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Broken shrouds on MARLIN

Wie Träume zerbrechen

Es passierte mit einem lauten „Pääääääng!“ so gegen 4 Uhr 30 nah der Dämmerung. Wir kreuzen schon die ganze Nacht gegen 14 Knoten Wind, zwei Meter Welle und das gemütlich im zweiten Reff im Main und Fock. Alles ist gut. Wir machen Meile um Meile Richtung Discovery Bay. Backbordbug. Steuerbordbug. Und wieder Backbordbug. Ich denke noch, das sich die Fockschot irgendwo verhakt hatte. Vielleicht wollte ich es auch nicht wissen! Das BB Unterwant war es. Unglaublich. Komplett gebrochen und aus dem Mast rausgerissen. Mein Vertrauen in das professionelle Hall Spare Rigg fällt ins Bodenlose. Ich stelle mich vor den Mast, schaue hoch. Der sieht eher aus wie ein Flitzebogen. Wäre der gestellt und nicht gesteckt bis auf den Kiel, dann hätten wir schon keinen mehr. „Segel runter!“, schreie ich nach hinten. Die schauen mich nur verdutzt an. „Segel runter. Sofort!“ Skipper können schreckliche Menschen sein. Ich setze dicht, schaue wieder hoch. Glück gehabt. Mast steht wieder grade.

Aber dem war nicht alles in dieser Nacht: Um 22:00 gestern Abend bediene ich die elektrische BB Winsch. Es blitzt, die Kontrolllichter gehen aus und Minuten später der Geruch nach Feuer. Unter der Winsch ein Kabelbrand. Na das fehlt uns heute auch noch. Ich sprinte in Juians Kabine, dort ist der Hauptschalter der Batterie. Räume die Kisten mit Proviant weg. Julian fällt aus der Koje. Instinktiv wacht Nathalie auf und stellt sich ans Steuer, weil sie merkt das der Strom weg ist und der Autopilot nicht mehr funktioniert. Der ganze Motorraum ist voller Qualm. Doch im Endeffekt stellt sich nach zwei Stunden heraus, dass eine lose Kabelendverbindung den Brand ausgelöst hat. Der Elektromotor der Winsch allerdings ist hinüber. Na, da hab ich ja schon was, was ich mir zu Weihnachten wünschen kann.

Aus der Traum von Flensburg. Mit dem faustdicken Loch im Mast kommen wir nicht auf die Azoren, noch nicht einmal in den nächsten Port. Port Antonio, die Hälfte des Weges haben wir schon geschafft. Aber gegen die Welle und den Wind mit den fehlendem Want. Nee. Entscheidung. Wende und Ablaufen Richtung last port.

Auf der MARLIN traurige Gesichter. Frust. Einsam steht an der Kreidetafel in der Kombüse: „4721sm bis Flensburg“ Die anstehende Reparatur, die Kosten hierfür, die Zeit. All diese Dingen fliegen in allen Köpfen der Crew durch den Kopf. Jeder hat sein eigenes Kino. Sich schon gefreut. Verabredet auf den Azoren, in Frankreich und in Flensburg.

Aber es gibt auch was Gutes an der ganzen Sache! Keiner ist zu Schaden gekommen. Der Mast steht noch und vor allen Dingen ist es jetzt passiert und nicht mitten auf dem Atlantik. Das hätte uns grade noch gefehlt.

Drückt uns mal die Daumen das unsere Pechsträhne ein baldiges Ende findet.

Grade kommt ein Mail von Nan Hall, dem Chef von Hall Spares rein. Nan hat unseren Hilferuf via e-mail persönlich erhalten und verspricht uns sich am Montag direkt zu kümmern. Na, dass nenne ich mal schnell und professionell. Ein kleines Licht geht am Horizont auf.



  • 11:11
  • 09.05.2014
  • 18°27.7600'N, 77°56.4400’W
  • 0°/0kn
  • Caribbean Sea
  • Jamaica / Montego Bay
  • 27.7°
  • E/15kn
  • 1m

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