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Am Boden des Traumparadies

Am Boden des Traumparadies

13:10 Zuallerest und am wichtigsten: Danke fuer die ganzen Besserungswuensche. Ich liege immer noch am Boden zerstoert, unsere erste Kaltfront auf der suedlichen Halbkugel hat uns maechtig beeindruckt und trotzdem werden wir es wohl ueberleben. Nach dem ganzen Hin- und Hergewackel der letzten 48 Stunden wuenschen wir uns auch nur 25 Prozent des vorhergesagten Windes aus Nord, aber da sind nur beeindruckende Zickzackkreuzseen aus allen Richtungen um die 4-5 Meter. Puhh. Ich haenge ziemlich an Natales Nadel, da hat Katherina schon ziemlich Recht, um wenigstens halbwegs schmerzfrei Richtung Pitcairn zu kommen, doch ewig geht das natuerlich auch nicht.

Immer noch vom Salonboden stellt sich uns hier wirklich die Frage, was tun. Bei der See ist beidrehen nicht moeglich, das wuerde uns wie Ziegelsteine in einer Waschmaschine durcheinanderschleudern. Der Wind ist nicht da und bis zum naechsten moeglichen Landfall sind es 250 Seemeilen, das Island Henderson. Wenn dort oder in Pitcairn auch so ne See ist, koennen wir auch dort unmoeglich bleiben, auch auf der Leeseite der kleinen Inseln sieht es dann nicht besser aus. Wir haben zwar erst 70 Stunden motort, geplant waren 50, die Tanks sind voll, aber den Blue Pacific mit Rauchwolken bezwingen, dass wollten wir eigentlich nicht. Ach Mann. So hatten wir uns das alles natuerlich nicht vorgestellt.

10:56 Der Wind ist weg, hat sich weggedreht und ist irgendwohin verschwunden, weiss der Geier wohin. Zurueck bleibt eine ekelhafte See, die aus allen Richtungen zu kommen scheint und ein grauer Himmel mit Regenschauern. Wir laufen unter Motor Richtung Pitcairn, scheint im Moment das angenehmste zu sein. Habe alle moeglichen Winkel zur Welle ausprobiert, nichts zu machen. Ohne Wind keine Fahrt, sondern nur ein Auf und ab und Stampfen.
Da die Batterien eh geladen werden muessen, koennen wir uns direkt ein paar Meilen in die richtige Richtung begeben, is wie Schiffsschaukel auf der Kirmes. (Micha meint: wie Krake!!!)

Danke fuer all die aufmunternden Gaestebucheintraege. Schoen zu wissen, dass so viele an uns denken. Wir bekommen uebrigens zur Zeit nur einmal am Tag eine gute Emailverbindung hin, daher gibt es die Berichte immer auf einen Schlag mitten in der deutschen Nacht...

07:15 Das war eine Nacht. Aus dem Plan wie zuvor die Nacht beizudrehen und in aller Ruhe 6 Stunden ununterbrochenen Schlaf zu geniessen, wurde leider nichts. Gegen 12 gings los. Fallendes Barometer, der Auslaeufer eines Tiefs mit Wind bis 30 Knoten und vielen netten Regenschauern erwischt uns. Staendig dreht der Wind, staendig heisst es raus, an den Schoten zupfen, hier ein Reff, dort wieder raus, das alles in Oelzeug. Micha kann zwar mitterlweile aufstehen und einen Rundumblick machen. Doch der gutgemeinte Plan, mir zwei Stunden Schlaf zu goennen, wird dadurch vereitelt, dass die Lady eben immer irgendwas will. Puh, anstrengende, bockige Ziege. Aber recht hat sie ja, das Wetter ist zum Heulen.

Mittlerweile ist der Wind etwas schwaecher, Barometer steigend, doch dafuer haben wir ne fiese steile Kabbelsee mit alter und neuer Duenung und Wind aus Sued, koennen zur Zeit nur nach NNW ablaufen. Na ja, erst mal nen heissen Tee trinken, dann sieht die Welt wieder anders aus.



  • 07:15
  • 16.04.2003
  • 22°49.98S, 124°30.73'W
  • Pazifik
  • Pitcairn
  • 26°C
  • S 5-6
  • 2,5

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