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Bild erklärt ja eigentlich alles

Flussdeltasegeln

Die LADY ist eindeutig zu dick und zu schwer und hat zuviel Tiefgang um hier zu segeln. Rodolfo, mein neuer Freund und Eigner der 34 Fuß MISTRAL, nimmt mich aber immer ganz gerne mal mit, wenn er mit seinen Freunden für zwei, drei Stunden vor der Skyline von Buenos Aires Entspannung vor der Arbeit sucht. Diesmal nehme ich auch mal die Pinne in die Hand. Geschwindigkeit ist weniger wichtig, es wird sich unterhalten, gegessen und amüsiert. Auch wenn in Argentinien Spanisch gesprochen wird, so wird mir doch so langsam immer klarer, dass die Menschen hier nicht so temperamentvoll sind, wie zum Beispiel in Südspanien oder in der Karibik. Der Argentinier ist schon eher ein bisschen formaler. Wie soll ich sagen? Eben argentinisch. Ein absolut eigener Schlag von Menschen. In Deutschland würde sich der Argentinier wohl am besten mit den Hannoveranern verstehen. Hoffentlich bin ich jetzt nicht wieder in irgendein Fettnäpfchen getreten. Das Eigenartige daran ist, dass es die wildesten Mixturen zwischen Menschen, spanischer, deutscher, italienischer Abstammung und den Indios gibt. Wo man allein vom Aussehen ein gewisses Temperament vermutet. Doch vom Aussehen kann man hier auf gar nichts schließen. Ich bin relativ verwirrt. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Auf jeden Fall eine vollkommen eigenständige, unvergleichbare Kultur.

Am Samstag morgen umkreist Ricardo mit seinem Boot die LADY. Eine 30“ Regatta ist am Start und meine 100kg erwünscht, weil Wind. Ich habe aber grade eine Verabredung mit meinen neuen Schuhen in der Stadt. „Dann kommst Du eben nächste Woche mit!“, Ricardo nimmt meine Absage gelassen. Das mit meinen Schuhen liegt mir am Herzen und so pendel ich mal wieder mit der Collectivo 45 in die Stadt und auf der Maipu finde ich das kleine Geschäft der Tango Schuh Fabrik, die ihre Schuhe hier direkt verkaufen. Die nette Besitzerin zeigt mir die schönsten Kreationen, mir ist aber im Moment eher nach klassisch, einfach und praktisch. Es geht um die glatte Sohle, damit man besser übers Parkett rutschen kann und gleichzeitig sind sollen die Schuhe weich und gemütlich sein. Getragen werden die nur beim Tanzen und ansonsten schön im Sack verwahrt. Schon ne eigenartige Kultur. Meine argentinischen Freunde belächeln meine Tangoaktivitäten, zumindest die Männer. Das ist hier ziemlich Out. Ja. Tango ist in Argentinien ziemlich out unter den jüngeren Generationen. Die Vorstellung, dass hier Jung und Alt auf der Piste zu finden sind ist vollkommen falsch. Es ist fast schon mehr als ein Wirtschaftszweig zu sehen, weil die ganzen Touristen u.a. wegen dem Tango hierher kommen.

Hier ist inzwischen klar, dass weder mein Sohn Julian auftauchen wird, weder die LADY einen Platz in der Werft für diesen Monat bekommt und ich alleine auch nicht nach Norden segeln werde. Ist ja auch gar nicht unser Ziel. 180 Grad entgegengesetzt, passt schon eher. Ein neuer Platz zwischen vier Pfählen ist frei geworden. Das würde mir schon besser passen. Also werde ich morgen mal mit meiner Fluggesellschaft sprechen, wann und wie ich denn ins heimatliche Deutschland komme, wo es ja anscheinend deutlich sommerlicher ist als hier. Jede Menge Arbeit wartet auf mich. Boote die mit Kurzwelle, Pactor, LunaPC und WLAN ausgerüstet werden wollen. Vor der nächste Reise bekomme ich neue Zähne. Oh, es graut mir schon vor der Behandlung. Das kleine Flugzeug neben dem rechten Schuh gesehen? Nein, kein Photoshop.



  • 23:55:00
  • 07.05.2011
  • 34°32.2992'S, 058°27.1256'W
  • 0°/0kn, Berth
  • Yachtclub C.U.B.A., Buenos Aires, Argentinien
  • VAR
  • 168°/1012hpa/37%
  • 14°
  • 4kn/VAR
  • 0,0m

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