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Erster Schlag nach Montevideo

Port Closed

Gezahlt hatte ich die Marina ja schon gestern. Der Wind bläst am Morgen immer noch mit 25 Knoten. „Ich gehe duschen und dann mal eben zur Hafenverwaltung!“ Leicht gesagt. Wir sind in Uruguay. Und die Jungs von der Prefectura nehmen alles sehr ernst. So ernst, dass sie meine kopierten Papiere verschlunzt haben. Sechs Uniformierte wühlen alle Ordner durch. Ich schaue mir das Spiel 20 Minuten an, dann schlage ich vor, ich mache einfach neue. „Hmm?“ Aber wäre ja eh nicht schlimm, meint einer mit Zahnspange. „Der Hafen ist eh geschlossen.“ „Wie bitte?“ Geschlossener Hafen? Wo gibt es denn so etwas. „Ja, wegen schlechtem Wetter.“ „Will er mich jetzt verarschen?“ frage ich mich. Aber er meint es ernst. Und das Wechselschild an der Wand bleibt. „Port Closed!“ Wir legen ab, nicht das noch einer mit Zahnspange von der Perfectura kommt um uns zu sagen, dass wir unsere Genehmigung überschritten haben und jetzt wieder eine neue im Büro beantragen müssen. Ich gebe Michael das Zeichen die letzte Leine auf Slip zu lösen bevor ich an Land gehe und dafür sorge, dass seine Zahnspange richtig Sinn macht. Mit dem Arsch der LADY im Wind machen wir die letzten Leinen an Deck klar und ich beende meine einstündige Einweisung der Crew. Um die Mole der Einfahrt rollen die 2-3m braunen Brecher aus dem Rio de la Plata. Mit gerefften Groß raus. Die Fock raus, Motor aus und 25 Knoten Wind und Welle legen die LADY auf die Seite. Hoch am Wind kreuzen wir uns mit drei Schlägen von der Küste frei. „IRON LADY. IRON LADY. PORT Control!“ tönt es auf VHF 16. Nicht die Prefectura schon wieder. Ich antworte kurz und knapp. Jetzt wollen die mein ETA wissen. Weiß ich doch nicht. „Manana al medio dia. IRON LADY CLEAR!“ Sollen sie mir doch hinterherfahren, wenn sie wollen. Ich übe mit meiner Crew ein paar Wenden. Klappt! Cool. Wir steigen die Wellen rauf und runter. Den Wind auf die Nase. Ich gehe rein und lege mich hin, von den Jungs kommt keiner nach. Mal schauen, wer zuerst kotzt. Es steht eine ekelhafte Welle, aber ich hab es ihnen vorher gesagt. „Wir wollen Segeln!“ O.K. – Keiner kotzt! Hehe! Ich bin beeindruckt, nach dem ich zwei Stunden geschlafen habe. Nix kaputt, alle an Bord. Das mit dem Lächeln klappt erst wieder als der Wind nen bisschen geruhsamer wird. Am Morgen musste ich noch mit dem Chef der Prefectura diskutieren. „Wir sind ein Segelboot. Wir brauchen Wind. Nein, wir können nicht umkippen.“ „Aber ihr hab eine gefährliche See dort draußen. Schlimme Wellen, Strömung. Wale, Haifische, Piraten, U-Boote und was ich nicht noch was alles.“ Endlich wird das Schild umgedreht. „Porteinfaht gefährlich.“ Und das alles bei 25 Knoten Wind. Gestern, da hätte ich es ja noch verstanden... Inzwischen ist es Nacht. Wir haben gegessen und schieben die Doppelwachen, die erste Nacht auf See. Stefan und Andy liegen in der Vorkoje und kuscheln ;-) Micha sitzt draußen und guckt Sterne, der Skipper an den Tasten, die ihm die Welt bedeuten. Johann rattert friedlich sein Lied gegen 1,5 Knoten Strömung. Noch 16 Meilen bis nach Buceo, die Marina in Montevideo. Dort wollen wir bei Tagesanbruch einlaufen, ich mich wieder mit der Prefectura rumschlagen. Hoffentlich ist der Port nicht geschlossen wegen dem Totenfest. Wie heißt das noch. Wir brauchen einen Markt für ungekühltes Gemüse und einen großen Supermarkt, einen Fleischer, eine Altstadt mit ein paar Kneipen um noch mal nen bisschen um die Häuser zu ziehen, bevor es für Wochen auf den großen Atlantik geht. Wir sind alle glücklich! Der Skipper besonders, weil er ein Stromproblem hat. Wir haben nämlich zu viel Strom, wegen der Solarpanele. Wir wissen gar nicht was wir damit anfangen sollen. Einspeisen? Skipper lacht. Neues Video am 31.10.10



  • 23:00:00
  • 01.11.2010
  • 34°53.1490'S, 055°46.1200'W
  • 267°/3,3kn
  • Piriapolis, Uruguay
  • Montevideo, Uruguay
  • 17°/1017hpa 0/8 Stary Night
  • 15°
  • 5kn/SW
  • 1,5m/W

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