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Take off

Sardinenbüchse

Mit der Malaysian Air geht es rüber, über den Südatlantik. Malaysia, kreist es in meinem Kopf. Der Flug geht direkt nach Kualur Lumpur (dreckiger Fluß). Nicht weit davon entfernt in Penang, ist Maya geboren und immer, wenn ich sie frage, wohin wir denn nächstes Jahr segeln sollen, sagt sie: „Nach Malaysia!“ Dort ist es genau so heiß und drückend, wie die letzten Tage in Uruguay und Buenos Aires. Eingequetscht zwischen einen wortkargen südafrikanischen Bauern und einem chinesischen Argentinier, der an leichten epileptischen Anfällen leidet, schaue ich mir einen Film über einen Zeitreisenden an. Ich fühle mich manchmal auch zeitreisend. „Woher hast Du das nur? Von mir nicht und auch nicht von Deiner Mutter. Kannst Du Dich nicht mal für einen Ort auf der Welt entscheiden?“, meint Ortwin, mein Vater am Telefon. Tja, Folge einer Weltumsegelung in verhärteter Form. Frage mich selber oft, wo denn nun die Reise hingeht. Im Moment über den Südatlantik und das ziemlich schnell. Acht Stunden und dann bin ich wieder dort, wo ich im April diesen Jahres gestartet bin. Es war eine Probe, um zu sehen, ob mir das Kojencharterbusiness gefällt. Jetzt, erst mal eine Pause und ich lasse die Erlebnisse an mir vorbeiziehen. Finanziell gesehen wird man dabei nicht reich. Nach Abzug aller Schäden und Unterhaltskosten am Boot und dem Geld, was man dann doch auch fürs Leben ausgibt, bleibt da nicht viel übrig. Aber, war mir das nicht schon vorher klar? Segeln ist und bleibt Hoffnung: Auf den richtigen Wind, auf eine angenehme Welle und wenig, was kaputt geht. Faszination und Respekt liegen eng beieinander und nicht immer geht es so vonstatten, wie es geplant ist. Mit mehreren Männern über eine so lange Zeit an Bord zu leben, war auf See nie ein Problem, danach wieder im Hafen oder am Ankerplatz kommt alle aufgelaufenen Missstimmungen dann auf kurz oder lang raus, werden reflektiert. Muss man als Skipper auch erst mal mit klarkommen. Als Gast hat man natürlich auch so seine Vorstellungen, die geldwert umgesetzt, ein Erwartungspacket schnüren, dass durch vor allen Dingen durch das nicht zu beeinflussende Wetter schnell mal nicht komplett in Erfüllung gehen kann. Ich bin im Gedanken, während dieser riesige Vogel aus Aluminium, Stahl und Plastik, seinen Weg Richtung Ost zieht.

Die malayische Crew ist nett und als ich mich bei der Stewardess mit einem netten „Teri Makassi!“, für ein Glas Rotwein bedanke, lächelt sie mich überfreundlich an und liest mir folgend meine Wünsche von den Augen ab. Ich bekomme Erdnüsse, das Weinglas füllt sich, bis ich selig einschlafe und werde freundlich zum Essen geweckt. Ansonsten ist das Flugzeug zu 90% mit malaysischen Chinesen, die allesamt in Buenos Aires leben, belegt. Ich hasse Fliegen, aber es ist nichts zu ändern so bald man den Flughafen betritt. Man ist angewiesen den strengen Ablauf einzuhalten. Checkin, Übergepäck, Kontrollen, Schlange stehen, Immigration, Kontrolle, Warten, Anstehen, Schlange stehen, die meisten kennt das. Ich schalte dann innerlich auf Stillstand, bis zu dem Moment wo ich am Zielflughafen angelangt aus dem Flughafengebäude herauskomme.



  • 23:59:00
  • 27.12.2010
  • 37°14.0000'S, 051°58.0000'W
  • 90°/680kn
  • South Atlantic
  • Cape Town, South Atlantic
  • -°/-hpa
  • -kn/-
  • -m

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