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Deja Vu

Wochenstart im Paradies

Seit gestern Abend: Regen! Warum ist es eigentlich so grün hier und in den Bächen der Insel aus den grade mal knapp 1000 Meter hohen Bergen fließt das Süßwasser in Strömen ins Meer? Nun, ganz einfach. Zu der heißen Sonne kommen derweilen eben auch ordentliche Regengüsse. Nicht schön für die Kinder und Natale. Der Wetterbericht zeigt für heute Regen und für Mittwoch Donnerstag noch mal richtig Regen. Ein Hoch setzt sich nördlich von Rio fest und die Wolken aus dem Süden kommend regnen sich ordentlich ab. Mit dem Regen wird sich die Enge auf der LADY nun zum Problem. Schauen wir mal wie wir vier damit klarkommen. Vielleicht packen wir uns besser unsere Regenjacken und gehen einer der vielen Wanderwege lang, als auf der LADY zu versacken.

Doch noch während wir unsere Rucksäcke für die Wanderung zusammenpacken, wendet sich das Blatt. Ein Dinghi nähert sich und darin, man glaubt es kaum, ein Vater mit Kind. Der Rest der Crew, Bruder und Mutter sind noch an Bord, Schulstunde. Maya und Lena könne ihr Glück kaum fassen, ein anderes Boot, deutschsprachig dazu mit zwei Kindern in ihrem Alter, und das hier mitten in Brasilien, zu einer Zeit, wo nicht viel los ist. Für den Nachmittag verabreden wir uns an Bord der MUKTUK und ziehen zunächst Richtung Dorf und versprochener Wanderung. Das Dorf ist heute wie ausgestorben, die brasilianischen Schulferien sind vorbei, die letzten Touristen mit der letzten Fähre gestern Abend abgefahren. Die Buden und Girlanden, die gestern farbenfroh in der Stadt mit Lichtern angestrahlt wurden hängen traurig im Dreck und werden von den wenigen europäische Touristen platt getreten. Eine Touristenhochburg in Katerstimmung. Wir finden es sympathisch, folgen dem Weg aus dem Dor hinaus und finden hierbei das richtige Dorf. Die Polizeistation, die Schule mit dem Spielplatz davor, den Fischer, der seinen Fang nach Hause trägt und eine gelassene brasilianische Ruhe. Am Strand entlang führt der Weg zum alten Lazarett, eine Quarantänestation, in der zu Zeiten der Cholera in Europa bis zu 500 Menschen ihre Quarantänezeit verbrachten, bevor sie das Festland betreten durften. Später wurde das Lazarett in ein Gefängnis für politische Gefangene umgewandelt und heute stehen nur noch einige Ruinen. Tiefer im Urwald findet man ein Aquädukt, dass die Station damals und das Dorf heute noch mit frischem Wasser aus den Bergen versorgt.

Zurück im Dorf haben die Kinder es endlich geschafft und den Papa so lange weichgeklopft, bis der wiederum mit seinem Hundeblick alle Argumente gegen Flipflops, oder Flipflopse, wie die Kinder sagen, außer Gefecht gesetzt hat. Bitteschön, dann gehen wir halt Schuhe kaufen, einzige Bedingung, die Schuhe bleiben an Bord. Im 5. Laden finden wir endlich die erforderlichen Größen und das zweite Kapitel beginnt. Wie läuft man in diesen Dingen. Maya und Lena ernten viele Blicke von Touristen, die entzückt das Gestolper der beiden vom Laden zum Dinghi verfolgen. Lena gibt nach 50 Metern auf, nachdem sie die Finger an die 100mal verloren hat, weil sie aus den Zehen rausrutschen und geht lieber barfuss. Maya hält sich wacker bis zum Dinghi. Wer schön sein will……

Doch dann sind alle Flipflopse der Welt vergessen. Wir besuchen die MUKTUK. Fremde Boote, Kinderzimmer an Bord, ein Junge der mit seiner Mama Schule an Bord macht, 6 Jahre alt ist und schon lesen kann, das alles ist für Maya und Lena natürlich höchstspannend und für die Eltern nicht minder. Aber halt, wir kennen uns doch, oder? Langsam treten Verbindungen zu Tage, an Bord der MUKTUK ist ein Pactor Modem, erstanden bei Micha, allerdings von ihren Eltern, einen Artikel von den Beiden haben wir vor vielleicht 2 Jahren in der Blauwasser gelesen, aber war da nicht noch mehr? Irgendwann fällt der Groschen, Sylvester 2001 haben wir zusammen gefeiert, in Trinidad, der Bucht von Chachachachare, in der alten Leprastation, fast 10 Jahre jünger waren wir alle, ohne Kinder und die beiden hatten einen schnellen Katamaran. Unglaublich, wie klein die Welt der Segler ist, wie verschieden die Lebensläufe, und plötzlich trifft man sich wieder.

Die nächsten Tage sind auf jeden Tag gerettet, Regen oder nicht, die Kinder sind glücklich.






  • 20:00:00
  • 02.08.2010
  • 23°08.36'S, 044°09.55'W
  • Ilha Grande, Abraao, Brazil
  • Rio den Janiero, Brazil
  • 22°
  • 22°
  • 3kn/VAR
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