bildet sich südlich von uns und wird uns ausbremsen. Körbeweise geht schlechtes Obst und Gemüse über Bord. Der Einkauf war nicht gut. Scheiß Kühlketten. Wir haben noch genug Fleisch im Kühlschrank für eine weitere Woche, eingeschweißt, noch drei Wochen gut, werden nicht verhungern, aber mit einem Blick auf die Karte, was noch an Weg vor uns liegt. Hmm. Die Crew spricht das Thema motoren an. Ich mag das ja nicht so besonders, aber mit Blick auf die Termine der Jungs, gebe ich Ihnen 300 Liter frei zur eigenen Entscheidung. 200 Liter bleiben für die letzten fünf Tage vor Kapstadt, als Sicherheit. Gut, dass wir energietechnisch nicht mehr von der Maschine abhängig sind. Klar werden wir Tristan da Cunha anlaufen, wenn wir es irgendwie hinbekommen. Aber dort liegen zu können, ist mehr Glück als Zufall. Das Wetter dreht ständig, kein Hafen, der Ankergrund mit Kalb verseucht. Nicht grade das, was man sich so für einen Stop wünscht. Wir werden sehen. Wenn’s passt soll es sein.

Heute hat Stefan Halbjahrestag mit seiner Karin und die hat er beim Doradeessen kennengelernt. „Skipper, wir müssen heute nen Fisch fangen!“ O.K. Eigentlich töte ich ja keine Tiere, wenn der Kühlschrank noch voll ist. Ich erkläre den Jungs, das Handwerkszeug, die Verwendung, Gefahren und Vorteile und wir legen die Angel raus. Keine Stunde später schreit Stefan: „FISCH“ Der erste Thunfisch springt uns vom Harken, eine halbe Stunde später ist der zweite dran. So einen habe ich noch nie gesehen. Kein Bonito, doppelt so groß, mit großen Augen und hellem Fleisch. Ich probiere ein Stück Nackenfleisch roh, aber der ist nur gut für den Topf. „Gott sei Dank“, meint Stefan, der kein Sushi mag. Zwei Stunden später gibt es Fischeintopf. Eine satte Crew ist glücklich. Und morgen wird wieder geangelt!



  • 06:00:00
  • 12.11.2010
  • 34°33.4500'S, 047°57.3400'W
  • 104°/2,7kn
  • South Atlantic
  • Tristan de CUNHA / Cape Town, South Africa
  • 15°/1021hpa 3/8
  • 11°
  • 12kn/SW
  • 1-1,5m/S

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