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Landfall

17:17 Doch noch geschafft und die Insel erreicht. Fuer den Pass hat es nicht mehr gereicht, das Atoll zieht sich viele Meilen weit hoch in den Norden. Ein steiles Aussenriff, darauf viele kleine Motus, auch groessere oder zum Teil nur altes, pinkfarbenes fossiles Korallenriff. Nun liegen wir ca. 5 Meilen vor der Einfahrt im Westen der Insel vor dem Aussenriff. Das Meer ist so ruhig wie in einer Lagune, das Wasser kristallklar.
Ganz klar, was wir morgen frueh als erstes machen werden, tauchen!
Steil faellt das Riff ab auf ich weiss nicht wie viel tausend Meter, eine seltsame Vorstellung.

Doch fuer heute genuegen Maske und Schnorchel, Spaghetti mit Tomatensosse und frueh schlafen gehen.

05:00 Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord… Ich muss unweigerlich an Fritz, den alten deutschen Fremdenlegionaer denken, der ab Fruehstueck die alten Freddie Qinn und Heino Schlager ueber die Mangarevebucht der Gambierinseln schallen laesst.

Nun liegen wir da vor Raroia; wenigstens schiebt uns die Stroemung noch ein bisschen vorwaerts in die richtige Richtung. Wenn der Wind so bleibt und das soll er fuer die naechsten 5 Tage, dann wird das noch lustig. Fuer die 20 Meilen zur Insel und 30 Meilen danach zu Pass fehlt uns der Diesel. Ob wir dort welchen bekommen koennen ist natuerlich vollkommen unklar. Kann sein, kann aber auch nicht sein und motoren widerstrebt uns sowieso. Was tun? Bei dem Wetter kann man sicherlich auch gut vor dem Riff ankern denke ich mir, doch trotzdem wird das nicht vor Sonnenuntergang sein und mit dem Buegelanker eh nicht, den bekommen wir nie wieder hoch. Also tauchen und Mooring legen, fuer nen Tag oder so. Ach, ich weiss auch nicht, mir geht alles moegliche durch den Kopf. Ein bisschen Wind wuensche ich mir. Nur damit das Klappern der Schoten in den Beschlaegen aufhoert und die Segel stehen. Aber ich bin gluecklich, habe geschlafen wie ein Murmeltier und freue mich auf den Sonnenaufgang. Kaum Wolken am Horizont wird es wieder eine unvergessliche Farbenpracht werden.

Segeln ist schoen und das Leben auf dem Meer richtet sich nach den Gegebenheiten und nicht nach dem Menschen. Zumindest, wenn es kein Diesel mehr gibt. Eine wunderschoene Erfahrung.

03:45 Staendig dreht der kaum vorhandene Wind auch noch die Richtung. Vor ein paar Stunden habe wir uns entschieden, statt der noerdlichen Spitze des Atolls, lieber den Sueden anzulaufen. Nun hat der Wind gedreht und wir laufen viel zu weit westlich. Ich bin gespannt, wann wir dieses Atoll erreichen werden.






  • 03:45
  • 14.06.2003
  • 16°29.51S, 142°13.08'W
  • Amanu
  • Raroia
  • 25°C
  • E 1-2
  • 1

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