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Wetterfenster

Wetterfenster

20:15 Warten auf ein Wetterfenster hat schon immer zu unseren ungeliebtesten Segelsituationen gehoert. Das letzte Mal in der Intensitaet auf dem Weg nach und von Neuseeland erlebt. Auch damals drehten sich 90 Prozent der Gespraeche um den Wetterbericht, Prognosen und Wetterserver, gewuerzt mit einer Prise, haetten, waeren wir doch vor zwei Tagen, haetten gewusst, aber und so weiter.
Es ist zum Heulen. Tatsaechlich. Heute morgen half frueh aufstehen, aller Tatendrang und eine segelfertige Lady nichts, der Wetterbericht verspricht zu viele Knoten auf die Nase. Das muss nicht sein, oder? Oder doch? Oder auch nicht. Diskutier, diskutier. Das sieht nicht gut aus in den naechsten Tagen.
Meinungen aendern sich stuendlich, was sage ich minuetlich, wir verziehen uns nach dem Fruehstueck mit Buch in die Koje, nur um 10 Minuten spaeter wieder aufzustehen, und noch mal die Windfaehnchen zu vergleichen.
Diese Situation ist nervend genug, um den staerksten Seemann zu erschuettern, wenn aber selbige noch mit einem hormonellen Supergau zusammentrifft, kann das nur noch in heulendem Elend enden.

So passiert. Beim Uebersprungsputzen der entlegensten Ecken der Lady war es dann soweit. Bootskoller. Schleusen auf. Ich will nicht mehr. Alles nervt, das Wetter, das Boot, die drueckende Hitze, das Segeln. Ploetzlich nerven einen Kleinigkeiten, die man sonst ueberhaupt nicht wahrnimmt. Man will ne Steckdose, ne Badewanne und das alles auf einmal ganz einfach ist. Eigentlich ist mir vollkommen klar, dass alles halb so wild ist, und in spaetestens zwei Stunden die Welt wieder in Ordung, aber nun ist erst mal Essig. Da helfen nur noch meterweise Toilettenpapier und rauslassen.

Jetzt ist wieder gut. Geaendert hat sich nichts, wir warten immer noch, aber der Koller ist weg. Bootskoller gehoeren zum Bootsleben dazu, und wer mir erzaehlt, er haette noch nie einen gehabt, der luegt wie gedruckt. Wir haben mit Leuten in der Flaute auf dem Pazifik gesprochen, die in so einem Kollermoment ohne Schulterzucken ihr Boot im Stich gelassen haetten, waere ein Hubschrauber mit Strickrettungsleiter vorbeigekommen.

Wir warten also wieder, auf besser Wetter. Bessere Stimmung ist schon. Jetzt wo wir Zeit haben, koennen wir ja morgen Pappnasen basteln, ins Dorf fahren und Kamelle aus dem Dinghi werfen. Freuen sich die Kinder.

Ich gehe jetzt mal Sternschnuppen suchen fuer 5 Knoten aus SW, waere doch gelacht. Gute Nacht.



  • 20:48
  • 05.02.2005
  • 02°54.00S, 111°42.00E
  • Kumaibay/Kalimantan/Indonesien
  • -
  • 31°C
  • 1 W
  • -

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