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Klinikbesuch

Klinikbesuch

Wie schreibt die Bodenstation immer so nett? >>Das Wichtigste, wie immer zu erst!<< Wolfgang erhaelt den goldenen IRON LADY Fisch, fuer das gesamte Lesen des Logbuchs. Es winkt ein freies Besuchswochenende bei unserem naechsten Werftaufenthalt ;-) Grins. Nein ehrlich, wir sind immer wieder beeindruckt wie Menschen sich so viele Zeilen durchlesen, die in den letzten vier Jahren entstanden.

Nun aber zur harten Realitaet eines werden Vaters. Jetzt fragen uns nicht mehr nur unsere Familienangehoerigen: >>Und wie stellt Ihr euch eure gemeinsame Zukunft vor?<<, sogar andere Fahrtensegler. Wir erwaehnen dann gar nicht mehr, dass wir ja eigentlich Weihnachten in Kapstadt feiern wollten, da dies halbstuendige Diskussionen hinter sich her ziehen wuerde. Ausserdem. Was wissen wir, wie es weiter geht. Fahrtensegeln kann man entweder mit einem dicken Geldkonto oder so wie wir, ohne staendig drueber nachzudenken, was denn Morgen ist.

Der Tag beginnt mit 400 Litern Diesel, die in die Tank muessen. So etwas macht man hier am besten frueh am Morgen oder an Nachmittag. Das verschiebt natuerlich den Besuch im Adventisten Hospital. Natale hat dort einen Doc der sie in den naechsten Wochen betreuen soll. Empfehlung von einem anderen Arzt in JB. Aertzte unter sich. Auch ein Kapitel fuer sich. Auf jeden Fall geht es viel zu spaet den recht unangenehmen Weg zur Bushaltestelle. Ueber Schuttfelder, kleine Kanaele, eine vierspurige Schnellstrasse, ein Vorortviertel nur mit Lehmwegen und ohne Strassen, noch eine vierspurige Strasse und endlich die Bushaltestelle. Na wenigstens bekommen wir fuer die recht lange Fahrt zwei Sitzplaetze. Angekommen ist der Doc bei einer Delivery (Doofes Wort fuer Geburt. Ist doch kein Packet!), wir sollen um drei wiederkommen. Capitana inspiziert aber erst mal die Zimmer und den Delievery Room. Alles geht gut. Es gefaellt Mutti. Da ist Vati aber gluecklich. In der Mittagshitze zieht es uns natuerlich schnell in das nahe gelegene Shopping Mal, weil klimatisiert. Wieder einmal wird mir klar wie zivilisiert Malaysia ist. Von Entwicklungsland kann man wirklich nicht sprechen. Im dem riesigen Gebaeude verlaufe ich mich glatt zwischen den Geschaeften. Von den billigen Preisen fuer PC Elektronic finde ich allerdings nichts. Malaysia stellt zwar Billarden von Festplatten her, aber die sind im eigenen Land teurer als in Europa und den Staaten. So was. Und das bei bestimmt 25 verschiedenen Laeden. Um drei sitzen wir im Warteraum. Zwei Fernseher ohne Ton. Einer zeigt die Patientennummer an, die welcher Spezialist in welchem Zimmer behandeln will. Die 13 sind wir oder besser das Alien. Patienten werden aufgerufen bei allen Aerzten, nur nicht bei unserem. Auf dem zweiten Fehrnseher laeuft ein Dokufilm ueber DNS, Atombomben und Insulinherstellung. Genau weiss ich das nicht, weil ohne Ton. Ein Muslim, der staendig zu laut mit dem Handy telefoniert, schlaeft endlich ein und faellt samt der ganzen Bank einfach so um. Ein Jungen faehrt Plastikblumenimitate aus dem Warteraum rein und raus. So geht es die ganze Zeit und wir tun das, was Fahrtensegler irgendwann am besten koennen. Wir warten.

Jede 13 hat irgendwann ihr Ende. Der Ultraschallkopf glitscht ueber Natales Bauch. Herr und Frau Doktor tauschen chinesisches Fachwissen untereinander aus und der werdende Vater versteht nichts. Mit Phantasie erkenne ich den Kopf. Mitleidig wird mir das pulsierende Herz gezeigt und weiter geht es in Fachchinesisch. Frau Doktor ist rundum gluecklich. Es geht wieder heimwaerts. Rushhour, die ganze Fahrt dauert doppelt so lange wie vorher. Es wird schlagartig dunkel und in der Nacht geht es wieder ueber Fussgaengerueberwege und mehrspurige Strassen. Die arme Mutter hat Wasser in den Beinen, aber wir schaffen es doch. Alles ist gut. Oder auch nicht. Heimwehanfall nach koerperlicher Ueberlastung. Schwer hat es die Mutti denn schon ab und an. Die Arme. Da hilft nur noch Bett.

Jetzt Wolfgangs Frage:
>>Durch einen Zufall fand ich Eure Seite im Internet und bin fasziniert. Und nun..... Fragen ueber Fragen! Wie schafft Ihr es, Euch immer wieder zu motivieren, neue Stellen, neue Menschen kennen zu lernen. Ich fahre mit dem Wohnmobil in fremde Laender und nach wenigen Tagen mit neuer Kultur, mit toten Steinen oder mit Sight seeing reicht es und ich bin –satt-. Oder ist das bei Euch so wohl dosiert, dass es kaum auffaellt?<<

Keine Ahnung, was uns motiviert. Fuer die toten Steine ist Natale zustaendig und vor lauter anderen Dingen die zu tun sind, freuen wir uns immer gemeinsam drueber, wenn wir dafuer Zeit finden. Das wird sich wohl auch nicht aendern, eher schlimmer werden. Meinst Du vielleicht Langeweile? Ob wir uns langweilen? Ja doch, in Kumai habe ich mich ein paar Tage mal fallen lassen und gelangweilt. Da war ich alleine auf dem Boot. Na. Vielleicht liegt es doch an der Frau.



  • 22:00
  • 30.03.2005
  • 05°20.89'N, 100°19.08E
  • Pulau Penang/Malaysia
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  • 29°C
  • - NE
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