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Schon wieder aufstehen

Schon wieder aufstehen

22:22 So was, da war ich doch gerade eingeschlafen. So kommt es mir gerade vor. In Wirklichkeit habe ich drei Stunden Tiefschlaf gehabt. Vom Lichtermehr ist nur ein Boot uebriggeblieben. Aber das kann sich aendern.

Ich habe Kopfschmerzen von der Motorerei. Brrrrrrr.... Endlos, Schier endlos dieselt der Daimler als wenn es in Singapur was umsonst gaebe. Na ja, eigentlich bin ich, sind wir saufroh ueber jede Meile die uns der der Daimler nach Norden schiebt. Beim motoren von so langen Strecken kann so viel kaputt gehen. Beim Segeln ist das anders.

Die See ist spiegelglatt. Von Wind ist gar nicht mehr die Rede. Indonesien wird in unserer Erinnerung an das Land mit dem billigsten Diesel und den meisten Motorstunden eingehen. Zur Beruhigung erinnere ich mich, dass es nicht nur uns so geht.

Wieder mal Tee kochen? Habe heute erst zwei Kannen getrunken. Oder waren es drei? Ich weiss nicht mehr. Brrrrrrr....

20:31 Komisch ist das, tagsueber begegnen wir kaum einem Schiff, weder Fischer noch Frachter, doch kaum wird das grosse Licht ausgeknipst, gehen ueberall am Horizont die Lampen an und wir befinden uns direkt vor einer riesigen Fischereiflotte. Mindestens 10-15 Boote. Verrueckt, wo sind die bloss am Tage? U-Boote, oder wie? Naja, hilft nur Augen auf und zur Not Zickzack fahren.
Micha wird schon ganz nervoes und kommt alle 10 Minuten gucken, ob ich auch nicht eingeschlafen bin! ;-) Selber schuld, von meiner Freiwache kriegt er trotzdem keine Minute ab...

18:48 Wundert es dass eben genau die Lady nicht zurueck auf die Nordhalbkugel will? Zwei Meilen vor dem Aequator. Tuff, tuff, tuff... Johann verweigert den Dienst. Einfach ausgegangen. Wieder mal: Bodenbretter auf. Luftfilter? Dieselvorfilter? Dieselfeinfilter? Oelstand Einspritzpumpe. O.K. Eben alles raus, neue Filter und Oel in die Einspritzpumpe nachfuellen. Dieselleitungen entlueften. Start. Uff. Alles laeuft wieder. Bodenbretter wieder drauf und weiter gehts. Na, sind wir gut? Der Boxenstopp hat uns 30 Minuten gekostet. Alles gut. 20 Minuten spaeter ueberqueren wir zu viert, also Kind im Bauch, Mutti, Micha und Lady die magische Linie. Aus dem >>S<< auf dem GPS wird ein >>N<< fuer Nordhalbkugel. Voellig unspektakulaer. Getauft sind wir ja schon, also heute die letzten Reste aus den Backskisten. Gruener Spargel aus der Dose, Rote Bete und die letzten beiden Trinknuesse. Na, das ist doch ne Party.

13:49 Wir haben die kleine Insel Pejantan erreicht und motorsegeln in 15 Meilen Abstand dran vorbei. Koennte man ja schon wieder anhalten, denken wir uns. Aber tun wir nicht. So langsam werden wir ungeduldig und wollen in Singapur oder besser Malaysia ankommen. 216 Meilen noch to Go. Go Lady Go. Das Wetter bleibt weiter Waschkueche. 100 Prozent Aequatorwolkenbedeckung. 1009 hpa, manchmal mit Schauern. Wind natuerlich entgegen aller Vorhersagen aus Westen.

09:01 Das Raetsel um unseren naechtlichen Begleiter hat sich aufgeloest. Heute morgen im Tageslicht konnte man sehen, dass es sich um nen Schleppzug handelt. Bartsch mit Palmenoel oder so. Kommt wahrscheinlich auch aus Kumai und will eben in dieselbe Richtung wie wir, und solche Schleppverbaende bewegen sich eben mit derselben Schneckengeschwindigkeit, wie die dicke Lady.
Nachts kann man die oft nicht als solche erkennen, denn die vorgeschriebenen Schleppverbandlichter fuehren die nur selten, haeufig ist das Anhaengsel gar nicht beleuchtet.

Naja, hat sich das geklaert. Himmel ist wolkenverhangen, leichte Brise aus Nord. Richtiges Aequatorwetter. Uselig.

06:31 Das ominoese Fahrzeug neben uns hat dann um fuenf Uhr die Beleuchtung ganz geloescht. Ich, nicht dumm, man weiss ja nie, ebenso... Jetzt ist er weg. Gut so. Mag das nicht, die ganze Nacht nen Begleiter zu haben.

Die Sonne ist aufgegangen. Um uns herum typische Aequatorwetter. Aufregende Wolkenformationen, dazwischen ein bisschen blauer Himmel. Poldy: 1010hpa! Der Wind kommt aus NW. Hmm. Ich hatte eigentlich fest damit gerechnet ab heute NE zu bekommen und dann die Segel setzten zu koennen. Aber alle Froesche sagen N-NW. Leicht, ganz leicht, aber eben Motorwetter, gegenan. Die Welle ist aber friedlich, sehr friedlich, eigentlich nicht als Welle zu bezeichnen. Den letzten halben Liter Zweitaktoel hab ich Johann gelassen, habe noch nicht einmal genippt. Der Fassdiesel aus Carimata hat Johann gar nicht geschmeckt, getickert und gerumpelt hat Johann. Jetzt schnurrt er wieder friedlich und rund. Natale auch, Mutti liegt den Bauch rausgestreckt in der Koje. Also, dem Kind geht es gut und mir dann auch, so soll es denn dann die naechsten Jahre sein. Oder? Sind Maenner eigentlich auch schwanger, ich mein so mit Hormonausschuettungen? Ich glaube schon, irgendwie jedenfalls. So zum Teekochen habe ich zwei Stunden gebraucht, aber jetzt kocht das Wasser und dann entern wir die noerdliche Halbkugel dieses Planeten Erde.

04:32 2 Meilen westlich von uns faehrt die ganze Nacht schon ein anderes Boot mit weissem Rundumlicht. Jetzt gerade nach Wachwechsel immer noch. Zufall? Komisch. Werden das mal beobachten.

Eine dicke Regenwolke hat sich seit ein paar Stunden ueber die Lady gelegt. Es fisselt zwar nur noch, aber eben keine Sterne mehr. Stockduster ist es draussen. Noch eine Stunde bis es anfaengt zu daemmern. Na ja. Geh mal nen Tee kochen oder so. Noch 60 Meilen bis zum Eaquator, noch 259 Meilen bis Singapur.



  • 04:32
  • 16.02.2005
  • 00°57.50S, 108°05.46E
  • Suedchinesisches Meer
  • Singapore
  • 28°C
  • 1-2 W
  • 0,5

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