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Riten und mehr

Riten und mehr

20:07 Endlich haben wir uns von der Ferienspassinsel Kuanidup getrennt, denn schliesslich soll unser Gast Stephanie noch ein bisschen mehr von San Blas sehen. Kaum ist Fahrt im Schiff, sehen wir, wie das Inselboot mit zwei Kunaindianern ablegt und uns verfolgt. Auch sie wollen nach Rio Sidra und natuerlich lieber im Cockpit der Lady sitzen, als im eigenen Boot. Kein Problem, der Einbaum wird gezogen, Miguel und Capitano, die beiden Indios, sitzen im Cockpit und lassen sich die Instrumente erklaeren.

Erstes Ziel ist Rio Sidra, zum Wassertanken, die Prozedur kennen wir ja schon, so dass wir Schwestern Micha alleine zuruecklassen duerfen und uns mit zwei kleinen Jungs als Fremdenfuehrer das Dorf anschauen! Wir besichtigen den Congreso, lernen wichtige Menschen kennen, erstehen Eier, Zwiebeln und sogar frische Paprika, eine Seltenheit hier! Das Dorf jedoch ist merklich stiller, als bei unserem letzten Besuch und schnell erfahren wir den Grund. Ein wichtiger Mann, Mitglied des Congreso ist gestorben. Die Dorfflagge weht auf Halbmast und alle Menschen bewegen sich ein wenig bedaechtiger und langsamer, jeder weiss Bescheid, jeder trauert auf seine Weise mit. Unser vielleicht elfjaehriger Fuehrer bringt uns zum Trauerhaus und laedt uns ein, der Zeremonie beizuwohnen. Etwas eingeschuechtert bleiben wir vor dem Huetteneingang stehen, wissen nicht genau, ob wir nun wirklich teilhaben sollen, an der Trauer dieser Menschen. Doch schliesslich ueberwinden wir unsere Scheu, nachdem wir wiederholt aufgefordert wurden einzutreten.

In der Mitte der Huette ist ein Haengematte gespannt, in der der Tote in weissen Tuecher gehuellt liegt, auf dem Boden unzaehlige Lichter, Raeucherstaebchen, Weihrauch. Die engsten Familienmitglieder sitzen und stehen um den Aufgebahrten, singen, klagen und weinen, ein monotoner Rhythmus, eindringlicher Gesang, fast gespenstisch. Um die klagenden Frauen jedoch sind Kinder, Besucher aus anderen Familien, die ein und ausgehen, auch wir werden kaum bemerkt, ein paar laechelnde Gesichter, ein genickter Gruss. Nach kurzer Zeit wird uns irgendwie mulmig, wir gehoeren nicht hierher. Ich fuehle mich geehrt ueber diesen tiefen Einblick in die Tradition der Kuna, diese besondere Gastfreundschaft, moechte sie aber nicht missbrauchen.

Noch immer ein bisschen benommen gehen wir zurueck zur Lady. Kontrastprogramm. Miguel, von unserer Ferieninsel Kuanidup, hat mittlerweile einen Teil seiner Familie auf die Lady bestellt, alles wollen nach Kuanidup und die Lady, auf dem Weg zu den Cayos Holandeses, kann doch sicher einen Umweg fahren und die Familie absetzen. Kein Problem, bei so charmanten Damen, sagt der Skipper natuerlich nicht nein!

Mittlerweile haben wir unsere Passagiere abgesetzt, sind hoch am Wind vier Stunden gluecklich gesegelt und haben die Holandeses erreicht. Tuerkisblaues Wasser, eine kraeftige Brise und Palmeninseln. Idylle pur, abgesehen von den ca 10 amerikanischen Yachten um uns, die derselben Meinung sind. Doch auch das gehoert zum Program! Morgen darf Stephanie ihre erste Seglerparty erleben, denn montags wird abends immer der Muell verbrannt, ein gesellschaftliches Happening! Wir sind gespannt!



  • 20:07
  • 18.08.2002
  • 09°35.42'N, 078°40.55'W
  • Cayos Holandeses/San Blas
  • 27°C
  • NE 3-4
  • -

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