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+++ Eilmeldung: Merkel und ich +++

Hohe Tiere auf der MARLIN

Nichtsahnend sitze ich im TGV von Paris nach La Rochelle. Mein Blick schweift über die Pariser Vorstadt. Dieses Jahr ist Europa nicht verschneit, sondern die Bäume zeigen die ersten grünen Blätter, Blüten sprießen und sprengen die Knospen bei sommerlichen Temperaturen. Schal und Mütze bleiben im Koffer, stattdessen erstehe ich bei Hasi & Mausi neue leichte Oberbekleidung. Heute Morgen hat mich mein Kunde Alex, via Düsseldorf durch die Luft nach Paris geschickt. Zwei Stunden hatte ich Zeit Pariser Luft und den Blick auf die langen Beine der vielen netten Französinnen zu genießen und mich zum Gare Montpanasse durchzuschlagen. Es ist schon ein kleines Unding. So weit gereist bin ich, immer noch nicht dieser doch so melodisch klingenden Sprache mächtig. Tssst. Is mir echt peinlich.

Es vibriert in der Brusttasche meine Jacketts. Für Dich vollkommen normal, für mich so gar nicht. Kaum jemand ruft mich an, außer meinen paar Freunden; meine Anschluss ist eher unbekannt. Kein Wunder, denn meist im Ausland benutze ich diese Simkarte maximal um meine Bank-Tans’s zu bekommen. „Nummer unbekannt“ steht auf dem Display meines iPhone. „Hallo? Wnuk hier? Hallo?“ „Ja, Merkel hier. Angela Merkel. Herr Wnuk?“ Man muss mir meine Verwunderung anmerken, wie ich versuche durchs Telefon zu schauen, den meine Mitreisenden schauen mich genauso verwundert an. Ich fummel in meiner Jackentasche rum um an mein Ear-Set dranzukommen. „Moment Frau Merkel, ich muss da mal eben meine Headset raussuchen. Das ist ja ein Ding.“

Mit meinem Kunden Alex, den ich in La Rochelle besuche, bin ich schon lange in Verbindung. Über unsere Website und natürlich lunatronic.net ist er eines Morgens auf dem Desktop des Boardrechners gelandet. In Form einer e-mail Anfrage. Wie so viele. Oft passt es dann ja, man versteht sich, viele Fragen, kompetente Antworten, ein Angebot und ein Auftrag. Eine Installation durch mich persönlich, ja eher selten, schon allein, weil ich mich ja nun nicht grade den ganzen Tag im deutschen Büro sitze, langweile und Foren mit schlauen Antworte fülle, wie es andere machen.

“Herr Wnuk. Ich lese ihren Blog nun schon seit dem sie aus Buenos Aires Richtung Patagonien gestartet sind. Ähm, nun wollte ich mich doch endlich einmal persönlich bei Ihnen melden und bedanken. Das ist ja etwas ganz besonderes, was Sie da mit Frau Müller und ihren Kindern Maya und Lena machen. Ganz egal welche Termine ich habe, lasse ich keinen ihrer hochinteressanten Berichte aus. Auch die unterschiedlichen Schreibstile, die Ihrer Lebensgefährtin und ihrer, die oft verschiedenen Ansichten, machen Ihren Blog doch wirklich lesenswert.“ „Danke für die Blumen, Frau Merkel! Da fühle ich mich ja nun wirklich geehrt.“ Angela hört gar nicht auf zu erzählen. Von Hölzchen auf Stöckchen, erzählt sie mir von Ihrer Kindheit und den Urlauben an der Ostsee. Die Ostsee hat sich ja immer schon besonders geliebt. Stralsund, ja in Strahlsund hat sie dann lange vor Ihrer Karriere, auch zum ersten Mal die Planken, die die Welt bedeuten, betreten. „Das Meer hat mich verzaubert, Herr Wnuk!“ Ich wusste gar nichts von den seglerischen Ambitionen unserer Kanzlerin. „OhoOho“ „Und jetzt habe ich verfolgt, wie sie diese Perle, dieses Dornröschen von Boot, die MARLIN, aus dem Amazonas Dschungel befreit und wiederbelebt haben. Natürlich habe ich auch ihren Artikel in der Yacht gelesen. Und Herr Wnuk! Jetzt ist es mein innigster Wunsch doch mal einen Schlag mit Ihnen und ihrer Familie persönlich zu segeln. Sie wollen ja im Sommer von den Azoren nach Deutschland übersetzen. Das würde mich besonders interessieren.“ „Ja, Frau Merkel, ich denke mal, dass sich das einrichten lässt. Können Sie denn schwimmen?“ „Wie ein Fisch Herr Wnuk, wie ein Fisch!“

Der TGV, „Tejewüüüü“ ausgesprochen, wie mich Gudrun gestern Abend eingewiesen hatte, ist voll bis unter die Unterkante. Alex hat mir ein Ticket erster Klasse geschickt. Weiß zwar nicht warum, aber einen Grund wird es schon haben. Das erste was ich mache, ich mache mich bei meinen Mitreisenden beliebt: (Jetzt lacht vor allen Dingen Jürgen) Ich schlafe erst mal ein und werde von meinem eigenem Schnarchen wach. War klar. Alle schauen mich total sauer an. Oder kommt es mir mal wieder nur so vor? Früh morgens, plagt mich die präsenile Bettflucht, die Blase drückt, der Hals tut weh und ein paar Stunden später will mein Körper den verlorengegangenen Schlaf zurück haben. Mensch – ich werde alt. Da habe ich vieles gemeinsam mit anderen Seglern.

“Ne, Frau Merkel, is klar. Ich spreche mit meiner Lebensgefährtin! Also Hand gegen Koje können wir leider nicht machen. Auch nicht mit Ihnen. Da habe ich so meine Prinzipien. So nen Boot kostet ja auch nen bisschen was im Unterhalt. Wissen Sie?“ Auch in diesem Punkt werde ich mir mit Frau Merkel, schnell einig. „Sie sind ja viel netter als ich so dachte, Frau Merkel! Sagen’se mal, sollen wir nicht schon mal zu Du übergehen. Auf Schiffen ist das ja doch so üblich. Was meinen Sie?“ „Recht so Michael, ich bin die Angela!“ Wir schnacken noch ein bisschen und verbleiben mit einer neuen telefonischen Verabredung, so bald wir mit unserem „Dornröschen“ (alias MARLIN), die Azoren erreicht haben.

Na, da habe ich meinem Kunden Alex heute Abend ja was beim Abendessen zu erzählen. Welcher Segler darf denn schon mal eine so bekannte Politikerin als Gast und Mitsegler auf seinem Schiff begrüßen. Das wird dann ja sogar historisch in unserem neuen Buch festgehalten. So, jetzt muss ich mich aber noch ein bisschen auf meinen Termin vorbereiten.






  • 06:00
  • 01.04.2014
  • 47°19.3960'N, 0°41.3980’E
  • 128°/44kn
  • Paris / Frankreich
  • La Rochelle / Frankreich
  • 20°
  • -kn
  • -m

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