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Postkartenwanderung

Damentour mit Grillende

Erneuter Aufruf zum Wandern. Angesichts der Strapazen der ersten Vulkantour ist das Interesse mäßig und so kann ich nur Silvia zum Mitkraxeln überreden. Die ist ja immerhin Schweizerin und ein paar Höhenmeter rauf und runter liegen ihr wohl im Blut. Die Jungs, vor allem der Skipper, atmen auf und lassen sich erstaunlich schnell für das Apres-Wandern begeistern: „Hört mal, ganz in der Nähe von unserer Tour liegt ein Grillplatz mit Spielplatz mitten im Wald, da können wir uns ja treffen, das Taxi dorthin kostet gerade mal 10 Euro.“ Ersteres holt den Skipper, zweiteres die Mädchen auf den Plan. „Klar, das machen wir!“ Am Vorabend werden noch schnell Salate und die Einkaufsliste fertiggemacht dann geht es nach dem Frühstück mit dem Inselbus los bis nach Rosais, dem Ausgangspunkt unserer Wanderung. Postkartenwetter, blauer Himmel, Schäfchenwolken, der Gipfel des Pico, dem höchsten Berg auf der gleichnamigen Insel direkt gegenüber, trägt zum ersten Mal seit Tagen keine Wolkenkapuze. Wir sammeln Minze, spucken bittere Scheinerdbeeren wieder aus, halten einen Plausch mit Dorfbewohnern, Pferden und Eseln. Nach 90 Minuten Fußmarsch stehen wir am Anfang des Eselspfads in die Faja Joao Dias. Fajas sind schmale Landstreifen direkt an der Küste, die über viele Jahrhunderte von den Einwohnern hier landwirtschaftlich genutzt wurden, die meisten sind nur über steile, serpentinenartige Pfade mit dem Bergplateau der Insel verbunden, was die Bewirtschaftung extrem schwierig und unzeitgemäß macht. Mittlerweile werden sie kaum noch benutzt, außer von den Wanderern, die sich quälen, indem sie erst 300 steile Höhenmeter bis zum Meer absteigen, wohl wissend, dass sie all das am Ende wieder hochlatschen müssen.

Der Weg ist traumhaft, die Ausblicke auf den blauen Ozean, die Terrassen, kleine Wälder, moosbewachsenes Vulkangestein. Am Fuß lockt ein Kiesstrand, ein Bad im Meer und ein Azorenpicknick mit Käse und Brot. Der Aufstieg ist hart. Eine Kurve, noch eine, und noch eine. Hinter der gefühlten hundertsten vermuten wir endlich das Ende des Aufstiegs, doch es fehlen immer noch 10 oder 20. Beine schlottern, wir sind nassgeschwitzt, aber sauglücklich. Die nächsten 3 km auf ebenem Erdweg sind wieder ein Kinderspiel und zurück auf der Straße treffen wir ein holländisches Pärchen, dass uns die letzten Kilometer bis zum Waldplatz mitnimmt.

Dort hören wir sie schon, die restliche Crew. Aus dem Schornstein der Feuerstelle quillt der Rauch, der Tisch ist gedeckt und als Belohnung für den Marsch gibt es Schweinrippchen mit Kartoffelsalat bis zum Abwinken. Ein idyllischer Picknickplatz mitten im Wald für uns ganz alleine. Es riecht nach Baumharz und Minze, besser kann man es nicht haben. Am frühen Abend kommt der bestellte Taxifahrer, lädt die vollgefutterte Mannschaft ein und braust in portugiesischem Fahrstil gen Velas. Die Sturmvögel kreischen wieder um die Wette. Morgen geht es weiter, nächstes Ziel: Terceira.



  • 21:22
  • 15.07.2014
  • 38°40.7015'N, 28°11.9817’W
  • 0°/0kn
  • Velas / Azoren / Atlantik
  • Azoren / Atlantik
  • 21°/1018hpa
  • 20,2°
  • 180°/2kn
  • 0m

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