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Günstig ist relativ

Man soll den Tag nie vor dem Morgen loben

Jetzt haben wir die Quittung für unsere preiswerte Übernachtung bekommen, denn unsere Pension hatte leider keinen bewachten oder abgeschlossenen Parkplatz. Dass der gerade auf der Straße der guten Kräuter, Avenida Yerbas Buenas, notwendig gewesen wäre, hat uns leider gestern Abend keiner verraten, aber wir wollen die Schuld nicht anderen in die Schuhe schieben. Schon gestern hatten wir eigentlich ein doofes Gefühl, haben auf dem Weg zum Abendessen nach Stickern gesucht, die anzeigen, dass wir eine Alarmanlage am Auto haben und uns im Stillen überlegt, ob wir nicht lieber eine Decke über unser Gepäck legen sollen. Hätte, hätte, Fahrradkette. Wir haben es nicht getan und irgendwer, vermutlich nach Konsum von Pisco oder guten Kräutern hat die Gelegenheit genutzt, unsere Scheibe eingeschlagen und ebenjene vier blaue Kisten entwendet, über die Micha gestern berichtet hat. Dazu einen Sack Schuhe, unseren Gaskocher und die Tasche mit Michas Klamotten. Schlafsäcke, Zelt, Benzinkanister, Kleingeld in der Konsole, Fernglas unterm Autositz stattdessen, also alles was man prima zu Geld machen könnte, haben sie uns gelassen. Dafür sitzen die Ganoven jetzt auf einer 10 kg schweren Kiste bester deutscher Grundschulliteratur aus dem Hause Klett. Was sie wohl damit anfangen werden? Deutsch lernen? Die Tagebücher der Kinder, unser neu begonnenes Schulprojekt zum Thema Vulkane, alles weg. Viele Tränen fliessen, bis wir mit den Kindern einen Plan B diskutieren können.

In der Zwischenzeit taucht die erste blaue Kiste auf, stand vor der Tür der Nachbarin, einem weiteren Hotel, leider nur Töpfe und Geschirr, aber immerhin. Die Señora erkennt unsere Notlage und kurzerhand ziehen wir mit den übergebliebenen Klamotten und unserem Herrn Beuger ein Haus weiter. Statt bröckelnden Putz gibt es weisse Spitzenbettwäsche, zwei große Doppelbetten, Rührei zum Frühstück und für Herrn Beuger einen schicken Parkplatz mit abschliessbarem Tor. Kostet natürlich auch mehr, aber günstig reicht uns für heute.

So ganz wollen wir unsere Kisten jedoch noch nicht aufgeben. Die Schuhe werden letztendlich hoffentlich an anderen Kinderfüßen gut aufgehoben sein, können wir als Spende abhaken, ebenso die Lebensmittel, die in den beiden Kisten waren, Michas Klamotten werden zwar nicht unbedingt einen passenden Inhalt hier in diesen Breiten finden, aber wer weiss. Doch was die Bildung angeht, da kenne ich keinen Spass, also führt uns der nächste Gang zur Polizei. Anzeige erstatten. Sofort sind wir dran, geben alles zu Protokoll und gehen eine halbe Stunde später mit dem Versprechen eines jungen Carabiniere wieder, sich heute Nacht mal in den einschlägigen Kneipen umzuhören und nach der Schule zu forschen. Er segelt nämlich auch, Regatta, und sein Vater ist Commodore irgendeines Yacht Clubs in der Nähe von Valparaiso. Ob’s hilft? Daumen drücken. Ansonsten passiert nichts, denn es ist Sonntag, da ist in Chile alles zu bis auf die Fenster, aus denen dringt nämlich in unregelmässigen Abständen ein lautes “Goooooooolllllllll”. Sonntag gehört in Chile nämlich der Kirche, der Familie und dem Fußball. Mittagessen finden wir bei. Chinesen am Platze, der geht nämlich nicht in die Kirche und Fußball guckt er auch nicht.

Jetzt ist der Igel von gestern wieder im Einsatz und ich werde weiter im WWW surfen und im Stillen allen Grundschullehrern danken, die ihre Arbeitsmaterialien gratis zur Verfügung stellen! Wann es weitergeht hängt von der Autowerkstatt ab, ohne Scheibe kein Nationalpark, soviel steht fest.






  • 19:54:00
  • 22.07.2012
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