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basics

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Der Ankerplatz vor Analava hat so seine Tuecken. Abends um 10 muessen wir feststellen, dass wir keineswegs eine halbe Meile entfernt vom Land liegen, sondern nur noch vielleicht 50 Meter. Direkt vor der Stadt liegt eine riesige Sandbank, die bei Niedrigwasser komplett trockenfaellt. Wie sollen wir hier bloss alle zusammen an Land kommen, und vor allem, wie wieder zurueck, bei fallendem Wasser morgen frueh. Egal erst mal ist schlafen angesagt. Doch nicht lange, denn schon um 3 Uhr morgens ist die Nacht vorbei. Ein Boot nach dem naechsten loest sich vom Ufer, treibt in der rabenschwarzen Nacht auf die Lady zu und schliesslich ankern 3 oder 4 der lokalen Schooner keine 10 Meter von der Lady entfernt. Laute Rufe, kein Licht. Ganz schoen unheimlich. Nach der Naehmaschinenerfahrungen in HellVille sind wir natuerlich etwas nervoes, machen Licht, rennen auf dem Deck rum und signalisieren, dass hier nichts zu holen ist.
Am Morgen klaert sich das Schauspiel auf. Keines der teilweise bis zu 20 Meter langen Boote hat einen Motor. Bei Hochwasser, nachts um 3, lassen sie sich mit fallendem Wasser ueber die Sandbank treiben, schmeissen ihren Anker im tiefen Wasser und warten auf den Morgen, wenn Landwind und Strom perfekte Segelbedingungen bieten. Alles ohne Uhr und Tidenkalender. Segeln mit Instinkt, die Jungs hier haben echt was drauf. Also wieder keine Gauner, nur ganz normales Leben.

Mittlerweile steht die Sonne am Himmel, die Sandbank ist halb trockengefallen und Micha faehrt mich mit unseren restlichen Ariary an Land, damit ich die auf den Kopf haue. Doch in Annalava 15 Euro auszugeben erweist sich als geradezu unmoeglich. Ich finde Mehl, Kartoffeln, Tomaten, Bananen, Fruehlingszwiebeln und ganze 6 Eier. Der Plan noch ein bisschen Diesel zu bunkern schlaegt ebenfalls. Das enzige Gefaehrt mit Raedern, dass ich sehe, ist ein Ochsenkarren. Keine Autos, keine Motorraeder, keine Busse, nichts. Und natuerlich auch keine Dieselmotoren auf den Schiffen. Die haben Paddel, Stoecke, Wind und die Tide. Was es gibt in Annalava sind Schulen und Kinder. Oder ist es die Uhrzeit, gerade mal 7 am Morgen, zu der ich auf der Strasse bin? Die Menschen sind sehr nett und freundlich hier, bonjour, ca va? Und ein Laecheln an jeder Strassenecke. Die Strasse erinnert mit ihrem Staub und den Haeusern irgendwie an den Wilden Westen, ist sauber gefegt, aber man sieht ueberall, wie arm die Menschen hier sind. Es gibt wirklich nichts, und dass obwohl die Stadt immerhin einige tausend Einwohner hat.

Zurueck an Bord heben wir schnell den Anker und lassen uns von der Tide aus der Bucht rausspuelen. Ein weiterer wunderschoener Segeltag entlang der Kueste. Ziel ist die Morambabay, eine gut geschuetzte Bucht ungefaehr 40 Seemeilen suedlich in der unzaehlige Affenbrotbaeume, Baobabs, wachsen sollen.

Doch zuerst muss noch das Anglerglueck getestet werden. Nachdem uns ein dicker Brummer vom Haken gesprungen ist, das Mittagessen ohne Biss vonstatten ging und der Ankerplatz nur noch 5 Seemeilen entfernt liegt, greiferen wir zu haerteren Massnahmen. Ich bringe Maya das Daumendruecken bei. Daumen runter, Finger schliessen, feste druecken. Jetzt die rechte Hand und noch mal die linke. Nach zwanzig gedrueckten Daumen strafft sich die Leine. Wer sagt es denn? Mayas erster Fisch ist ein spanish macrel, vielleicht 50 cm lang. Hmmm. Abendessen gerettet.

Keine Stunde spaeter laufen wir in die Moramaba Bay ein. Unzaehlige Inseln und Inselchen aus Kalkstein, bizarre Felsformationen, darauf die Baobabs, knorrige, verhutzelte kleine Gnome und gewaltige Riesen. Verhexte Landschaft.

Ruhiges Wasser, Ententeich, leichte Brise. Gute Nacht.



  • 20:00
  • 19.10.2006
  • 14°52.92S, 047°20.59E
  • Madagascar/Moramba Bay
  • South Africa
  • 28°C
  • 3 NW
  • -

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