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WIND!

23:24 Aufgewacht bin ich von killenden Segeln 8in der Plicht, de Natale im Arm, schlafend. Hmm. 23 Uhr. Wache. Schatz, geh mal schlafen, ich hol die Segel rein, schmeiss den Daimler rein, damit das Schlagen der Genua aufhoert. Doch kaum ist Natale im Bett. Oh Wunder, da kommt der Wind wieder. Leicht, aber irgendwie ist er wieder da, der SO-Wind, wie auf der Wetterkarte verzeichnet mit 5-8 Knoten, der Wind der uns endlich hier aus den vorgezogenen Rossbreiten hin und weg nach Pitcairn bringen soll. Oder. Wieder nur eine lokale Boe. Ich bin benommen, sitze bibbernd vor suedlicher Kaelte und denke an die Gaestebucheintraege. Hey, auch wenn Natale und ich gerade soooo alleine sind. Da sind unsere Leser mit uns. Danke fuer eure aufmunternden Worte. Ganz ehrlich. Koennen wir gerade sehr gut gebrauchen. So. Ich schmeiss mich mal eben hinter die Funke. Drei Stunden lang kann ich jetzt Mails schicken und empfangen, dann ist das Ausbreitungsloch hier von dem suedlichen Pazifik auch schon wieder zu…

20:23 Den ganzen Tag sind wir motort, bleierne See, kein Lueftchen. Doch kurz vor Sonnenuntergang waehrend des abendlichen Funkverkehrs taucht ploetzlich eine graue Wolkenwand an Backbord auf. Und die bringt Wind, mindestens 10 Knoten! Mit Vollzeug machen wir um die fuenf Knoten in die richtige Richtung und sind unglaublich gluecklich. Welch ein schoenes Gefuehl, die Lady in leichter Schraeglage, Druck in den Segeln, das hebt die Stimmung ungemein.

Micha holt in der Daemmerung die Angel ein, und noch waehrend des Einholens beisst ein Fisch. Schon wieder dieses lange, duenne seltsame Ungetuem mit den unregelmaessigen Zaehnen. Na gut, wenn diese Fische unbedingt in die Pfanne wollen, diesmal gibt es kein Zurueck, dieses Ungeheuer wird morgen in Butter gebraten. Doch es kommt anders. Kaum haben wir im Taschenlampenlicht das Tier ausgenommen, sehen wir im Muskelfleisch der Bauchhoehle die altbekannten weissen Wuermer, also, Nahrung fuer die Haie.
Nun stellt sich uns die Frage, was machen diese weissen Pazifikfischwuermer eigentlich? Vielleicht kann ja einer unserer Leser herausfinden, ob man diese Fische trotzdem essen kann. Die Wuermer sind weiss, ungefaehr 1 cm lang und liegen zwischen Muskelfleisch und der Bauchhoehle. Bisher hatte jeder Fisch, den wir seit Galapagos gefangen haben dieses Viecher. Aber hier fischen ja auch die Profisn und die werden wohl kaum ihren kompletten Fang wieder ins Wasser werfen. Vielleicht handelt es sich ja auch um ein natuerliches Vorkommen, Symbiose oder wie auch immer und wir koennen das Fleisch getrost essen.

Wie gesagt, ueber diesbezuegliche Infos waerenn wir sehr dankbar…

12:02 Etmal 32 Meile. Ist dazu noch was zu sagen? Eigentlich nicht. Die aktuelle Wetterkarte ist eindeutig boese. Statt Besserung zeigt sie weitere Verschlechterung des Seegebietes an. Das Gemeine an den sogenannten Wetter-Grib-Files ist, dass diese unglaublich genau sind. Wir haben noch nicht erlebt, dass diese Wetterkarten aus amerikanischen NWS AVN Computerberechnungen daneben liegen. Einzige Chance fuer uns Ostern nicht immer noch an der derzeitigen Position zu verbringen ist Marschfahrt Richtung SW. Das tun wir nun auch und noch nicht einmal die vorhergesagten 5 Meilen Wind helfen uns. Bleierne Stille umgibt uns, ich aergere mich nicht langfristig weiter westlich gesegelt zu sein um dann von Norden auf Pitcairn zuzulaufen. Das Leben besteht eben immer aus Fehlern. Das aendert sich auch bei einer Weltumsegelung nicht. Hinterher weiss man immer mehr…

07:23 Petra & Marcel sei hier noch nachgefuegt, dass mich Ingrid von der HARLEKIN angeschrieben hat und mir die beschriebenen Probleme vieler Boote mit der Pacifik-Plus bestaetigt hat. Insbesondere das Schiff ORION. In der Regel koennt ihr deren Mailadressen ueber den TO erfahren und Kontakt aufnehmen. Ich wuerde das auf jeden Fall machen, bevor ihr erneut auf Langfahrt geht.

