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Nightdive Kosmonauten

12:00 Die Nichttaucher moegen sich Fragen, worin der Reiz eines >>Nightdives<< besteht. Man koennte ja meinen das sei gefaehrlich und ein unnoetiges Risiko. Das stimmt so nicht, es ist nur eine andere Situation, auf welche die Tauchgruppe mit besonderen Regeln reagiert. Also warum ist das Nachttauchen so schoen? Meine Erklaerung lautet so: Die Hauptfaszination des Tauchens liegt in der Schwerelosigkeit, gekoppelt mit der Tatsache, sich in einer voellig fremden Umgebung zu befinden, die auch noch schoen ist. Nachts wird eben genau diese Schwerelosigkeitsgefuehl noch verstaerkt, denn zuerst ist alles schwarz. Man steigt in dieses schwarze Medium ein, welches einen traegt und vollkommen umgibt: so muss es auch im Weltraum sein. Alles wirkt noch fremder, bizarrer, die Bewegungen der Natur und auch die eigenen verlangsamen sich. Es ist als trete man in ein anderes Raum-Zeit-Kontinuum ein. Das Atmen wird noch bewusster. Es heisst, dass alle Menschen, die jemals diesen Planeten verlassen haben, also Astronauten und Kosmonauten, nach ihrer Rueckkehr begeisterte Taucher geworden sind. Nur mit dem Tauchen ist es fuer sie moeglich, annaehernd an diese einmalige ausserirdische Erfahrung wieder heran zu kommen. Als Kind wollte ich immer Astronaut werden. Als Kind?

11:45 Nachdem gestern Abend wieder ein wunderschoener, aber etwas >>verspaeteter<< Vollmond aufging, haben wir uns entschlossen, einen Nachttauchgang zu unternehmen. Dies war aus zwei Gruenden sehr spannend. Zunaechst ist da die Tatsache, dass Natale bisher noch nicht das Vergnuegen hatte, die Unterwasserwelt nur mit Taschenlampe ausgeruestet zu erkunden. Andererseits lagen wir in fuer Tauchverhaeltnisse sehr flachen Wasser, sodass die Tarierung zu einer echten Aufgabe wurde. Wir hatten gestern eine maximale Tiefe von 6 Meter - suess. Wir tauchten durchschnittlich auf 3 Meter. Das tat dem Spass aber ueberhaupt keinen Abbruch, denn wir verstehen Tauchen als Entspannung, als Entdeckungsreise und nicht als Rekordjagd. Daher gab es in unmittelbarer Naehe zur Lady (also im Innenriff der Roques) genug zu sehen. Micha hat es mir so erklaert: Wenn man seinen Fuehrerschein frisch gemacht hat, ist man derart mit dem Fahren beschaeftigt, dass keine Zeit bleibt, ein schoene Frau am Strassenrand zu sehen.
Mit dem Tauchen ist es genauso. Da Natale und ich mittlerweile keine blutigen Anfaenger mehr sind, konnten wir mit der Zeit an jedem Felsen ein kleines Stilleben, einen eigenen kleinen Kosmos entdecken. Vor allen Dingen rund um die Anemonen gab es bei genauem Hinsehen viel zu stauen, denn unter dem Schein der Tauchlampen kommen Farben zum Vorschein, die man tagsueber nicht sehen kann.

Micha war mit der Kamera und Makrovorsatz unterwegs – in einem der kommenden Berichte ueber die venzolanischen Antillen wird es dann auch ein paar tolle Bilder geben – hoffentlich, denn die Unterwasser-Fotografie ist so mit das Anspruchsvollste, was die Fotografie bietet. Aber da Micha ja quasi eine Mischung aus einem Seebaeren und einem Fisch ist, bin ich guter Dinge ;-)

… und am Ende des Tauchgangs laechelte Natale nach all der Vorabaufregung sehr gluecklich. Muede und zufrieden schliefen wir wie die Murmeltiere.

10:57 Heute morgen erreichte uns von einer guten Freundin aus Deutschland eine Reaktion auf die gestern veroeffentlichte Recherche zum Thema Korallensterben, die wir gerne ins Netz stellen moechten.

So, nu muss ich aber auch mal meckern, denn ich habe die Veroeffentlichung von Nadjas atemberaubenden Shinny-Berichtes gelesen. Als Biologin muss ich dazu jetzt mal direkt Stellung beziehen : Ich halte diese Theorie, auch wenn sie eingangs durch die Einfuegung des Woertchens -moeglicherweise- als Hypothese entlarvt wird, fuer doch recht weit hergeholt. Denn ein Pilz, der in unglaublicher Hitze und Trockenheit in der Wueste sein Unwesen treibt, kann vielleicht ein Kamel zum erliegen bringen. Dass er sich aber evolutionaer blitzschnell an total veraenderte Lebensbedingungen im Meer anpasst (100 Prozent H2O, Salzgehalt, andere Lichtverhaeltnisse, anderer pH-Wert etc.) und die armen kleinen Korallen hinmetzelt, halte ich doch fuer recht abenteuerlich extrapoliert. Kann es vielleicht sein, dass die Forschungsarbeiten dieses Teams zufaellig von amerikanischen Grosstankergesellschaften gesponsort werden? Denn letztendlich ist es doch die allgemeine Verschmutzung unseres Erdenrunds, die so langsam aber sicher auch di
Wir hoffen, dass allen Lesern klar ist, dass wir nicht glauben, dass einzig und allein die Staubgeschichte am grossen Korallensterben schuld ist. Wichtige Faktoren wie Verschmutzung der Gewaesser, mechanische Zerstoerung durch Tourismus, seien es nun Taucher oder auch Segler, die achtlos ihre Anker auf die Riffe werfen und Ueberwaermung der Gewaesser spielen eine grosse Rolle.
Fuer uns war es eifach so erschreckend, diesen Korallenfriedhof zu sehen, wo wir doch 2 Tage davor im Paradies getaucht sind, dass wir nach Erklaerungen suchen. Auch weiterhin sind wir fuer naehere Informationen dankbar.

Zur allgemeinen Lage der Besatzung sei gesagt, wir motoren friedlich durch das Roques-Archipel auf der Suche nach einem neuen Anker- und moeglicherweise Tauchplatz. Mark singt schon wieder froehliche Lieder, der Skipper haelt sich die Ohren zu.






  • 10:57
  • 01.03.2002
  • 11°54.29'N, 066°40.46'W
  • Las Roques/Buchiyaco
  • Noronqui
  • 29°C
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