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Alles so schoen bunt hier

22:25 Natale hat schon recht mit beaengstigend. Vorhin iss nen Frachter vorbeigekommen, dass ich schon nen Ausweichmanoever fahren wollte. Capitana aber ganz cool. >>Der is noch mindestens 500 Meter weit weg.<< Und sie hat Recht behalten. Heute Nachmittag hat es wieder schrecklich Bum Bum gemacht. Die Lady gegen so nen Baumstamm gekracht. Hab erst gedacht ne Unterwant waere gebrochen. Mann, das war ne Rums. Gibt bestimmt nen Rostfleck unter Wasser. Ansonsten muss ich jetzt wieder die Augen aufhalten und hab gar keinen Bock. Maschine weiterhin am Start dabei. Stroemung wie Hund. Was waeren wir ohne den Daimler? Nix. Danke Herr Benz.

20:18 Ist mal wieder soweit, Augen auf im Cockpit. Tatsaechlich kommen wir wohl den Schifffahrtsstrassen rund um Singapur immer naeher. Ein dicker Pott nach dem naechsten zieht in teilweise beaengstiger Entfernung an uns vorueber. Und schnell sind sie, kaum hat man sie am Horizont entdeckt, kann man ihnen schon fast in die Kombuese gucken. Die letzten drei haben sich gerade verabschiedet, jetzt scheint erst mal Ruhe zu sein.

Motor laeuft leider seit einer halben Stunde wieder mit, bei bestimmt zwei Knoten Gegenstrom kommen wir einfach nicht mehr vorwaerts, doch das muessen wir, wenn wir die Singaporestrait morgen bei Tageslicht erreichen wollen.

Ich geh wieder Tanker gucken, rote, gelbe, gruene Lichter

14:57 Seit drei Stunden geniessen wir segeln pur, erst noch sehr zaghaft, aber schliesslich doch hat sich der Nordost durchgesetzt und die Lady segelt am Wind mit 5 Knoten in die richtige Richtung. Dazu Sonnenschein, nur wenig Strom und ruhige See. Perfekt.
Wir geniessen die Ruhe, sitzen teetrinkend im Cockpit und schauen aufs blaue Meer. So hatten wir uns das vorgestellt.
Was will man noch dazu sagen, Daumen druecken dass er durchsteht, der Nordost!

10:36 Es wird heisser und heisser mit jeder Meile die wir naeher an Singapore herankommen. Ich sitze direkt vor dem Ventilator und trotzdem laeuft mir der Schweiss ueber die Brust, rinnt ueber den Bauch und sammelt sich im Sarong. Uff. Das kann ja heiter werden. Ein Bad an der Badeleiter hat kurze Abkuehlung geschaffen, doch auf Dauer hilft das nicht. Wir wissen, dass wir uns, erst mal angekommen, nach ein paar Tagen an das neue Klima gewoehnen werden, doch im Moment ist es echt heftig. Bis zur Singaporestrait noch 76 Meilen, also noch eine Nacht mit unendlich Schiffsverkehr. Wir laufen unter Segel und Motor. Ein bisschen mehr Wind und es wuerde ohne Motor gehen, aber jetzt mit 2 Knoten segeln, dass koennen wir nicht, so kurz vorm Ziel, fehlen uns die Nerven. Ankommen, Marina, Duschen und ne saftiges Steak, davon traeumen wir im Moment.

04:14 Ein Rappeln an der Schulter. >>Deine Wache! Aufwachen.<< Wie ich das hasse. Morgens um 4:00. So frueh, so gemein, aus den den tiefsten Traeimen in die Realitaet versetzt zu werden. Und doch, irgendwann gewoehnt man sich daran, oder eben auch nie... Alles o.k. Noch 100 Meilen bis zur Einfahrt in die Singapur Strait, also etwa morgen frueh um die Uhrzeit. Ich schalte unser launisches Radar ein um mal zu sehen wie die Stimmung so ist. Ah, man scheint arbeitswillig zu sein. Na, da bin ich ja mal gespannt. Gutes Timing, bei Tag in die Strasse einzubiegen, da muss die Hoelle los sein. Von den Wachen, der salzigen Luft, brennt meine Gesichtshaut. Ich versuche es mit dick Nivea. An den Augen kommt es mir vor, als wenn die Haut knistert wie trockenes Zeitungspapier. >>Guten Morgen.<<

00:26 Es kommt Wind auf. Nen bisschen mehr als wenig und genug um wenigstens die Fock dabeizusetzen. Das mag der Skipper, das mag die Lady. Leider kommt der Wind aus Nord und noch nicht genug um Kurs unter Segel anzuliegen. Aber die Hoffnung steigt und vielleicht, ja vielleicht dreht der Wind ja im Laufe des Tages auf NE. Ich finde, wir haetten es verdient.

Meine naechste Schlafensrunde liegt auch fast an. Halbe Stunde noch. Wie bekomme ich diese bestmoeglich rum? Logbuchbericht schreiben, Sterne gucken, traumen und wachbleiben! Die Fischer hier schalten anscheinend gerne das Licht aus. Ploetzlich ist ein Licht vor der Lady, Minuten spaeter ist es wieder weg. Viel zu schnell, als dass der entsprechende Kahn hinter dem Horizont verschwinden koennte. Na ja, zumindest schlafen sie nicht, die U-Boote, wie Natale sagt. In Ihrer Wache waren mindestens 25 Boote um uns rum. Ich habe gerade mal zwei Lichter kurz gesehen.






  • 00:26
  • 17.02.2005
  • 00°17.15'N, 106°32.78E
  • Suedchinesisches Meer
  • Singapore
  • 29°C
  • 2-3 N
  • 1

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