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Home Sweet Home

Ein Boot ohne Schlafzimmer

Vollkommen übermüdet machen wir uns heute Morgen alle zusammen auf den Weg zu unserem neuen Heim. Unsere Koffer bleiben bei Dennis, der uns netterweise gestern noch mitten in der Nacht vom Flughafen abgeholt hat. Volle, verlockende Koffer auf das Schiff zu tragen ist keine gute Idee, wenn man noch nicht an Bord wohnt. Die Luft ist schwül, immer wieder reißt der Himmel auf und Wassermassen stürzen auf uns hinab. Um uns herum tropische Vegetation, Kokospalmen, Mangobäume beladen mit Früchten, Papayas und Bananen am Wegesrand. Vorgestern haben wir noch Blaubeeren und die ersten Spätsommeräpfel gegessen und nun sind wir hier in einer völlig anderen Welt. d Schlafmangel trägt nicht unwesentlich dazu bei, dass mir alles wie ein völlig bizarrer Traum vorkommt. Am Straßenrand warnt ein Schild vor dem nächsten “Drempel”, Holland lässt grüßen, doch dann fahren wir plötzlich an einer Moschee vorbei und kurze Zeit später am chinesischen Supermarkt. Die lokale Sprache Takitaki vermischt Englisch mit Portugiesisch, Spanisch und einigen afrikanischen Sprachen, so dass selbst meine Ohren Achterbahn fahren und keine Orientierung finden. Da taucht endlich der Surinamriver und die Marlin in meinem Blickfeld auf. Sie schwimmt, sie ist da, und sie sieht in Wirklichkeit sogar noch schöner aus, als auf den Bildern.

Die Kinder pumpen das Dinghi auf und wenige Minuten später entern wir das Schiff, Maya und Lena nehmen sofort ihr Kabinen in Beschlag, reißen Türen auf, testen die Handläufe auf Hangeltauglichkeit während ich mich langsam Meter für Meter nach vorne bewege. Micha hat recht, es ist ein Boot wie von der Messe, unpersönlich, unbewohnt, offen für alles, in Gedanken habe ich schon wieder den Farbeimer in der Hand und Pinsel die Achterkabinen weiß, richte die Küche ein und nähe neue Polsterbezüge. Am liebsten heute, am liebsten sofort, doch ein Raum fehlt mir noch in der Schlosstour, die Vorderkabine, Michas und meine Koje.

Doch meine beherzter Schritt wird abgebremst von der Kabinentür, dick und schwer, aus Aluminium, ein Schott eben, mit einem Griff wie bei einer Kühlkammer. Nur dass die Kühlkammer nicht aufgeht, ein Zentimeter schmaler Spalt, das war es. Fragezeichen auf allen Gesichtern, bis uns klar wird, dass die Bettkastenschublade wohl durch den Schwell eines vorüberfahrenden Schiffes aufgegangen ist, und nun einbruchsicher die Tür von innen versperrt. Nichts zu machen. Wir versuchen es Schraubenzieher und Sägeblätter, operieren durch den winzigen Spalt und schaffen es auch, die Schublade zu bewegen, aber an den letzten drei Zentimetern scheitern wir. Nichts zu machen. müssen wir wohl demnächst eine Fußballmannschaft einladen und bitten sich auf der Backbordseite auf die Reling zu setzen, damit sich das Boot wieder zur Backbordseite lehnt und der Übeltäter in sein Fach zurückspringt.

Das hast Du gut entschieden Micha, sage ich, als wir drei Stunden später den Rückweg in die Hauptstadt antreten, um die letzten Details des Schiffskaufes zu besprechen. Um fünf machen wir uns auf den Heimweg, stolze Besitzer des Schlüssels zum neuen Zuhause. Gefeiert wird mit unseren chinesischen Gastgebern. Wo? Natürlich beim Chinesen. Auch wenn sie kein Chinesisch mehr sprechen und zum Essen lieber Messer und Gabel benutzen, als Stäbchen, das beste Essen auf der Karte bestellen und bekommen können sie definitiv. Gerade bin ich beim Tippen eingeschlafen, ich glaube es ist dann mal echt Zeit für einen gesegneten Schlaf.






  • 22:00
  • 11.02.2013
  • 05°50.6918'N, 055°06.7969’W
  • -
  • Paramaribo / Suriname
  • Trinidad
  • 28°
  • 15 kn / NE
  • 0 m

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