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IRON LADY beigedreht im Südatlantik

Ruhepunkt finden.

Skipper Mischa / Heute Morgen war so viel Feuchtigkeit durch Kondensation, dass ich er beigedreht habe. Crew und Schiff brauchen mal ne Pause. Für die Nichtsegler unter uns: Beidrehen ist wie auf‘n Rastplatz fahren. Die Lady wird in den Wind gewendet und die Fock wird backstehen gelassen. Danach ist es zwar immer noch schräg, aber man treibt nur noch. Zeit und Muße für eine Tasse Tee, Frühstück, frische Unterwäsche und Zahnpflege. Zeit zum Klardenken der Situation. Morgen ist Starkwind angesagt aus Süd. Das ist zu viel für uns. Aus den Grib Files kommt meist 5 Knoten mehr. Mit Versatz aus Strömung und Wind können wir Ostkurs eh nicht anliegen. Deshalb habe ich mit meiner Crew gemeinsam Ablaufen entschieden. Fock, ausgebaumt, reffbar und dann Kurs NE.

Auch ich habe diesmal 24h Stunden gebraucht um seefest zu werden. Wir sind uns alle einig: „Der Südatlantik ist kein Crusingrevier! Der Wind ist ja nicht das Problem, aber die Welle gegen den Falklandstrom bei Nordwind oder Brasilstrom bei Südwind, diese Welle ist ekelhaft. Die Amis nennen dieses Seegebiet, die Wellen und den Wind einfach violent (gewalttätig).“ Bruch gab es bisher keinen, außer einer Holzschüssel, die einem aus der Hand ins Wasser geglitten ist. All die gründlichen Vorbereitungen haben sich gelohnt. Kann ich gar nicht alles aufzählen. Die Stimmung ist weitestgehend gut, bis halt auf die Sachen die wir nicht ins Internet schreiben. Tja, so ist das. Ich kann ja nicht meinen Gästen meine Internetlogbuch-Philosophie auferlegen.

So jetzt habe ich genug gefaselt, war eh eigentlich mehr um allen Lesern mitzuteilen: „Alles in Butter, auf’m Kutter. Aber einfach ist es grade nicht.“ So. jetzt mal den Baum für die Fock raus und weiter. Bilder fügen wir später nach. Keiner sitzt im Moment gerne am Rechner.

LADY läuft weiter den Starkwind ab

Kochen bei Sturm.

Stefan (für Guido, weil der gerne wissen will wer schribt) / Endlich ist der Küchendienst geschafft. Endlich sage ich nur wegen dem sportlichen Aspekt. Denn wer mich kennt weiß, dass ich zu Hause gerne hinterm Herd stehe und leckere Gerichte zaubere. Nun gut und so tue ich das auch auf der Lady ebenfalls mit Freude, den Jungs hat es auch super geschmeckt – auch wenn nicht alle es bei sich behalten. Bei momentan 6m Welle kann das aber auch schon mal passieren. Auf jeden Fall ist so ein Kochen auf See unter diesen Bedingungen nicht so ganz einfach wenn der Skipper auch noch ein kleines Drei-Gänge-Menü vorschlägt, mit genauen Ansagen. Gesagt getan - 4 Stunden später ist die Pantry wieder aufgeklart. Daheim wäre es wahrscheinlich in 1 h gegangen und ohne Andys Unterstützung, der hat nämlich in der Kuschelecke Zwiebeln, Knoblauch, Kartoffeln und Möhren geschält, während ich mich in der Pantry verkeilt habe um Tomatenreis und Eintopf zu kochen + einen Salat vorweg.

Ach der Skipper nennt das übrigens Eiertanz – wie uns die Lady gerade durch die Wellen schaukelt. Guter Spruch aus der Seekoje – ich falle fast vom Navihocker und treffe kaum die Tasten. Gut das der Micha, unser gelernter Bootsbauer an Bord, auf Skippers Komando den Navitisch zugeschraubt hat, damit der nicht auch noch irgendwann auffliegt. Das stimmt uns grade etwas nachdenklich :-)

Das nur nebenbei gesagt.

Beim Kochen auf See komme ich auch ziemlich leicht in Schweiß – besonders wenn alle Luken dicht sind und der Gasherd auf Hochtouren läuft. Incl. dem neuen Brot für morgen früh, in der Röhre. Naja, Handtuch um den Hals und weiter. Nach drei Stunden können wir das Essen genießen (dem Skipper fehlt wieder Salz, ansonsten alle zufrieden) und dann noch ne Stunde abwaschen – die Backform hat wieder mächtig aufgehalten – morgen bitte die Form etwas mehr einölen, Andy.



  • 20:47:00
  • 09.11.2010
  • 34°51.0200'S, 051°42.5900'W
  • 68°/4kn
  • South Atlantic
  • Cape Town, South Africa
  • 19,5°/1011hpa 8/8
  • 11°
  • 35-40kn/SSE
  • 4-6m/S

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