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letzte Nacht

letzte Nacht

21:51 Noch einmal schlafen, oder besser wachen, dann ist Landfall. Sonst schon schwierig genug, sind meine Augenlider heute doppelt so schwer. Als ahnten sie, dass morgen wieder eine Nacht ununterbrochener Schlaf in Sicht ist.
Etmal heute 114 Seemeilen, es bleibt dabei, morgen frueh kommt Land in Sicht. Wir sind gesoannt. Hannes warnt uns morgens auf der Funke schon. Zieht abends das Dinghi hoch, sonst habt Ihr morgens die Seeloewen darin sitzen. Wo gibt es denn so was? .....

10:17 Wir naehern uns den Inseln und somit auch einer Unterwasserlandschaft in der es wieder Berge und Taeler, Untiefen und Erhebungen gibt. Schon seit gestern begleiten uns imme wieder Seevoegel in der Hoffnung auf unser Angelglueck.

Vor einer Stunde schwamm eine ganze Herde Delfine parallel zu uns. Vereinzelt haben wir zwischen ihnen auch Pilotwale gesehen, obwohl ich noch nicht gehoert habe, dass die Tiere zusammenschwimmen. Muss mich gleich mal schlau machen. Aber 5-6 Meter ist einfach zu gross fuer einnen Delfin.

Der Kuehlschrank war auch mal wieder leer und so hat Micha die Erlaubnis bekommen, den Haken ins Wasser zu schmeissen. Wie sollte es anders sein, gerade eben rauschen 50m Leine aus und wir holen einen praechtigen Thunfisch aus dem Meer. Mindestens 15 Pfund schwer.

Halbwindkurs, 5,5 Knoten. Das Leben unter Segeln ist sooooo schoen. Eigentlich schade, dass wir morgen frueh schon ankommen...

05:52

Martin,

> Tja, da habt Ihr ja jede Menge Wasser zu uberqueren... Ich
> weiss nicht, aber
> da hatte ich mit soonem >>Schiffchen<< auch irgendwie die Hosen
> voll...

Ich auch manchmal. Vor allen Dingen ab 40Knoten wind, Barometer weiter fallend...

> Ist die Ironlady denn beliebig Wind und Wellen stabil?

Die Lady schon. Wir aber nicht.

> Oder muss man halt
> hoffen, dass es nicht so schlimm wird

Wenn Sturm kommt muss man nicht hoffen sondern am besten vorkochen. Das der kommt, dafuer hat man ja nen PACTOR Modem. Also weiss man das schon laenger und wollte das auch irgendwie. Ist naemlich verhinderbar heutzutage. Und wenner trotzdem kommt halt alles festbinden, vor allen Dingen sich selber. Wer ueber Bord faellt ist uebriends tot. Auch bei Flaute und das ist meistens der Grund fuer vermisste Segelboote: Beim Pinkeln ueber Bord gefallen.

> so wie man eben hofft, dass man
> gesund bleibt?

Auf See wirste nicht krank. Hier gibt es keine Krankheitserreger. Einfach aber wahr. Kannst Dich natuerlich infizieren 2 Wochen bevor Du losfaehrst und dann kommts spaeter raus. Dann brauchste ne halbe Apotheke. Oder auf ner Insel noch mal zwischenlanden. Z.B. Galapagos und noch mal abwarten.

> Wie lange brauchts denn von Galapagos nach
> FranzPoly?

4-6 Wochen ohne Landfall

> Was
> machste wenn dir mittendrin was wichtiges >>schiffliches<< oder
> >>korperliches<<
> verreckt?

...das beste draus, wie zu Hause. Und dann beten und ueber Funk und Mail rumheulen.

> Wie schnell kann Dir einer helfen, wenn's nen
> Supergau gibt?

Geflogen und abgeborgen wird so bis um die 500 Meilen mit dem Hubschraub., hoffe ich. Also die ersten und letzten vier Tage. Die restlichen zwei Wochen ist vielleicht nen Frachter in der Naehe. Schwimmen geht immer. Heutzutage wissen die wenigstens eigentlich immer wo Du bist. Dank EPIRB Sesnotrettungsboje.

Bei der Ole HOOP haben sie erst ein anderes Boot gefunden, das 20 Meilen !!!!!!!!!!!! emntfernt war. Die hatten Muffensausen und haben sich in die Kanaele verzogen, den Anker geschmissen. Gut war. Die OLE HOOP war schon im dritten oder vierten Anlauf ums Kap Hoorn zu gehen und hat trotz Sturmwarnung aus Deutschland, Neuseeland und Amerika die Nase ins Schiksal gesteckt. Da kann dann keiner mehr helfen.

> Alles
> fragen einer Landratte, die sich sowas nicht richtig
> vorstellen kann. Aber
> ich beneide Euch tierisch, glaub mir...

Martin, no Problem. Jetzt sag ich Dir mal was, wofor wir Segler richtig Angst haben. Ich mein, Dir ist klar, dass unsere 12 Tonne Stahl sich konsequent mit 6 Knoten durchs Wasser bewegen. Wir schauen alle 15 Minuten mal ob nen anderes Schiff in der Naehe ist. Ansonsten sehen wir ja nix und die Lichter sind dazu da, das wir gesehen werden.

Gestern hat Wolf von der SWANTJE, auch deutsche Schiff, 200 Meilen noerdlich von uns auf Band erzaehlt, dass 10 METER von ihm ploetzlich ein runtergefallener Container vorbeizieht. Der lag im Wasser, unsichtbar, geht aber nicht unter. Was meinste was passiert, wenn wir mit unserer duennen Stahlhaut da im richtigen Winkel draufknallen? Da hilft mir auch kein PACTOR mehr. Nur noch ne Schimmweste... Seit Wulf das erzaehlt hat traume ich waehrend der drei Stunden Schlaf immer den gleichen Traum. Das ist Scheisse.

Mit dem Neid ist ne schoene Sache. Wenn alles gut geht ist der angebracht. Wenn nicht, dann verwandelt sich das in Mitgefuehl usw...

Wuensche Dir nen erfolgreichen Office Tag.
Ich stelle dieses Mail uebrigends mal fuer alle zugaenglich ins Netz.

Mischa

04:24 An jetzt dreht sich alles andersrum. Das Wasser im Abfluss, die Wettersysteme, die Gedanken in unseren Koepfen. Um 01:45 haben wir den Sprung ueber den Aequator gemacht. Der Sektkorken knallte, das erste Glas fuer Neptun und laute Musik aus der Suedsee.
Auch mitten in der Nacht haben wir es uns nicht nehmen lassen, uns gegenseitig mit Aequatorwasser zu taufen. Ausziehen, bibbern und darauf warten, dass der andere die 10 Liter Puetz ueber einem ausleert. Brrrrrrr. Reinigt, erfrischt und macht uns nun zu echten Seebaeren!

Und noch eins haben wir gelernt, am Aequator ist kein Wind! So duempeln wir weiter mehr mit dem Strom, als segelnd und hoffen den neuen Passat zu finden, der uns die naechsten Monate begleiten wird, aus Suedost.



  • 04:24
  • 19.02.2003
  • 00°04.41S, 087°23.10'W
  • Pazifik
  • Galapagos/Ecuador
  • 24°C
  • S 1
  • 0,5

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