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In den Bergen

So schön, wie schon lange nicht mehr

Ich bin schon etwas traurig meine Familie nicht dabei zu haben, schon ein bisschen sehr traurig. Ich habe von den Anden geträumt. Grade aufgestanden, die Sonne geht über den Bergen auf, sitze ich auf der großzügigen Terrasse des Anwesens von Martin und Melanie. Martin (37) ist mein Kunde, Melanie (29) seine Frau. Nicht nur beneidenswert jung, sondern auch sympathisch nett, haben die beiden sich ihr Paradies in der Nähe von Valparaiso geschaffen. Nach einer unendlichen Autofahrt durch die mediterrane Landschaft dieses Teils von Chile kommen wir mitten in der Nacht an, durch zwei Gatter erreichen wir das Haus, dass alleine auf einigen Hektar Land steht. Drei große Terrier und ein deutscher Schäferhund begrüßen uns freudig, vier Pferde laufen durch das endlose Gelände, ein kleines Schloss haben sich die beiden hier hingestellt. Melanie ist deutsch, in Chile geboren und aufgewachsen. So deutsch, dass es fast unglaublich ist und so verträumt, dass ich aus dem Staunen gar nicht herauskomme. Im Wohnzimmer steht ein alter Plattenspieler mit der 60er Jahre Plattensammlung ihres Vaters, nebenan hat sie ihre Werkstatt, in der sie exklusive Möbel in Einzelstücken herstellt, weil Pferdezüchten alleine füllt ihr Leben nicht aus. Wie lange habe ich schon das Geräusch nicht mehr gehört, wenn die Nadel auf einer Vinylplatte die Endlosspur erreicht hat. Die Vögel zwitschern, kein Rauschen ist zu hören, zwischen den Bergen sieht man ganz weit hinten am Horizont den Pazifik. 2000 Meilen bis zu den Osterinseln.

Mein gestriger Tag sah allerdings nicht so romantisch aus. Der 35 Jahre alte Doppelender der Westcotts, die EQUINOCCIO II, mit dem Martin 2002 die Welt auf der Barfußroute umrundet hat, hängt in den Schlingen des Travelliftes, der kleinen Marina. Ich lasse Melanie die Löcher in den Rumpf bohren um die Dynaplates anzuschrauben und wühle mich den ganzen Tag durch die Bilge. Kabel verlegen. Nix romantisch am Meer sitzen. Martin und ich stellen fest, dass wir uns nur kurz verpasst haben, unsere Wege sich schon öfters gekreuzt haben. Mangarea, Papa John, Dockland 5 in Neuseeland, Bali..., komisch, dass wir uns nie getroffen haben. Martin hat ein Buch über seine Reise geschrieben, SHANGRILA, La Busqueda del Paraiso, jetzt will er wieder los, den Südatlantik umrunden. Aha. Komisch, das kommt mir doch alles irgendwie bekannt vor. Nachdem Melanie das Bild von der hochschwangere Nathalie vor der Einfahrt von Knysna, Südafrika sieht, glänzen ihre Augen. „Ich muss unbedingt Nathalie kennenlernen. Ich hab so viele Fragen zum Thema Kinder kriegen auf Segelbooten“, glänzt es in ihren Augen.

Wir sprechen spanisch und es wird spät auf der EQUINOCCIO II. Die Installation wird nicht ganz fertig und am Abend schauen wir von der Terrasse auf die gelblichen Lichter des Vale de los Vinos, die unten im Tal flackern, fast als wenn man von See kommen würde. Martin grillt die typischen, Morzillas, Salchias und einen dicken Klumpen Quadril Negro. Er grillt fast genauso wie ich, 45 Minuten, bis das innere schön rosa ist und auf der Zunge vergeht.

Es ist eine unglaublich gute Luft hier, es ist kühl, aber nicht kalt. Der Humboldtstrom aus dem kalten Süden macht das, erklärt Martin und schenkt mir ein neues Glas Rotwein ein.



  • 07:28:00
  • 24.11.2011
  • 33°05.4136'S, 071°20.7594'W
  • 0°/0kn
  • Villa Alemana / Chile
  • Mar del Plata / Argentinien
  • 23°
  • 5kn, W
  • 0 m

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