Die Toilettengeschichte ist recht einfach. Alle Geschichten ueber Bordtoiletten haben leider einen richtigen Ansatz. Vor einer Woche hat Tristan sein Boot uebernommen. Am Ende des ersten Tages in Trinidad erzaehlt er mir, dass seine erste Taetigkeit war, die Toilette zu zerlegen, zu reinigen und wieder zusammenzusetzten. Das ist recht typisch. Bei uns laeuft bei strammen am Wind Kurs der Schwanenhals zu und wenn man vergessen hat die Toilettenventile zu schliessen die Suppe eimerweise in die Bilge. Auch sehr spassig. Passiert leider auch nach mehreren Jahren, worauf dann die verursachende Person in der Regel alleine die Bilge komplett mit Suesswasser auswischen muss und je nach der Menge an eingedrungenem Salzwasser die Backskisten mit Konserven ausraeumen darf und auch diese alle mit Suesswasser abwaschen darf. Die ganze Prozedur natuerlich auch auf See.

Doch in der Regel passiert das selten. Grund fuer Toilettenprobleme ist: Besuch von Landeiern an Bord. Egal welcher Typ von Toilette verstopft bei Unmengen von Papier, bei Trockenschi.., bei Haaren von der Buerste, bei Binden und dem folgenden Versuch alles dann mit der entsprechenden Pumpe ausserbords zu befoerdern gibt die Pumpe auf. So koennen ein paar Tage segeln mit den Freunden aus der Heimat dann richtig besch… anfangen. In der Regel darf der Slipper dann die Toilette gutgelaut auseinanderbauen und wieder zusammensetzten, der Besuch, anfaenglich hilfsbereit fluechtet bald zum kuehlenden Bier in die Plicht, die Stimmung fuer den ersten Tag ist dahin und weg…

Ansonsten ist unsere Toilette prima und wir koennen nur ueber die eigene Urteilen, meist verzichte ich auf den Besuch anderer Bordtoiletten, wenn irgend moeglich aus o.g. Gruenden. Wichtig ist natuerlich immer der Bordtoilette Angst zu machen kaputt zu gehen. Alle Gummiersatzteile muessen an Bord sein. Fehlt eine Dichtung wird genau diese bei naechster Gelegenheit kaputtgehen. 100 prozentig.

Also liebe Eva, ich weiss nicht was Natale der Toilettendiskussion noch beifuegen will von meiner Seite sei alles gesagt und ich bin neugierig wer noch eine stimmungsvolle Toilettengeschichte im Gaestebuch zum Besten geben will.

05:41 Ein Windhauch setzt ein und ich nutze die Gelegenheit um die Genua auszurollen. Natale schnarcht selig gegen die klappernden Schoten ueber ihrem Kopf an und ich sitze immer noch kopfschuettelnd ueber dem aktuellen Wetterbericht.

Fuer alle Trittbrettsegler: So kann man den aktuellen Wetterbericht in Kopie erhalten und 14 Tage mitverfolgen!

Einfach folgendes Mail schreiben und verschicken:

Mailadresse: query@saildocs.com
Subject: Saildocs Query
Text: sub grib:15S,40S,140W,110W|2,2|24,48,72|WIND,PRMSL,TMP

Ein paar Stunden spaeter bekommt man nun taeglich unseren Wetterbericht, mit dem wir fahren, als GRIB File geschickt. Um dieses 5K Attachement lesen zu koennen muss man folgendes Programm kostenlos runterladen und auf dem eigenen Rechner installieren: >>viewfax.exe<< von Jim Cornemann auf der Seite: www.airmail2000.com
Viel Spass beim mitsuchen des Windes…

03:32 Nun treiben wir schon rueckwaerts, also Richtung Norden, seit gestern abend gut 4 Seemeilen, na prima! ;-)
Dafuer melden sich unsere Gaeste! Hurra! Es tut wirklich sehr gut, Reaktionen, positive und negative Kritik auf die taegliche Schreiberei zu bekommen. Schoen zu wissen, das unsere Gedanken ankommen, auch wenn sich die meisten, wie Charly schon sagt, unsere Situation ueberhaupt nicht vorstellen koennen.
Lieber Frank, Dir sei gesagt, waehrend der Atlantikueberquerung haben wir auf Leserwunsch die Reihenfolge der Berichte umgedreht, damit immer der aktuellste Bericht am Anfang steht. Viele meinten, man saehe sonst nicht direkt, ob es etwas neues gaebe, ausserdem stimmen dann auch die Koordinaten mit dem aktuellsten Bericht ueberein. Zudem sind die Bilder mit den Eintraegen verknuepft, waere die Reihenfolge umgedreht, laege das daypic immer am Ende. Wir haben viel ueberlegt und uns fuer die jetzige Reihenfolge entschieden, das Problem stellt sich aber auch nur waehrend der Ozeanueberquerungen, wenn wir viel schreiben, vor Anker gibt es ja selten mehr als einen Eintrag…
Genauso haben wir irgendwann entschieden, unsere Eintraege nicht zu kennzeichnen, Wir bemuehen uns aber, im Zusammenhang erkennen zu lassen, wer schreibt. Scheint in letzter Zeit nicht so gut zu funktionieren. Wir bessern uns! Micha schlaeft uebrigens… ;-)

So, ich leg mich wieder nach draussen ins Cockpit und gucke Sterne, hoffentlich schlaf ich nicht ein…






  • 03:32
  • 09.04.2003
  • 16°49.78S, 116°17.74'W
  • Pazifik
  • Pitcairn
  • 24°C
  • SW 1
  • 1,5

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