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R├╝ckenwind im Beagle Kanal

ETA Ushuaia 23:00

19:00 Nach einem koma├Ąhnlichem 12-Stunden Schlaf der gesamten Familie war heute Touristenaktivit├Ąt angesagt. Nach dem Fr├╝hst├╝ck ab ins Dinghi und rauf aufs Gel├Ąnde der Estancia Haberton, der ├Ąltesten Estancias Feuerlands. Vor ├╝ber hundert Jahren schenkte der argentinische Staat dem Reverend Bridges 20.000 Hektar Land als Dank f├╝r seine au├čerordentlichen Verdienste in der Bem├╝hung um ein friedliches Zusammenleben mit den Ureinwohnern Feuerlands. An die hundert Jahre funktionierte die Estancia als Schaffarm, die zu ihren H├Âchstzeiten 9000 Schafe hatte. Abgeschnitten von der Au├čenwelt, nur ├╝ber den Wasserweg oder durch einen tagelangen Pferderitt zu erreichen, lag sie gleichzeitig gesch├╝tzt vor den Gefahren der Zivilisation. Mit dem Bau einer Stra├če 1978 kamen auch die Viehdiebe und die wilden Hunde aus Ushuaia, die den Bestand der Farm dezimierten. Auf der anderen Seite wurde der Abverkauf der Wolle, der nun direkt ├╝ber die Farm erfolgen konnte, anstatt erst per Schiff nach Buenos Aires transportiert zu werden, erheblich vereinfacht. Ein besonders harter Winter 1996, in dem viele Schafe verhungerten oder erfroren, setzte den endg├╝ltigen Schlusspunkt f├╝r das Gesch├Ąft mit der Wolle. Seither finanziert sich die Estancia durch Tourismus, es gibt ein sch├Ânes kleines Museum f├╝r die maritime Fauna Feuerlands, in dem die Kinder heute Wal- und Delfinskelette besichtigen konnten, in den alten Schuppen kann man sich ein Bild von dem Leben auf der Estancia machen, wie es vor ein paar Jahrzehnten noch gewesen ist. Bis vor ein paar Jahren wurde das Mittagessen in einem kleinen, gem├╝tlichen, englisch anmutendem Teehaus serviert, mit kleinen Fenstern mit Blick auf das Wasser. Doch heute thront ein gro├čes Restaurant auf dem H├╝gel um die vielen internationalen Touristen satt zu bekommen. Die Guides, die t├Ąglich 4 Touren ├╝ber das Gel├Ąnde f├╝hren, sind junge Studenten aus Europa, die ihren Text auswendig gelernt haben, und nicht die geringste Verbindung mit dem Ort haben. Es ist interessant, aber der Funke fliegt nicht ├╝ber, nicht f├╝r uns zumindest. Vielleicht sind wir auch gerade schrecklich verw├Âhnt, von 5 Wochen wilder Natur.

Das Mittagessen im Restaurant sparen wir uns, und w├Ąhrend Micha den Anker hebt, setze ich das Nudelwasser auf. Kurs Ushuaia. Kaum sind wir in den Paso Mackkinley, einer Kanalenge, eingebogen, frischt der Wind aus West auf. Unsere Freunde von L4C best├Ątigen, dass Starkwind aus West angesagt ist. Na toll. 5 Meilen halten wir noch durch, dann biegen wir ab nach Nord und ankern an der argentinischen Seite des Kanals vor der Prefectura und einer kleinen Fischerh├╝ttenansammlung. ÔÇ×EckkneipeÔÇť murmelt Micha und paddelt mit dem Dinghi an Land. Keine 20 Minuten sp├Ąter dreht der Wind, auf Ost. Ost! Das gibt es hier fast nie. Weitere 20 Minuten sp├Ąter winschen wir das Dinghi wieder an Bord, eine Eckkneipe gab es nicht, aber ein Kiosk, der Bier verkauft. Anker auf! Mit R├╝ckenwind und 5,5 Knoten schie├čen wir unserem Ziel Ushuaia entgegen, unter Segeln. Damit haben wir nicht gerechnet. Estimated Time of Arrival 23:00.

Ankerfall in Dreamtown

Angekommen in Ushuaia

23:55 Wie geplant haben wir Ushuaia erreicht. Im Dunkeln, wie immer. Is klar. Keine Verluste, keine Sch├ĄdenÔÇŽ Das finden wir super. Tolles Schiff. Muss mal gesagt werden an dieser Stelle. Danke LADY, dass Du uns so sicher ├╝berall hin bringst, bis ans Ende der Welt. Bevor ich jetzt wehm├╝tig werde, geh ich besser mal in die Koje.



  • 23:55:00
  • 17.01.2012
  • 54┬░48.7160S, 068┬░18.6000W
  • -┬░/-kn
  • Ushuaia / Feuerland / Argentina
  • Puerto Williams / Chile
  • 11┬░/1006hpa
  • 0kn/E
  • 1m

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